6h Spa: Toyota mit Bestzeit im zweiten Training

Von Oliver Müller
FIA WEC
Schnellster: Der Toyota TS050 Hybrid von Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi

Schnellster: Der Toyota TS050 Hybrid von Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi

Das Toyota-LMP1-Team hat sich an der Spitze der Sportwagen-WM (FIA WEC) zurückgemeldet. Bei perfekten Streckenbedingungen setzte Stéphane Sarrazin die Bestzeit. Hinter dem zweiten TS050 Hybrid kam Porsche auf Rang drei.

Für die Bewohner rund um Spa-Francorchamps muss es sich am Donnerstag so angefühlt haben, als ob Weihnachten, Ostern und der persönliche Geburtstag zusammen fallen würden. Denn mit Temperaturen jenseits der 20 Grad Celsius und wolkenfreiem Himmel ist die Region für Anfang Mai (und vor allem im Vergleich zu sonstigen Auftritten der FIA WEC) fast gar nicht wieder zu erkennen. Dementsprechend viel Fahrbetrieb wurde von den Protagonisten der Sportwagen-WM geboten. Und ähnlich überraschend wie das Wetter war dann auch das Resultat der zweiten freien Trainingssitzung des Tages.

Denn Toyota belegte die ersten beiden Positionen des Zeiten-Tableaus. Stéphane Sarrazin, der sich einen der beiden TS050 Hybrid mit Mike Conway und Kamui Kobayashi teilt, setzte mit 1:58,556 Minuten die Bestzeit. Er war damit 0,155 Sekunden schneller als der Schwesterwagen von Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima. Zwar hatte es sich bereits in Silverstone angedeutet, dass Toyota den 2015 vorhandenen Rückstand zur Spitze in diesem Jahr aufgeholt haben würde - doch letztendlich sorgte das jetzt erzielte Ergebnis trotzdem für grosse Erleichterung im Lager der Japaner. «Es schaut ganz gut aus», zwinkerte Team-Direktor Rob Leupen SPEEDWEEK.com zu.
Genau vor zwölf Monaten musste Toyota beim Wochenende in Spa-Francorchamps noch erschüttert feststellen, dass der damals verwendete TS040 Hybird gegen Audi und Porsche während der Saison keine Chance haben werden würde. Nun als genau umgekehrte Vorzeichen.

Mit einer Zeit von 1:59,176 Minuten belegte der Porsche 919 Hybrid der Weltmeister Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley den dritten Rang. Ex-Formel-1-Pilot Webber hatte während der Session vielversprechende Lonrun-Versuche unternommen. Es folgte der zweite Porsche von Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb (1:59,601 Min). An diesem Wagen musste nach dem ersten freien Training übrigens unplanmässig die Batterie getauscht werden.

Audi hatte mit einer Zeit von 2:00,299 Minuten sozusagen die 'rote Laterne' der drei Werksteams inne. Der R18 von Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer war auch der einzige Audi, der an der Session teilnehmen konnte. Das zweite Fahrzeug von Lucas di Grassi, Loïc Duval und Oliver Jarvis hatte im ersten freien Training Probleme mit dem vorderen Antriebstang (also da, wo die Hybird-Power übertragen wird) und musste aufgrund der durchzuführenden Reparaturen in der Box bleiben.

Bei den privaten LMP1 schob sich der CLM vom Bykolles Racing Team dieses Mal zwischen die beiden Rebellion R-One. Die Autos der (auf den Papier nicht existieren) Unterklasse waren aber wieder mindestens knapp 6,3 Sekunden hinter der Spitze. «Dauerhaft ist das natürlich frustrierend», meinte Rebellion-Teamchef Bart Hayden im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Doch aktuell gibt es im Hintergrund ganz gute Gespräche, wie es in Zukunft weitergehen soll.» Am Rennwochenende der 24 Stunden von Le Mans (Mitte Juni) soll hierzu eine grosse Verkündung seitens der Regelhüter anstehen...

In der GTE Pro hatten Gianmaria Bruni/James Calado mit 2:18,494 Minuten die Nase vorne. Das Ferrari-Gespann war knapp eine halbe Sekunde schneller als der Aston Martin Vantage V8 von Richie Stanaway, Fernando Rees und Jonathan Adam. Dann folgte der zweite Ferrari von Davide Rigon/Sam Bird. Aston-Martin-Werksfahrer Darren Turner brachte es gegenüber SPEEDWEEK.com auf den Punkt. «Man sollte sich nicht wirklich die Mühe machen, aus den Zeiten des freien Trainings etwas lesen zu wollen. Frühstens nach der Qualifikation macht das Sinn. Die Wagen der Klasse basieren einfach auf zu unterschiedlichen Konzepten – ausserdem weiss man auch nicht, wer welches Programm fährt. Nur mit den ausgedruckten Daten aller Fahrzeuge könnte man einen Vergleich anstellen. Doch die hat natürlich keiner...»

Bei der Konkurrenz von Ford steht am Freitag übrigens hoher Besuch an. Teamchef und US-Motorsport-Legende Chip Ganassi wird in Spa-Francorchamps erwartet.

Hier das Ergebnis aus FP2

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