Marc Surer: «Verstappen wie Senna, Vettel frustriert»

Von Rob La Salle
Formel 1
​Der Schweizer Marc Surer, Formel-1-Experte der deutschen Sky, spricht vor dem Brasilien-GP über den feurigen Max Verstappen und über den enttäuschten Ferrari-Piloten Sebastian Vettel.

Der kommende Brasilien-GP in São Paulo ist aus verschiedenen Perspektiven ein Leckerbissen: Für Nico Rosberg geht es darum, ob er seinen ersten WM-Titel sicherstellen kann. Aber viele Fans fragen sich auch, ob die temperamentvollen Duelle von Mexiko fortgesetzt werden, wie etwa jenes zwischen Sebastian Vettel und Max Verstappen.

Marc Surer, der Schweizer Formel-1-Experte unserer deutschen Kollegen der Sky, meint dazu: «Man muss ja eigentlich sagen, dass es um das Duell Verstappen gegen die Ferrari-Fahrer geht. Entweder Sebastian oder Kimi – einen von beiden trifft sich offenbar immer mit Max.»

Freunde werden Verstappen und Vettel wohl keine. Marc Surer: «Ich glaube nicht, dass sich die beiden derzeit viel zu sagen haben. In so einer Situation meidet man sich eher.»

«Für die Formel 1 ist ein solcher Konflikt natürlich ein Segen. Max Verstappen erinnert mich von seiner Art wahnsinnig an Ayrton Senna und Michael Schumacher, die genauso unverfroren und frech in der Formel 1 angefangen haben. Mit wem die sich damals alles angelegt haben! Insofern kommt mir das alles sehr bekannt vor. Verstappen ist ein typischer zukünftiger Champion.»

Bei Sebastian Vettel ortet der Basler F1-Experte viel Frustration: «Mexiko war ein typisches Beispiel. Da hat Ferrari so ein schnelles Auto – und dann versagt es in der Qualifikation. Das Rennen war dann davon geprägt, dass sich die Ferrari nach vorne arbeiten mussten. Das erzeugt natürlich Frust.»

«Rennfahren heisst nicht, cool im Auto zu sitzen. Rennfahren ist Emotion. Da passiert dann manchmal ein Wort zu viel. Was Sebastian zuletzt rausgelassen hat, war allerdings eines vierfachen Weltmeisters unwürdig. Da muss ein Champion einfach ein bisschen souveräner sein.»

Auch Surer weiss: Vettel kam wegen der Verbalentgleistung haarscharf an einer Strafe vorbei. «Natürlich gibt es für die FIA die Möglichkeit, über den berühmten Paragraphen 151c), in dem es um Handlungen geht, die dem Ansehen des Sportes schaden, Strafen auszusprechen. Ich bin grundsätzlich gegen Strafen. Es gibt jedoch eine Grenze, welche vom Anstand gezogen wird. Sebastian ist ein intelligenter, wohlerzogener Mann. Dass er derartige Ausbrüche hat, ist für mich nicht zu verstehen.»

Und was passiert nun in Sachen Titel? Marc Surer: «Nico Rosberg kann zum ersten Mal Weltmeister werden. Hamilton ist dreimal Weltmeister, der kann das locker angehen, denn er hat nichts zu verlieren. Aber für Rosberg ist es vielleicht die einzige Chance in seinem Leben, den Titel zu holen. Daher hat in meinen Augen nicht Hamilton den Druck, sondern Rosberg.»

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