Nico Hülkenberg (Renault): Wieso er Rosberg vermisst

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg

​Für Nico Hülkenberg beginnt ein neues Kapitel: Nach 115 Rennen für Williams, Sauber und Force India ist er Werksfahrer von Renault. Der Emmericher sagt, was er erwartet und wieso er Nico Rosberg vermissen wird.

115 Grands Prix ohne einen Podestplatz, das ist zwar nicht Formel-1-Rekord (den hält Adrian Sutil mit 128 WM-Läufen ohne Besuch auf dem Siegertreppen), aber vor dem Hintergrund von Nico Hülkenbergs Talent ist das ein schlechter Witz des GP-Schicksals.

Bei Renault und als Werksfahrer soll sich das endlich ändern, selbst wenn sich der französische Rennstall noch immer im Aufbau befindet. Konzernchef Carlos Ghosn will, dass Siege ab 2018 greifbar werden, im Bereich um 2020 soll Renault titelfähig sein. Vom Aufbau bis dahin will auch der in Monaco lebende Hülkenberg profitieren.

Aber vielleicht gibt es eine Abkürzung zum Erfolg, denn wie Nico Hülkenberg auf der offiziellen Formel-1-Seite festhält: «Ich glaube, dass die Änderungen im Reglement die Reihenfolge ein wenig durcheinanderwürfeln könnten. Ich sehe das als Gelegenheit für uns. Wir sindgenerell noch immer am Aufholen. Erstes Ziel daher: In jedem Rennen punkten. Ich bin wirklich aufgeregt, Teil dieses neuen Abenteuers zu sein, ich fühle mich bis in die Haarspitzen motiviert. Aber ich versuche auch, die Erwartungen zu dämpfen. Wir müssen härter arbeiten, um die Teams vor uns anzugreifen.»

Bei Force India gehörte Hülkenberg schon beinahe zum Mobiliar, und so scherzt der WM-Neunte von 2014 und 2016: «Nach einer so langen Ehe brauchte ich eine neue Freundin! Nein, Scherz beiseite – ich bin Force India wirklich dankbar für alles, und ich habe mich auch sehr gefreut, dass ich zum besten Team-Ergebnis beitragen konnte, als wir 2016 Vierte im Konstrukteurs-Pokal geworden sind. Das hatten uns nicht viele zugetraut, aber der Traum ist wahr geworden. Dennoch glaube ich: Der Zeitpunkt war richtig, etwas Neues zu beginnen.»

Nico ist selbstbewusst: «Wir sind ein sehr ehrgeiziger Wettbewerber, und ich traue uns 2017 ein paar Überraschungen zu. Aber gleichzeitig sehe ich die kommende Saison als Übergangsphase. Wir werden etwas Zeit brauchen. Wenn wir früher als erwartet zu Erfolgen kommen, umso schöner.»

Hand aufs Herz: Als Nico Rosberg Anfang Dezember zurücktrat, hat da der andere Nico nicht daran gedacht, bei Renault gleich wieder von Bord zu gehen? «Nein», beteuert der 29-Jährige, «in meiner Situation habe ich daran nicht gedacht, immerhin bin ich ja frisch verliebt.»

Apropos Rosberg. Zu seinem Landsmann und dessen Rücktritt sagt Hülkenberg: «Ich finde es schade, dass er seinen Titel nicht verteidigt. Aber ich bin sicher, er weiss genau, was er tut. Ich als Pragmatiker werde Nico vermissen, denn jetzt kann ich nicht mit seinem Jet zu den Rennen mitfliegen, das ist wirklich ärgerlich.»

Daniel Ricciardo hat bereits angekündigt: Die 2017er Autos werden nicht einfach zu bändigen sein. Nico Hülkenberg kann das nicht schrecken: «Ich bin jeden Tag im Kraftraum. Ich will die Saison in perfekter Form beginnen. Auch ich gehe davon aus, dass die neuen Autos kräftezehrender sind, und ich will darauf vorbereitet sein. 2017 wird elektrisierend. Ich freue mich wahnsinnig darauf.»

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