Red Bull Racing: Spielverderber bei Ferrari–Mercedes

Von Mathias Brunner
Formel 1
Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo

​Überraschung in der Wüste von Sakhir: Die Red Bull Racing-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen mischten in den ersten beiden freien Training munter mit. Woher kommt der neue Speed von RBR?

Die ersten beiden Rennen der Saison 2017 hatten eigene Gesetze. Im Albert-Park von Melbourne wird nur einmal im Jahr gerannt. In China verzerrten die Mischverhältnisse und das merkwürdige Training das Bild. Einhellige Meinung im Fahrerlager nach Shanghai und vor Bahrain: Mercedes und Ferrari kämpfen auf Augenhöhe an der Spitze, Red Bull Racing ist die Nummer 3 und kann sich nur dann einmischen, wenn Max Verstappen und Daniel Ricciardo auf nasser und feuchter Bahn ihre Sonderklase zeigen können.

Selbst Max Verstappen selber gab zu: «Das habe ich im Testwinter kommen sehen, also war der Rückstand für mich keine Überraschung.» Daniel Ricciardo meinte: «Wir müssen überall zulegen, wir brauchen mehr Motorleistung, aber unser Auto muss auch mehr Abtrieb aufbauen.»

Und dann kam Bahrain, und auf einmal scheint alles ein wenig anders zu sein: Ricciardo im ersten freien Training Zweiter hinter Ferrari-Star Sebastian Vettel, Verstappen Dritter. Ricciardo im zweiten freien Training dann Dritter, vor allem jedoch keine Zehntelsekunde hinter dem Schnellsten Vettel.

Es kam noch besser: In den Dauerläufen lag Red Bull Racing auf gleichem Niveau wie Mercedes, Ferrari hingegen war etwas langsamer.

Woher kommt diese erstaunliche Steigerung von Red Bull Racing?

Zunächst einmal müssen wir vorsichtig bleiben: Freies Training ist nicht Qualifying ist nicht Rennen. Fürs Abschlusstraining fährt Mercedes traditionell Leistung hoch. Keiner kennt die bislang verwendeten Spritmengen.

Aber es gibt dennoch fünf Gründe, wieso mit Red Bull Racing eher zu rechnen sein wird.

Grund 1: Die Techniker lernen ihr Auto immer besser kennen, das führt zu einer idealeren Abstimmung. Möglicherweise ist Red Bull Racing in Sakhir ein Durchbruch beim Set-up gelungen.

Grund 2: Damit verbunden ist die Tatsache, dass der Wagen mit den Reifen schonender umgeht als das Auto von Mercedes oder Ferrari. Die RBR-Piloten können mit den gleichen Mischungen wie ihre Rivalen länger fahren oder problemlos eine Stufe weicher fahren. Gerade bei heissen Temperaturen wie in Bahrain macht sich das eher bemerkbar als in Melbourne und Shanghai.

Grund 3: Die neue Modellgeneration baut mehr Abtrieb ab und ist mit fetteren Reifen ausgerüstet. Das ist gut für die Haftung, aber schlecht für den Luftwiderstand. Red-Bull-Technikgenie Adrian Newey hat mit seinen Mitarbeitern ein Auto ausgeheckt, das extrem windschlüpfig ist. Das hilft auf den Geraden von Bahrain.

Grund 4: Daniel Ricciardo hatte im freien Training saubere schnellste Runden, Lewis Hamilton oder Kimi Räikkönen nicht. Wenn Red Bull Racing ein wenig besser dasteht, geht das also auch darauf zurück, dass es bei der Konkurrenz nicht optimal gelaufen ist.

Grund 5: Der RBR-Renner ist auf der Bremse besonders gut. In Bahrain haben wir sechs markante Verzögerungen, mehr als in Australien und China, dazu gibt es weniger Kurvenkombinationen, wo RBR bislang geschwächelt hat.

Daniel Ricciardo gibt zu: «Es gibt keinen zwingenden Grund, wieso wir gemessen an der Vorwoche auf einmal einen Riesensprung nach vorne gemacht haben sollten. Ich würde in die Freitagzeiten nicht zu viel hineindeuten.»

Dennoch nährt die gute Leistung von Red Bull Racing am Freitag in Bahrain die Hoffnung vieler Fans, dass aus dem Team-Zweikampf in den kommenden Wochen endlich ein Dreikampf wird.

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