Motoren 2017: Honda und Ferrari – Strafen kommen!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönen: Kaputter Turbo in Bahrain

Kimi Räikkönen: Kaputter Turbo in Bahrain

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Was ist eigentlich der jüngste Stand in Sachen Strafen für die schnellsten Herren im Motorsport? Die Tabelle verblüfft.

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Mia Mayer aus Salzburg wissen: «Ihr habt doch in den letzten Jahren immer den Stand in Sachen eingesetzter Motorteile veröffentlicht. Wo stehen wir da heute? Gibt es schon jemanden, auf den im weiteren Verlauf der Saison Strafen zukommen?»

Obschon wir erst das dritte GP-Wochenende der Formel-1-Saison 2017 erleben, ist die Planung einiger Teams bereits tüchtig durcheinander gebracht worden.

Grundsätzlich: Pro Fahrer und Saison sind nur noch vier Antriebseinheiten erlaubt, 2016 konnten die Teams mit einem Motor mehr arbeiten. Im Idealfall müsste also 2017 ein Motor fünf GP-Wochenenden halten.

Eine moderne Antriebs-Einheit ist reglementarisch in sechs Elemente aufgeteilt, daran hat sich nichts geändert:

– V6-Verbrennungsmotor






– Turbolader

– MGU-H («motor generator unit – heat»; also der Generator für jene Energie, die beim Turbolader gesammelt wird)
– MGU-K («motor generator unit – kinetic»; also der Generator für die kinetische Energie, die beim Bremsen gesammelt wird)


– Batterie-Paket
– Kontroll-Elektronik

Generell sind pro Fahrer und Saison also vier Antriebseinheiten erlaubt. Sollte im Laufe des Jahres ein fünftes Element gebraucht werden, so muss der betroffene Fahrer in der Startaufstellung um zehn Ränge zurück. Für jedes weitere fünfte Element der verschiedenen Motorteile gibt es eine Fünf-Ränge-zurück-Strafe.
Braucht ein Fahrer im späteren Verlauf der Saison beispielsweise einen sechsten Lader, dann gibt es erneut eine Zehn-Ränge-zurück-Strafe. Für jedes weitere sechste Element wieder die fünf Ränge.

Muss bei einem Fahrer die komplette Antriebseinheit gewechselt werden, also mit sämtlichen Elementen, dann muss er aus der Boxengasse ins nächste Rennen gehen.

Allein an diesem Wochenende sind die Sorgenfalten bei Honda noch tiefer geworden: Im Wagen von Stoffel Vandoorne haben zwei MGU-H den Geist aufgegeben, am Motor von Alonso eine, dabei wurde auch der Verbrennungsmotor in Mitleidenschaft gezogen.

Ferrari steht nicht besser da: Bei Kimi Räikkönen überhitzte am Freitag ein Turbolader, der Finne brauchte einen neuen Lader, sicherheitshalber wurden auch Verbrennungsmotor und MGU-H gewechselt. Und das sind nicht die einzigen Sorgen des Weltmeisters von 2007: In Australien gab es schon am ersten Tag eine neue Batterie sowie eine neue Steuereinheit.

Bei Vettel war eine neue Elektronik fällig, sicherheitshalber wurden auch eine neue MGU-H eingebaut, ein neuer Lader und eine neue Batterie.

Anders gesagt: Mit 17 weiteren Wochenenden haben einige Piloten nur noch die Hälfte der erlaubten Teile vorrätig – also ist eine Strafe unausweichlich.

Und hier der aktuellste Stand in Sachen Motoren.

Verbrennungsmotor – Turbolader – MGU-H – MGU-K – Batterie – Elektronik


Lewis Hamilton (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Valtteri Bottas (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 2
Daniel Ricciardo (Renault): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 2
Max Verstappen (Renault): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 2
Sebastian Vettel (Ferrari): 2 – 2 – 2 – 1 – 2 – 2
Kimi Räikkönen (Ferrari): 2 – 2 – 3 – 1 – 2 – 2
Sergio Pérez (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Esteban Ocon (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Felipe Massa (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Lance Stroll (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Fernando Alonso (Honda): 2 – 2 – 2 – 2 – 1 – 1
Stoffel Vandoorne (Honda): 1 – 3 – 3 – 1 – 1 – 1
Daniil Kvyat (Renault): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Carlos Sainz (Renault): 2 – 2 – 2 – 3 – 2 – 2
Romain Grosjean (Ferrari): 1 – 2 – 2 – 1 – 1 – 1
Kevin Magnussen (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Nico Hülkenberg (Renault): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Jolyon Palmer (Renault): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Marcus Ericsson (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Pascal Wehrlein (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 2

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