Marc Surer: Kein Vorteil Vettel (Ferrari) in Sotschi

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der Schweizer Marc Surer (65), Formel-1-Experte bei der deutschen Sky, weiss, wieso Sebastian Vettel und Ferrari derzeit die Nase vorn haben. Doch er sagt auch, wieso er in Sotschi gegen Vettel wetten würde.

68:61 steht es im Duell der Champions zwischen Sebastian Vettel (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes). Nach den so unterschiedlichen Strecken und Rennzeiten von Melbourne, Shanghai und Sakhir haben wir erneut einen Grand Prix mit Alleinstellungsmerkmal vor uns, wie Marc Surer weiss, Formel-1-Experte bei unseren Kollegen der Sky: «Sotschi hat einen sehr glatten Belag. Dadurch kommt es kaum zu Reifenverschleiss. Unter dem neuen Reglement mit den härteren und breiteren Reifen könnte ein Pilot hier in Russland theoretisch ohne Boxenstopp auskommen, aber mindestens ein Stopp ist vom Reglement vorgeschrieben. Ich denke, alle Fahrer werden sehr früh wechseln und dann versuchen, bis zum Ende durchzufahren.»

Der glatte Belag des Kurses auf dem Olympia-Gelände bedeutet gemäss des Formel-2-Europameisters von 1979 auch: «Der Vorteil von Ferrari dürfte kleiner werden, weil sie immer auf den Strecken stärker sind, auf denen sich die Reifen schneller abnutzen. Insbesondere dort, wo die Belastung auf den Hinterrädern gross ist und hohe Temperaturen herrschen. Beides ist in Sotschi nicht der Fall, selbst wenn es hier frühlingshaft ist und wärmer als in den vergangenen Jahren.»

Marc Surer weiss, wieso Lewis Hamilton in der Regel auf die Pole abonniert, Ferrari aber im Rennen stärker ist: «Der Mercedes ist so abgestimmt, dass er als leichtes Auto perfekt ist. Im Qualifying und am Ende des Rennens, wenn sich wenig Sprit im Tank befindet, ist der Mercedes schneller als der Ferrari. Aber mit vollem Tank liegt der Ferrari besser. Das ist eine andere Philosophie.»

Ferrari hat in Bahrain durch eine mutige Strategie geglänzt. Mit einem frühen Stopp ist die Konkurrenz unter Druck gesetzt worden. Marc präzisiert: «Der so genannte Undercut bedeutet, dass der Verfolger durch einen früheren Reifenwechsel einen Vorteil hat, weil er mit den frischen Reifen schnellere Rundenzeiten fahren kann als der Vorausfahrende, der noch auf den gebrauchten Reifen unterwegs ist. Der Jäger unterschneidet die Rundenzeiten des Gejagten und kann ihn so überholen. Das ist kein neues Prinzip. Im vergangenen Jahr hat Mercedes immer den führenden Team-Fahrer zuerst an die Box gerufen, um dieses strategische Überholen zu vermeiden. Zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton war immer klar: Wer führt, der darf zuerst die Reifen wechseln.»

«Der Undercut birgt aber auch Risiken, weil ein Pilot zum Ende eines Rennteils oder des Rennens in Schwierigkeiten kommen kann, da er mit älteren Reifen herumfährt.»

Prognose von Marc Surer: «Es würde mich schon sehr wundern, wenn Mercedes nicht weiter siegen würde, sie haben ja auch die bisherigen drei Rennen von Sotschi für sich entschieden. Aber ich lasse mich gerne überraschen!»

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