Spanien-GP: König Schumacher, verrückte Statistik

Von Mathias Brunner
Michael Schumacher 1996

Michael Schumacher 1996

​Das gibt es nur auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya: In den vergangenen zehn Läufen auf der katalanischen Rennstrecke haben wir zehn verschiedene GP-Sieger erlebt! Und wir erinnern an König Michael Schumacher.

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas, frisch gestärkt von seinem Premieren-GP-Triumph in Sotschi, könnte auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya eine irre Serie fortsetzen – gewinnt der Finne am kommenden Sonntag den Grossen Preis von Spanien, so wäre er der elfte verschiedene Sieger in elf aufeinanderfolgenden Rennen hier!

Die Liste der vergangenen zehn Jahre:

2007 Barcelona: Felipe Massa (BR), Ferrari
2008 Barcelona: Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari
2009 Barcelona: Jenson Button (GB), BrawnGP
2010 Barcelona: Mark Webber (AUS), Red Bull Racing
2011 Barcelona: Sebastian Vettel (D), Red Bull Racing
2012 Barcelona: Pastor Maldonado (YV), Williams
2013 Barcelona: Fernando Alonso (E), Ferrari
2014 Barcelona: Lewis Hamilton (GB), Mercedes
2015 Barcelona: Nico Rosberg (D), Mercedes
2016 Barcelona: Max Verstappen (NL), Red Bull Racing

Zum 27. Mal gastiert der GP-Zirkus im Rahmen der Formel-1-WM auf dieser Strecke ausserhalb von Barcelona. Seit 1991 findet der Spanien-GP ununterbrochen auf dem Circuit de Catalunya statt, dem vor einigen Jahren das Wort Barcelona beigefügt wurde, um den Tourismus anzukurbeln. Nötig ist das eigentlich nicht: 2016 kamen zehn Millionen Touristen nach Barcelona, auch ohne Autorennen.

Bis heute der erfolgreichste Fahrer im Spanien-GP: Rennlegende Michael Schumacher, mit sechs Siegen. Der Deutsche triumphierte 1995 mit Benetton und dann mit Ferrari 1996 sowie vier Mal in Folge von 2001 bis 2004!

Max Verstappen machte sich 2016 mit seinem Debütsieg in Diensten von Red Bull Racing zum jüngsten GP-Sieger – mit 18 Jahren und 228 Tagen. Die alte Bestmarke hielt Sebastian Vettel mit seinem Triumph in Monza 2008 (21 Jahre und 74 Tage).

Für vier GP-Piloten war Spanien der erste Formel-1-Sieg ihrer Karriere: Niki Lauda 1974, Jochen Mass 1975, Pastor Madonado 2012 sowie besagter Max 2016.

Williams feierte an diesem Wochenende in Spanien 40 Jahre Bestehen des Rennstalls «Williams Grand Prix Engineering». Frank Williams brachte beim Spanien-GP 1977 einen March an den Start, der Belgier Patrick Nève (am 12. März 2017 verstorben) wurde Zwölfter.

Donnerstag am Circuit de Barcelona-Catalunya: Es giesst wie aus Kübeln, und das ruft Erinnerungen an 1996 wach.

Vor 21 Jahren errang Michael Schumacher hier seinen ersten Grand-Prix-Erfolg für Ferrari. Es war eine Fahrt, die keiner vergisst, wer dem begnadeten Ausnahmekönner an jenem 2. Juni 1996 zuschauen durfte. Schumacher fuhr förmlich Kreise um die Gegner, in zahlreichen Kurven wählte der Deutsche ganz andere Linien, das hatte er aus dem Kartsport in die Formel 1 mitgebracht. Kommt Ihnen das bekannt vor? Gewiss, denn Max Verstappen hat das in Brasilien 2016 genauso gemacht.

Am Ende kam Schumi damals 45 Sekunden vor Jean Alesi ins Ziel, eine Weltreise, nur noch Jacques Villeneuve schaffte es, in der gleichen Runde zu bleiben, der viertplatzierte Heinz-Harald Frentzen war überrundet, Pedro Diniz als Sechster hatte schon zwei Runden Rückstand, alle anderen kreiselten von der Bahn oder schieden durch Defekte oder Kollisionen aus. Regenmeister Rudi Caracciola hatte seinen Nachfolger gefunden.

Im Anschluss an den Grand Prix warteten wir alle im Konferenzraum auf Michael Schumacher, aber es kam niemand, nach knapp einer Viertelstunde knallte eine Tür auf und im Rahmen stand – der König von Spanien, Juan Carlos I.

Mir ist bis heute nicht klar, wer die grösseren Augen gemacht hat, das Staatsoberhaupt oder die Journalistenschar. Der König trug einen komplett durchnässten, eigentlich beigen Regenmantel, um ihn herum bildete sich langsam eine kleine Pfütze, dann sagte er mit einer lässigen Handbewegung: «Ich habe nichts zu erklären!»

Wir waren alle komplett baff, dann brach Gelächter aus, der König lachte mit und stürmte dann diagonal durch den Raum und verschwand erklärungsfrei durch eine andere Tür.

Es dauerte ungefähr eine halbe Minute, da knallte es erneut in den Angeln, dieses Mal stürmten vier Bodyguards in den Raum, milde Panik in ihren Augen – sie hatten ihren König verloren. «Da lang!» zeigten wir den Königslosen die Richtung, sie trampelten von dannen.

Und erst dann kamen die ersten Drei, mit dem anderen König von Spanien.

Michael Schumacher.

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