Sauber: 2018 Honda-Motor, aber Rätsel um das Getriebe

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der Schweizer Sauber-Rennstall hat im Frühling bestätigt: 2018 wird mit Motoren von Honda und einem Getriebe von McLaren gefahren. Aber was passiert eigentlich, wenn sich McLaren und Honda trennen?

Ende März hat Honda bestätigt: 2018 wird Sauber mit japanischen 1,6-Liter-V6-Motoren fahren – die Schweizer müssen also nicht (wie derzeit mit Ferrari) mit Vorjahrestriebwerken ausrücken, die im Laufe einer Saison nicht weiterentwickelt werden, ein Riesen-Nachteil.

Vorjahresmotor bedeutet in der modernen Formel 1 automatisch auch Vorjahresgetriebe. Anders gesagt: Wenn Sauber in der kommenden Saison mit japanischen 1,6-Liter-V6-Motoren von Honda fährt, dann steckt im Heck des künftigen Sauber C37 ein 2018er Getriebe von McLaren, das von den Engländern in enger Kooperation mit Honda entwickelt wird. Denn es ist technisch nicht möglich, einen 2018er Motor mit einem 2017er Getriebe zu kombinieren.

Immer wieder gestellte Frage: Wieso baut Sauber das Getriebe nicht mehr selber, wie früher? Marc Surer, Schweizer GP-Experte der deutschen Sky, erklärt dazu: «Sauber war immer für seine exzellenten Getriebe bekannt. Als dann BMW zur Saison 2006 hin bei den Hinwilern einstieg, da wollten die Münchner das Getriebe selber bauen, aus Prestigegründen. Die Situation ist für Sauber also nicht neu. Nach dem Rückzug von BMW kehrte Sauber zu Ferrari-Motoren zurück und übernahm den gesamten Antriebsstrang von Ferrari. Ich finde es gut, dass die weniger grossen Teams solche Komponenten übernehmen können. Das finde ich sinnvoll und wird bei anderen Teams auch so gemacht. Der Aufwand für eine eigene Getriebeabteilung ist extrem gross.»

Aus diesem Grund hat Sauber seit dem Modell C31 von 2012 kein eigenes Getriebe mehr gebaut, sondern jeweils die Kraftübertragung von Ferrari eingesetzt.

Aber seit der Verkündung des Abkommens mit Honda ist viel passiert: McLaren ist mit den Motoren aus Japan höchst unzufrieden, sie sind zu wenig leistungsstark, sie halten nicht, McLaren-Direktor Zak Brown und -Teamchef Eric Boullier haben ihren Ton gegenüber Honda verschärft.

Klar befeuert das Gerüchte, wonach McLaren und Honda ihre Partnerschaft auflösen könnten. Noch beteuern Engländer und Japaner, ihr Mehrjahresabkommen (angeblich auf zehn Jahre, bis Ende 2024 ausgelegt) erfüllen zu wollen. Informanten aus England hingegen beteuern, die Rückkehr zu Mercedes sei beschlossene Sache, es gehe nur noch darum, wie die Scheidung vonstatten gehen solle.

Doch wenn McLaren 2018 kein Getriebe für einen Honda-Motor baut, dann gibt es dieses Getriebe auch nicht für Sauber.

Die Schweizer wären gezwungen, wieder selber ein Getriebe zu bauen. Doch dazu müsste die Arbeit längst begonnen haben.

Nach der Trennung von Teamchefin Monisha Kaltenborn wäre das für den Nachfolger eine von vielen Baustellen.

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