James Vowles über Mercedes: «Ein Schlag ins Gesicht für alle anderen»
Williams war beim Shakedown in Barcelona nicht auf der Bahn, das Geschehen auf dem spanischen Rundkurs verfolgte Teamchef James Vowles aber aufmerksam mit. Er sagt, was ihn am meisten überrascht hat.
Die Teilnahme am Shakedown-Test auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya sagte das Williams-Team ab, begründet wurde dies mit Verzögerungen im Entwicklungsprogramm. Das Team beschränkte sich auf virtuelle Test-Kilometer, während die Konkurrenz bereits echte Runden drehte. James Vowles beteuert im Fahrerlager von Bahrain: «Wir haben den Test verpasst, aber stattdessen haben wir einige hundert Kilometer bei den virtuellen Tests abgespult.»
Der Williams-Teamchef räumt ein: «Das ist natürlich nicht dasselbe, aber man konnte bereits die ersten Kinderkrankheiten aussortieren, auch dank der beiden Filmtage in Silverstone und hier in Bahrain am gestrigen Tag. Der Tag gestern lief reibungslos, das war super. Wir haben alle Kilometer geschafft, die wir uns vorgenommen haben. Natürlich war es nur ein Filmtag, und wer da war, hat gesehen, dass auch andere Fahrzeuge auf der Strecke waren, auch ich war mal auf der Bahn.»
«Dennoch kann man einige Dinge lernen, etwa ob die Aerodynamik und Fahrzeugdynamik den Erwartungen entspricht, ob das Auto gut funktioniert und ob die Balance stimmt. Das sind alles Fragen, die man schon klären kann», zählt Vowles auf. «Es besteht aber kein Zweifel daran, dass wir im Hintertreffen sind, denn die anderen Teams haben drei Testtage absolviert, auch wenn es bei gemischten Bedingungen war, und ich denke nicht, dass der Rückstand damit uneinholbar ist. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir in den meisten Jahren nur drei Testtage einlegen. Diesmal haben wir doppelt so viele und die Antriebseinheit von Mercedes läuft sehr gut. Wir können nun in Bahrain sicherlich viele Runden drehen, um dahin zu gelangen, wo wir sein wollen. Ich mache mir also keine Sorgen, denn wir haben ein Programm, um das zu schaffen, was wir wollen.»
Der Brite verfolgte das Geschehen beim Shakedown in Spanien natürlich aufmerksam mit, auch wenn nur aus der Ferne. Und dabei wurde er gleich doppelt überrascht, wie er auf Nachfrage gestand: «Mich hat ehrlich gesagt die Antriebseinheit von Red Bull überrascht – aber auf eine positive Art und Weise, denn ich denke, das ist gut für den Sport – und zwar in Bezug auf die Konkurrenzfähigkeit als auch auf die Tatsache, dass es kompliziert ist, im ersten Jahr eine Antriebseinheit von Grund auf neu zu entwickeln. Die beiden Teams fuhren auf der Rennstrecke viele Kilometer, und das ist beeindruckend, denn es ist nicht einfach.»
Einen starken Eindruck hat aber auch Motorenpartner Mercedes hinterlassen, wie Vowles betont: «Das sollte mich nicht überraschen, weil ich lange Teil dieses Teams war. Aber Mercedes hat gleich losgelegt und am zweiten Tag eine Renndistanz zurückgelegt, das ist auf gewisse Art und Weise ein Schlag ins Gesicht für alle anderen, weil es zeigt, wie weit sie sind.»
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