GP Ungarn: So heiss wird es auf dem Hungaroring

Von Mathias Brunner
Formel 1
Charmanter Empfang am Hungaroring

Charmanter Empfang am Hungaroring

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Ist der Grosse Preis von Ungarn mit 40 Grad Lufttemperatur eigentlich der heisseste WM-Lauf auf europäischem Boden?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Besonders beliebt sich Fragen zu Bestmarken, und so will Lina Peter aus Affoltern/Albis wissen: «Ich weiss, dass es schon Ungarn-GP gegeben hat, die bei knapp 40 Grad im Schatten stattgefunden haben. Ist damit der Hungaroring der europäische Hitze-Champion?»

Bevor wir von der Hitze reden, wollen wir auf eine bemerkenswerte Serie hinweisen: Es dauerte von 1986 bis 2006, bis wir erstmals im Ungarn-GP Regen erlebten! Wie üblich bei solchen Mischverhältnissen konnte Jenson Button glänzen und seinen ersten WM-Lauf gewinnen (damals für BAR-Honda). Der Hungaroring, das war jahrelang die Schönwettergarantie, aber das hat sich in den letzten Jahren geändert. Gewitter und selbst kühleres Wetter sind keine Seltenheit.

Was nun die Hitze angeht, so stimmt die Beobachtung von Leserin Peter. Aber die ganzen Hitze-GP historisch einzuordnen, das ist nicht ganz einfach, weil zu Beginn der Formel-1-Geschichte selten genaue Messungen vorgenommen wurden.

Das Paradebeispiel dafür ist der Argentinien-GP vom Januar 1955: Die meisten Berichterstatter sprechen von 40 Grad im Schatten, anderen Berichten zufolge lag die Temperatur bei 37 Grad. Die Pistentemperatur betrug 52 Grad. Fakt jedoch ist: In Zeiten, als Fahrerwechsel noch erlaubt waren, wurden zahlreiche Fahrzeuge von mehreren Piloten bewegt – nur die beiden Argentinier Juan Manuel Fangio (Sieger) und Roberto Mieres (Rang 5) kamen ohne Ablöse ins Ziel! Die Hälfte des Feldes kämpfte mit Dehydrierung und Hitzeschlagsymptomen.

Das französische Reims galt so sicher als Hitze-GP wie heute die Rennen auf dem Hungaroring. Im Juli 1959 wurde auch hier die 40-Grad-Marke gekitzelt. Es war so heiss, dass der Pistenbelag zu schmelzen begann – ein Effekt, den ich Ende der 80er Jahre auch in Phoenix (Arizona) beobachten konnte. Dort müsste eigentlich noch heute ein Turnschuh-Abdruck von mir verewigt sein ...

In Reims 1959 erlitt der US-Amerikaner Masten Gregory einen Hitzschlag, anschliessend traf ihn ein Stein, der vom Rad eines Konkurrenten aufgewirbelt worden war! Tony Brooks siegte im Ferrari.

Wir wissen nicht, wer die Schnapsidee absegnete, ausgerechnet im Juli nach Dallas (Texas) auszurücken. Wir wissen nur, dass sich auch dort 1984 bei Temperaturen um die 40 Grad die Piste aufzulösen begann. Schnellhärtender Beton war nur teilweise die Lösung. Reifentechniker von Goodyear trauten ihren Augen kaum, als sie die Pistentemperatur massen – 66 Grad! Keke Rosberg trotzte der Hitze am Besten und gewann.

Heute feiert sich der Malaysia-GP als «heissester Grand Prix des Jahres», aber dort verfälscht die hohe Luftfeuchtigkeit den Eindruck. In Singapur könnte es heisser sein, aber es wird in der Nacht gefahren.

Der Rekord geht wohl an Bahrain 2005: Die Temperatur sank während des gesamten Rennens nie unter 41,9 Grad! Fernando Alonso gewann im Renault, bei einer Pistentemperatur von 56 Grad.

Aber nicht nur in Ungarn kann es heiss werden: In der Bratpfanne des Hockenheimer Motodroms haben wir auch schon Temperaturen jenseits von 40 Grad gemessen.

Da sind die 33 oder 34 Grad Höchsttemperatur vom kommenden GP-Wochenende in Ungarn fast angenehm.

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