Lando Norris: McLaren hat den neuen Lewis Hamilton!

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Das Formel-1-Debüt des 17jährigen Lando Norris im McLaren ist eine Sensation: Der Engländer legte in Ungarn nicht nur die zweitbeste Testzeit hin, er fuhr auch schneller als Fernando Alonso.

Die Rückkehr von Robert Kubica war mit enormer Spannung erwartet worden, und der Pole enttäuschte nicht. Aber wenn wir das Wort Sensation wählen dürfen, dann nicht für die Leistung von Kubica, sondern für den erst 17 Jahre jungen Lando Norris – der McLaren-Zögling, üblicherweise in der Formel 3 unterwegs, fuhr nicht nur die zweitbeste Testzeit hinter einem gewissen Sebastian Vettel im Ferrari, er fuhr auch schneller als ein gewisser Fernando Alonso im Abschlusstraining zum Ungarn-GP!

Wow.

Gewiss, der junge Lando benutzte jene ultraweichen Reifen, die Alonso und Stoffel Vandoorne am vergangenen Wochenende nicht verwenden konnten. Seine Leistung ist dennoch der Hammer.

Immerhin sass Norris an diesem 2. August zum ersten Mal in einem GP-Renner. War das die Geburtsstunde des übernächsten Superstars? Hat McLaren den neuen Lewis Hamilton unter Vertrag?

Schon vor drei Jahren horchten Kenner auf: Da wurde Lando Norris mit 14 Jahren der jüngste Kart-Weltmeister der KF-Klasse. Wer den alten Rekord hielt? Lewis Hamilton.

2015 wurde Norris britischer Formel-4-Meister, 2016 dann Champion in der Zweiliter-Formel Renault, dazu in der Toyota-Serie in Neuseeland. Diese Leistungen brachten ihm den «McLaren Autosport BRDC Young Driver Award» ein, und die Belohnung dafür ist dieser McLaren-Test in Ungarn. Norris liegt in seiner ersten Saison in der Formel-3-EM auf dem zweiten Zwischenrang hinter Maxi Günther, nur 18 Punkte hinter dem Deutschen. Durchaus möglich also, dass dieser besondere junge Engländer auch die Saison 2017 mit einem Titel beenden wird.

Norris nach dem Test ganz bescheiden: «Das war ein aufregender Tag, ich hatte mich so darauf gefreut. Ich konnte alle Punkte abhaken, welche das Team von mir verlangt hatte. Alles ist glatt gelaufen. Es war am Anfang nicht ganz einfach, mich ans Auto zu gewöhnen, aber mit jeder Runde wurde ich sicherer. Ich habe das wirklich genossen.»

McLaren-Teamchef Eric Boullier: «Lando hat uns alle mit einer Reife beeindruckt, die für sein Alter verblüffend ist. Er ist hochprofessionell vorgegeben, und über seinen Speed müssen wir wohl nicht reden. Er hat sehr schnell alles in sich aufgesagt, was es zum flotten Bewegen des McLaren braucht. Seine Aussagen über den Wagen waren fundiert und reichhaltig. Wir haben nicht nur einen tollen Testfahrer gewonnen, sondern ohne jeden Zweifel einen Star der Zukunft.»

Ungarn-Test, 2. August

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari, 1:17,124 (40 Runden)
2. Lando Norris (GB), McLaren-Honda, 1:17,385 (91)
3. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 1:17,842 (60)
4. Robert Kubica (PL), Renault, 1:18,572 (142)
5. Carlos Sainz (E), Toro Rosso-Renault, 1:18,850 (68)
6. Daniil Kvyat (RU), Toro Rosso-Renault, 1:19,166 (54)
7. Lucas Auer (A), Force India-Mercedes, 1:19,242 (49)
8. George Russell (GB), Mercedes, 1:19,391 (90)
9. Nikita Mazepin (RU), Force India-Mercedes, 1:19,692 (48)
10. Pierre Gasly (F), Red Bull Racing-Renault, 1:20,337 (107)
11. Luca Ghiotto (I), Williams-Mercedes, 1:20,414 (161)
12. Santino Ferrucci (USA), Haas-Ferrari, 1:20,994 (116)
13. Nobuhiko Matsushita (J), Sauber-Ferrari, 1:21,998 (121)

Ungarn-Test, 1. August

1. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:17,746 (98 Runden)
2. Stoffel Vandoorne (B), McLaren-Honda, 1:17,834 (72)
3. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 1:18,732 (155)
4. George Russell (GB), Mercedes, 1:19,231 (119)
5. Lance Stroll (CDN), Williams-Mercedes,1:19,866 (138)
6. Nikita Mazepin (RU), Force India-Mercedes, 1:19,910 (52)
7. Nicolas Latifi (CDN), Renault, 1:20,302 (54)
8. Sean Gelael (IDN), Toro Rosso-Renault, 1:20,341 (101)
9. Lucas Auer (A), Force India-Mercedes, 1:20,563 (54)
10. Santino Ferrucci (USA), Haas-Ferrari, 1:21,185 (102)
11. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing-Renault, 1:21,228 (58)
12. Gustav Malja (S), Sauber, 1:21,503 (108)

Restliche Testfahrten 2017

Tests innerhalb und nach der Saison
28./29. November: Abu Dhabi

Testfahrten Pirelli
3./4. August: Ferrari in Barcelona
7./8. September: Mercedes in Le Castellet
31. Oktober/1. November: Sauber und Force India in Mexiko
14./15. November: McLaren-Honda in Interlagos

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