Formel 1

Daniel Ricciardo, Max Verstappen: Vieraugen-Gespräch

Von Rob La Salle - 03.08.2017 12:28

Max Verstappen hat in der ersten Runde des Ungarn-GP seinen Red Bull Racing-Stallgefährten Daniel Ricciardo von der Bahn geräumt. Der Niederländer will das Verhältnis der zwei GP-Sieger kitten.

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner fand nach dem Ungarn-GP für die Kollision seiner beiden Stars Max Verstappen und Daniel Ricciardo diese Worte: «Das Ganze ist ein wenig frustrierend, weil Daniel sofort aus dem Rennen und der Grand Prix von Max kompromittiert war. Wir haben solche Szenarien sogar in der Vorbesprechung erörtert und festgehalten – okay, Regel Nummer 1 ist, in den ersten beiden Kurven lasst ihr dem Anderen genügend Raum.»

Genau das tat Verstappen nicht. Statt eines Podestplatzes für RBR gab es einen verärgerten Stallgefährten, entsetzte Gesichter in der Red Bull Racing-Box und zwei Strafpunkte für Verstappen im Sündenregister der FIA. Letztlich wurde Max Fünfter. Von den Regelhütern erhielt Max zehn Sekunden aufgebrummt, im Ziel lag er dreizehn Sekunden hinter Sieger Vettel.

Verstappen nach dem Rennen: «So etwas willst du deinem Teamgefährten natürlich nicht antun. Der ganze Schlamassel begann schon in Kurve 1. Ich hatte einen recht guten Start, aber dann wurde ich eingeklemmt, und der ganze Schwung war weg.»

Um genau zu sein, musste Verstappen auf die Aussenseite ausweichen, von dort geriet sein Renner in den ganzen Schmutz in der Auslaufzone. Max weiter: «Ich habe dann meine Position in Kurve 2 zu verteidigen versucht und sehr spät gebremst, aber die Räder haben blockiert und blockiert, ich rutschte geradeaus – genau in Daniels Wagen hinein. Und ich traf auch noch die empfindlichste Stelle, den Seitenkasten. Ich wollte den Crash wirklich verhindern, aber es ging nicht mehr. Es war niemals meine Absicht, jemandem ins Auto zu fahren, ganz besonders nicht in den Wagen von Daniel. Wir haben eine gute Beziehung und ich kann mich bei Ricciardo und beim ganzen Team nur entschuldigen. Ich werde mit Daniel in Ruhe unter vier Augen reden, weil ich das bereinigen möchte.»

Ricciardo sah das Ganze so: «Ich hatte einen guten Lauf aus der ersten Kurve heraus. Um uns herum passierte so Einiges. Dann tat es einen Schlag. Das war amateurhaft, mindestens. Es ist sehr frustrierend. Vielleicht mag er es einfach nicht so, wenn sein Stallgefährte vor ihm liegt. Ich fand jetzt nicht, dass er sehr viel getan hat, um die Kollision zu verhindern. Er hatte in der Kurve 1 die Aussenseite versucht, das hat ganz offensichtlich nicht funktioniert. Und auf einmal war ein guter Start kein so guter Start mehr. Er sah mich vorbeiziehen und hat wohl gedacht, dass er nun schleunigst etwas unternehmen müsse. Wenn du einen Fehler machst, dann hast du ein ganzes Rennen lang Zeit, den zu korrigieren. Aber das war nicht mal ein richtiges Überholmanöver.»

Inzwischen haben sich die Wogen ein wenig geglättet. Daniel Ricciardo: «Das eine bittere Pille. Du baust ein ganzes Wochenende für diese zwei Stunden Racing auf, und dann ist das alles auf einmal futsch. Max hat sich nach dem Rennen bei mir entschuldigt – wir haben uns von Mann zu Mann unterhalten, ohne Medien oder sonst wen. Die Situation ist in der richtigen Art und Weise aus der Welt geschaffen worden. Nun ist es Zeit, nach vorne zu blicken.»

Max Verstappen meint: «Ich habe mit Daniel geredet, und ich werde das vor dem nächsten Rennen wohl nochmals tun.» Auf die Frage, was er Ricciardo gesagt habe und ob das Verhältnis zurück auf normal gestellt sei, meint Max: «Ich glaube schon. Aber was ich Daniel gesagt habe, das bleibt unter uns.»

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