Formel 1

FIA-Sündenregister: Das sind die Formel-1-Schurken

Von - 07.08.2017 20:00

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Was ist eigentlich der jüngste Stand in Sachen Strafen in der Formel 1? Und wofür verteilten die Rennkommissare jeweils Knöllchen?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Martin Schrayner aus Düsseldorf wissen: «Die FIA führt doch jeweils eine Liste der Formel-1-Fahrer mit all diesen Strafpunkten. Könnt Ihr mal den jüngsten Stand zeigen und auch auflisten, wofür die Piloten denn ihre Knöllchen erhalten haben?»

Gerne. Zur Erinnerung – zur Saison 2014 hin führte der Autoverband FIA ein neues Strafpunktesystem ein: Maximal elf Strafpunkte darf sich ein GP-Pilot in einem Zeitraum von zwölf Monaten (also über eine Saison hinaus) leisten. Wer sich zwölf oder mehr zuschulden kommen lässt, der kommt gewissermassen auf die Strafbank und muss einen Grand Prix lang zuschauen.

Der letzte Fahrer, der eine vergleichbare Strafe erhielt (auch ohne Punktesystem) war Romain Grosjean – nach dem Auslösen der Startkollision von Belgien 2012. In Monza fuhr damals Lotus-Testfahrer Jérôme d’Ambrosio anstelle des Genfers.

Auf dem heissen Sitz befindet sich derzeit Toro-Rosso-Fahrer Daniil Kvyat. Der Russe hat es geschafft, zehn Punkte anzuhäufen. Sein Problem: Erst vor dem USA-GP in Austin (Texas) verfallen Strafpunkte. Bis dann kann sich Kvyat nur noch einen Strafpunkt erlauben – sonst muss er zuschauen. Offizieller Reservist wäre dann der Franzose Pierre Gasly.

Das FIA-Sündenregister *

Daniil Kvyat 10
USA 2016: Verursachen einer Kollision (Duell mit Pérez) – 2
Mexiko 2016: Unerlaubtes Abkürzen – 1
Kanada 2017: Inkorrektes Aufstellen am Start – 2
Österreich 2017: Auslösen einer Kollision (mit Alonso und Verstappen) – 2
Grossbritannien 2017: Auslösen einer Kollision (mit Sainz) – 2
Ungarn 2017: Behindern (von Stroll) – 1

Sebastian Vettel 7
Malaysia 2016: Auslösen einer Kollision (mit Rosberg) – 2
Mexiko 2016: Gefährliches Fahren (Duell mit Ricciardo) – 2
Aserbaidschan 2017: Gefährliches Fahren (Kollision mit Hamilton) – 3

Stoffel Vandoorne 5
Russland 2017: Abkürzen – 1
Spanien 2017: Auslösen einer Kollision (mit Massa) – 2
Österreich 2017: Ignorieren der blauen Flaggen – 2

Sergio Pérez 5
Singapur 2016: Unter gelber Flagge zu wenig verlangsamt – 3
Monaco 2017: Auslösen einer Kollision (mit Kvyat) – 2

Kevin Magnussen 5
USA 2016: Abkürzen – 2
Russland 2017: Abkürzen – 1
Kanada 2017: Überholen hinter dem Safety-Car – 2

Jolyon Palmer 5
Abu Dhabi 2016: Auslösen einer Kollision (mit Sainz) – 2
China 2017: Unter gelber Flagge zu wenig verlangsamt – 3

Carlos Sainz 5
Mexiko 2016: Gegner neben die Bahn gedrückt (Alonso) – 1
Bahrain 2017: Auslösen einer Kollision (mit Stroll) – 2
Kanada 2017: Auslösen einer Kollision (mit Grosjean) – 2

Nico Hülkenberg 4
China 2017: Überholen bei virtuellem Safety-Car – 2
China 2017: Überholen hinter dem Safety-Car – 2

Esteban Ocon 4
Singapur 2016: Überholen hinter dem Safety-Car – 2
Brasilien 2016: Behindern (von Palmer) – 2

Romain Grosjean 3
China 2017: Unter gelber Flagge zu wenig verlangsamt – 3
Max Verstappen 3
Mexiko 2016: Abkürzen – 1
Ungarn 2017: Auslösen einer Kollision (mit Ricciardo) – 2

Felipe Massa 2
Brasilien 2016: Überholen hinter dem Safety-Car – 2

Lewis Hamilton 2
Bahrain 2017: Unnötig langsames Fahren – 2

Pascal Wehrlein 2
Spanien 2017: Falsche Anfahrt zur Box – 2

Derzeit ohne Strafen
Fernando Alonso, Valtteri Bottas, Marcus Ericsson, Kimi Räikkönen, Daniel Ricciardo, Lance Stroll

Verwarnungen
Drei Verwarnungen ergeben automatisch eine Strafversetzung um zehn Ränge, allerdings muss es sich um Vergehen handeln, welche das Fahren betreffen. Sergio Pérez hat derzeit zwei gelbe Karten (aber nur eine davon für ein Vergehen beim Fahren). Vettel, Sainz, Stroll und Ricciardo haben alle je eine Verwarnung, wobei jene von Daniel Ricciardo nichts mit dem Fahren zu tun hat – er kam in China zu spät zur Ehrengarde der Fahrer bei der Nationalhymne.

* aufgeführt sind hier nur Stammpiloten

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Das gab ein Knöllchen: Carlos Sainz (rechts) traf Lance Stroll © LAT Das gab ein Knöllchen: Carlos Sainz (rechts) traf Lance Stroll

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