Lewis Hamilton (Mercedes) 1.: Tränen wegen Schumacher

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

​Lewis Hamilton hat einen Meilenstein erreicht: 68. Pole-Position in der Formel 1, gleich viele wie Michael Schumacher. Hamilton kamen die Tränen, als er eine Nachricht von Familie Schumacher erhielt.

Lewis Hamilton verbarg seine Tränen nicht: Im Anschluss an seine Pole-Position zum Grossen Preis von Belgien, seine 68. Pole in der Formel 1, gleich viele wie Michael Schumacher beim Frankreich-GP von 2006 erreicht hat, überbrachte Ross Brawn eine Botschaft von Corinna und Michael Schumacher. Der langjährige Schumi-Wegbegleiter Brawn sagte zu Lewis: «Gut gemacht, Lewis. Ich bin hier, um dir im Namen von Corinna und Michael Schumacher zu gratulieren zu diesem Rekord, den du nun zusammen mit Michael hältst.»

Hamilton schossen die Tränen in die Augen, der Mercedes-Star brachte keine Silbe heraus, während sich Ross Brawn verabschiedete. Dann sagte der dreifache Weltmeister: «Ich kann nicht fassen, was ich hier erreicht habe. Und es war für mich etwas ganz Besonderes, diese Nachricht ausgerechnet von Ross zu erhalten, der ja am Erfolg des Mercedes-Rennstalls grossen Anteil hat. Die Botschaft von Michael hat mich sehr berührt, ich bete regelmässig für ihn. Ich erinnere mich gerne an unsere Kartduelle, die wir hatten, als ich nach Kerpen ging. Ich bewundere Schumacher sehr.»

«Das war eine Traumrunde – ich fühle mich wirklich geehrt, bei den Pole-Positions auf Augenhöhe zu sein, aber das ändert nichts. Er bleibt einer der grössten Rennfahrer aller Zeiten.»

«Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich wusste, dass die 68. Pole früher oder später kommen würde, aber um ehrlich zu sein, habe ich mir nicht zu viele Gedanken darüber gemacht. Jetzt ist der Moment da, und es fällt mir schwer, die passenden Worte zu finden.»

«Ich weiss noch, als ich 1996 hier zu meinem ersten Grand Prix gekommen bin. Michael ist durch Kurve 1 gewetzt, und sein Motor war so laut, dass mein ganzer Brustkasten wie irre vibriert hat! Ich war völlig von den Socken und habe an jenem Tag ein neues Niveau in Sachen Liebe für diesen Sport erreicht. 21 Jahre später habe ich gleich viele Poles wie Michael, das fühlt sich komplett unwirklich an. Ich fühle grosse Demut, aber ich darf auch stolz sein.»

«Ich weiss noch, wie ich meine Idole im Fernsehen verfolgt habe und von ihren Erfolgen träumte. Es ist ein schöner Gedanke, dass vielleicht heute ein Junge vor dem TV-Gerät sitzt, der ebenfalls in ein paar Jahren einen solchen Meilenstein setzt.»

Dann hält Lewis kurz inne, denn ihm ist eingefallen: «Um genau zu sein, dauert es vielleicht gar nicht so lange, denn Sebastian hier hat auch schon jede Menge Poles erreicht.»

Um genau zu sein, steht Vetel bei 48 Bestzeiten in einem Formel-1-Abschlusstraining!

Wie auch immr – es passt, dass Lewis seinen Rekord ausgerechnet auf jener Bahn erreicht hat, die Michael Schumacher immer als seine gute Stube bezeichnet hat.

Es ist die 68. Pole von Lewis, die vierte in Belgien nach 2008, 2013 und 2015, seine siebte in dieser Formel-1-Saison 2017 (nach Australien, China, Spanien, Kanada, Aserbaidschan und England).

Denkt Hamilton schon an den nächsten Rekord? Lewis lacht: «Nein, so ticke ich nicht, ich nehme einen Tag um den anderen. Und sehe, was sich daraus machen lässt.»

«Die Runde hier ist so lang, da hast du viel Zeit zum Nachdenken. Auf der Auslaufrunde dachte ich an die ganzen tollen Menschen im Mercedes-Werk, die sich für uns Fahrer die Finger wundarbeiten. Deshalb bin ich auch so gerne in der Rennwagenfabrik. Du lernst immer wieder neue Fachkräfte kennen, das gibt mir so viele positive Energie, weil du spürst, wie sie mit dir mitfiebern.»

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Mathias Brunner
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