Toto Wolff zu Vettel: «Befasse mich nicht mit Lügen»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Toto Wolff und Niki Lauda

Toto Wolff und Niki Lauda

​Niki Lauda, Aufsichtsrats-Chef des Mercedes-Rennstalls, sagte, vor zwei Monaten seien Gespräche mit Sebastian Vettel abgebrochen worden. Toto Wolff: «Es gab keine Gespräche.» Ja was denn nun?

Rennlegende Niki Lauda hat bei den Kollegen der britischen Sky Folgendes deponiert: «Für mich ist es logisch, dass Sebastian Vettel bei Ferrari weitermacht, denn wieso sollte er ein Team verlassen, mit dem er gewinnt? Das Auto ist gut und das Geld stimmt – logisch bleibt Sebastian bei den Roten. Wir haben bis Juni mit ihm gesprochen, aber als klar wurde, dass er bei Ferrari bleiben will, haben wir die Verhandlungen abgebrochen.»

Offenbar ist die Grenze fliessend zwischen Gesprächen, einem Plausch zwischen zwei Motorhomes im Fahrerlager und Vertragsverhandlungen, denn wir konfrontieren Toto Wolff im Fahrerlager von Spa-Francorchamps am Samstagabend mit diesem Widerspruch. Immerhin hatten wir von Wolff noch Sätze in Erinnerung wie: «Wir verhandeln nicht mit Vettel. Wie ich immer sage – wir vertreten bei Mercedes gewisse Grundwerte. Und ein solcher Wert bedeutet, dass wir zuerst mit unseren eigenen Piloten sprechen, um zu erfahren, ob sie bei uns bleiben wollen. Erst dann sehen wir weiter. Wir haben nie mit Sebastian verhandelt.»

Ja was denn nun?

Toto Wolff: «Es gab null Diskussionen mit Sebastian über einen Vertrag zwischen Vettel und Mercedes. Ich sehe das eher so: Du läufst einander im Fahrerlager über den Weg, da ist es logisch, dass man den Anderen fragt – und, was machst du so im nächsten Jahr? Aber das sind keine Verhandlungen.»

Gab es denn Gespräche, als Vettel Toto Wolff zu seiner Feier zum 30. Geburtstag einlud? Toto: «Nein, null. Ihr kennt mich, ich bleibe bei der Wahrheit. Ich bleibe so sehr bei dem, was ich gesagt habe, dass ich sogar in Ungarn die Reihenfolge der Fahrer wieder änderte.»

Ein englischer Kollege hakt nach: «Toto, du kannst uns doch nicht allen Ernstes weismachen wollen, dass es keine Gespräche mit einem Fahrer wie Vettel gibt, entweder für nächstes Jahr oder die Jahre danach. Niki hat das Wort Verhandlungen benutzt, und Lauda ist gewiss kein Dummerchen.»

Toto: «Wann habe ich euch in den letzten fünf Jahren je nicht die Wahrheit gesagt? Ich befasse mich nicht mit Lügen. Und ich sage: Es gab NULL Gespräche mit Vettel über einen Vertrag.»

Warum sagt dann Lauda etwas Anderes? Wolff: «Weil das für Niki halt so geht – er trifft Vettel im Fahrerlager, er fragt, so, was machst du denn in der Zukunft, und Vettel sagte, ich überlege noch, also hatten sie ein Gespräch- Aber das ist für mich noch keine Vertragsverhandlung.»

Themawechsel. Ist Mercedes vom Ferrari-Speed in Belgien überrascht? «Nein, denn wir wissen, welch starker Gegner Ferrari ist. Und ihre Leistung hier ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass wir keine Sekunde lang nachlassen dürfen. Ferrari hält uns in Atem. Wir wissen auch, dass es gewisse Strecken gibt, wo wir nicht so stark sind, und so eine Piste kommt bald (Toto Wolff meint Singapur, M.B.) Wir müssen ständig besser werden, um auf Augenhöhe zu bleiben.»

«In den ersten zwei Startreihen haben am Sonntag alle vier Fahrer eine Chance auf den Sieg. Der Start wird eine wichtige Rolle spielen, wie ein Pilot aus der Eau Rouge auf die lange Gerade kommt, eröffnet eine Chance zum Überholen. Dann wird es schwieriger. Ich freue mich auf das Rennen.»

Es ist klar, dass Ferrari ganz auf Vettel setzt. Wie lange kann sich Mercedes noch Fairplay gegenüber Bottas und Hamilton leisten? Wolff: «Wir wollen uns so lange wie möglich alle Optionen offenhalten. Wir denken über das sehr intensiv nach. Du kannst nicht für jedes Rennen alle Szenarien durchgehen. Bei Ferrari liegt Sebastian in Sachen Punkt deutlich vorne, bei uns ist das anders. Wir befassen uns mit dem Thema von Rennen zu Rennen, was die Situation mit den Piloten angeht und auch die Lage in der Markenwertung.»

Was sagt Toto Wolff zu den Vertragsverhandlungen mit Valtteri Bottas? «Alles ist auf gutem Weg. Es erklärt sich von selber, dass wir mit Valtteri weitermachen, wir müssen nur noch all die Details im Papierkram auf die Reihe bekommen.»

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