Kommunikation mit Renningenieur: Erfolgsfaktor für Lewis Hamilton?
Lewis Hamilton musste zum ersten Mal in 19 Formel-1-Jahren eine Saison ohne GP-Podestplatz hinnehmen. Der Brite tat sich schwer in seinem ersten Ferrari-Jahr – aus gutem Grund, betont Karun Chandhok.
Als Lewis Hamilton noch vor dem Start der 2024er-Saison seinen Wechsel zu Ferrari verkündete, war die Überraschung gross. Denn der Brite hatte zuvor nur Mercedes-befeuerte Formel-1-Autos bewegt, erst bei McLaren, bevor er zum Werksteam der Sternmarke wechselte.
Zwölf Jahre stand er in Diensten der Mannschaft aus Brackley und Brixworth, und mit dem Mercedes-Stern auf dem Auto feierte er viele Erfolge und sechs seiner sieben WM-Titel. Dabei stand ihm jahrelang sein treuer Renningenieur Peter «Bono» Bonnington zur Seite, zu dem er ein besonders gutes Verhältnis pflegte.
Der Abschied nach der Saison 2024 fiel entsprechend emotional aus, und bei Ferrari musste sich Lewis Hamilton an einen neuen Mann im Ohr gewöhnen, Riccardo Adami. Das war mit ein Grund für die Schwierigkeiten, die er in seinem ersten Ferrari-Jahr hatte, ist sich Karun Chandhok sicher. Der ehemalige GP-Pilot sagt im Podcast: «The Fast And The Curious»: «Wenn wir bis Melbourne zurückschauen, da gab es so viele Missverständnisse bei der Kommunikation.»
«Man darf nicht vergessen, dass Lewis eine unglaublich erfolgreiche Phase mit Bono hinter sich hatte, und die Beziehung zwischen Fahrer und Renningenieur ist enorm wichtig. Beide denken dasselbe, fast so, als könnten sie die Gedanken des jeweils anderen lesen», weiss der 41-Jährige aus eigener Erfahrung.
Chandhok ist sich sicher: «Mercedes ist in dieser Hinsicht der Gold-Standard. Sie kommunizieren prägnant, präzise und geben die richtigen Informationen an die Fahrer weiter. Und Lewis wechselte zu Ferrari, wo es kulturelle und sprachliche Unterschiede gibt. Er hat es nicht geschafft, dass die Kommunikation reibungslos klappt.» Dabei gehe es nicht um Adami selbst.
«Vielmehr geht es im Allgemeinen darum, wie sie miteinander kommunizieren», erklärt der Inder. Als gutes Beispiel für eine gute Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Renningenieur verweist er auch auf Red Bull Racing-Star Max Verstappen und dessen Renningenieur Gianpiero «GP» Lambiase: «GP bringt Max schnell zur Räson. Das ist keine höfliche Unterhaltung, aber so ist ihre Beziehung einfach, sie sind wie Brüder. Lewis muss seine eigene Erfolgsformel finden. Und ich denke, da gibt es durchaus Dinge, die man tun kann, um den Prozess zu beschleunigen.»
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