Monza: Verrückte Fakten zum Traditions-GP von Italien

Von Mathias Brunner
Formel 1
​​Das Autodromo Nazionale di Monza ist unvergleichlich: Seit 1922 werden im Königlichen Park von Monza Autorennen veranstaltet. Monza ist keine Strecke wie jede andere, wie zehn verrückte Fakten unterstreichen.

Die Monza-Rennstrecke liegt in der viertgrössten Parkanlage von Europa (688 Hektar), der Parco di Monza ist allerdings der grösste Park von Europa, der von einer Mauer umgeben ist. Der Park wurde 1808 nach drei Jahren fertiggestellt.

Monza ist die älteste Grand-Prix-Strecke, auf welcher Formel-1-WM-Läufe ausgetragen werden – sie wurde von Mai bis Juli 1922 von 3.500 Arbeitern in den Königlichen Park von Monza eingebettet.

Auf keiner Rennstrecke ist ein einzelner Landes-GP öfter ausgetragen worden als in Monza: 2017 wird der 68. Grosse Preis von Italien im Rahmen der Formel-1-WM gefahren, und bis auf einen davon wurden alle davon in Monza gefahren. 1980 fand der Italien-GP ausnahmsweise in Imola statt – weil in Monza umgebaut werden musste.

Von den zehn schnellsten Grands Prix der Historie fanden neun in Monza statt (und einer in Spa-Francorchamps, 1970). Rekord bis heute: Das Rennen 2003 mit einem Siegerschnitt von 247,585 km/h (Michael Schumacher im Ferrari). Der 2003er Grand Prix hält auch den Rekord für den kürzesten WM-Lauf, der über die volle Distanz ging: Nach 74 Minuten und 19,838 Sekunden fiel die karierte Flagge.

Geduld ist jetzt nicht unbedingt die grosse Stärke des Durchschnitts-Italieners, aber in Sachen Heimerfolge ihrer Fahrer auf Ferrari brauchen die Tifosi wirklich viel Ausdauer: Der letzte Monza-Sieger eines Italieners in einem Ferrari geht zurück auf Ludovico Scarfiotti 1966.

Nur der italienische und der britische WM-Lauf wurden in jedem Formel-1-Jahr seit 1950 ausgetragen. Monza ist eine von vier Rennstrecken, wo schon in der ersten Formel-1-Saison 1950 gefahren wurde, neben Monte Carlo, Spa-Francorchamps und Silverstone.

Der Zieleinlauf von Monza 1971 gilt noch immer als der knappste: Peter Gethin in BRM eine Hundertstelsekunde vor Ronnie Peterson im March! Die ersten Fünf (Rang 3 für François Cevert im Tyrrell vor Mike Hailwood auf Surtees und Howden Ganley in einem weiteren BRM) lagen innerhalb von 61 Hundertstelsekunden. Auch dies ist Formel-1-Rekord.

Zwölf Mal ist die Formel-1-WM in Monza entschieden worden, mehr als auf jeder anderen GP-Rennstrecke: 1950 (zu Gunsten von Giuseppe Farina), 1956 (Juan Manuel Fangio), 1960 (Jack Brabham), 1961 (Phil Hill), 1963 (Jim Clark), 1966 (Jack Brabham), 1969 (Jackie Stewart), 1972 (Emerson Fittipaldi), 1973 (Jackie Stewart), 1975 (Niki Lauda), 1978 (Mario Andretti), 1979 (Jody Scheckter) – seither aber nie mehr.

Die Motoren müssen in Monza viel aushalten: Mehr als drei Viertel einer Monza-Runde wird Vollgas gegeben!

Der Highspeed-Kurs erfordert ganz besondere Front- und Heckflügel. Im Schnitt investieren die Rennställe bis zu zwei Wochen Windkanalarbeit in die Flügel nur für dieses Rennen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Teams für jeden Wagen zwei neue Flügel vorne und hinten haben, dann kostet das alleine an Geflügel rund 200.000 Euro.

Die Monza-Fans waren jahrelang überaus einfallsreich, wenn es darum geht, sich ins Fahrerlager zu stehlen. Unter dem Motto «Frechheit siegt» ist mir dabei jener als Pizzabote verkleidete Teenager in bester Erinnerung, der die Ordnungshüter zu überrumpeln versuchte mit dem kecken Ruf «Pizza für Ayrton Senna! Pizza für Ayrton Senna!» Der Trick hätte fast funktioniert – wenn die Ordnungshüter im Karton vielleicht tatsächlich eine duftende Pizza vorgefunden hätten! Seit der Einführung von Chip-ausgerüsteten Eintrittskarten ist der Pizza-Trick veraltet.

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