Formel 1

Jean Todt über neue GP-Teams: «Nichts Ernsthaftes»

Von Mathias Brunner - 06.09.2017 14:11

​Seit der Manor-Rennstall Ende 2016 einging, besteht die Formel 1 aus 20 Autos. Dem FIA-Präsidenten wären 24 Renner lieber, aber Kandidaten gibt es gemäss des Franzosen keine Ernsthaften.

Wenn die Formel-1-Fans nach ihren Wünschen befragt werden, kommt oft als Antwort: Endlich wieder ein volles Startfeld! Denn nach dem Manor-Kollaps Ende 2016 haben wir nur noch 20 Autos, von zehn Teams. Zur Erinnerung – vor knapp 20 Jahren waren es 18 Rennställe mit bis zu 39 Fahrern, es musste am Freitagmorgen sogar eine Vorqualifikation gefahren werden, um die ersten Fahrer auszusieben.

Seither ist in der Formel 1 viel passiert. Der Automobil-Weltverband FIA hat mit strengen Vorschriften dafür gesorgt, dass nur noch seriöse Projekte akzeptiert werden. Neulinge brauchen zunächst einmal tüchtig Finanzkraft: Nicht nur, dass in Paris 20 Millionen Dollar Kaution hinterlegt werden müssen, sondern ein neues Team muss auch einen Geschäftsplan für fünf Jahre präsentieren, der überzeugen kann. Der Autoverband will auf diese Weise Finanzjongleure, Wichtigtuer, Schaumschläger und Abenteurer abschrecken.

Jean Todt als Präsident der FIA sowie der US-Amerikaner Chase Carey als CEO von «Formula One Management» haben bestätigt, dass sie ein grösseres Feld als nur 20 Autos sehen wollen.

2016 hatten wir elf Rennställe, leider ging dann Manor ein. 2012 hatten wir zwölf Rennställe, doch von den 2010 neu in den Sport gekommenen Rennställen (Virgin, daraus wurde via Marussia dann Manor; Lotus, daraus wurde Caterham; Hispania Racing Team) hat keiner überlebt. Bei HRT gingen Ende 2012 die Lichter aus, bei Caterham Ende 2014, bei Manor Ende 2016. Seit 2016 haben wir dafür das Team des US-amerikanischen Unternehmers Gene Haas.

Im Juni meinte FIA-Chef Jean Todt zu diesem Thema: «Wenn wir glauben, dass die Zeit dazu reif ist, dann werden wir zwei zusätzliche Plätze ausschreiben. Wir möchten eigentlich wieder auf zwölf Rennställe kommen. Wenn ein grosser Hersteller einsteigen will, dann fällt die Prüfung leichter. Wenn ein unabhängiges Team kommen möchte, dann schauen wir uns das ein wenig genauer an.»

Todt gibt zu, dass es Interesse und Anfragen an die FIA gegeben hat. «Aber es wäre törisch zu glauben, dass ein solches Team schon 2018 am Start stehen könnte.»

In Monza nun hat der 71jährige Todt nachgelegt, im Rahmen einer Pressekonferenz für mehr Sicherheit im Strassenverkehr: «Ja, es gibt Anfragen, aber es ist nichts dabei, was ich als ernsthaft bezeichnen würde. Wir haben derzeit zehn Rennställe und eine gute WM. Wir möchten im Idealfall zwölf Teams haben, so ist es in den gegenwärtigen Abkommen verankert. Wenn wir an den Punkt kommen, an welchem eine seriöse Anfrage vorliegt, so wie das damals von Gene Haas der Fall war, dann werden wir eine neue Ausschreibung machen.»

Todt hat nochmals bekräftigt, dass dies frühestens für die Saison 2019 in Betracht gezogen werde.

FIA-Chef Jean Todt mit seiner Ehefrau Michelle Yeoh © LAT FIA-Chef Jean Todt mit seiner Ehefrau Michelle Yeoh

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