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Jean Todt: Wieso er als FIA-Präsident weitermacht

​Seit Oktober 2009 leitet der Franzose Jean Todt die Geschicke des Automobil-Weltverbands FIA. Und das wird auch so bleiben. Denn für die Wahl von Anfang Dezember gibt es keinen Gegenkandidaten.

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Jean Todt bleibt bis Ende 2021 Präsident des Automobil-Weltverbands FIA. Dann wird der Franzose 75 Jahre alt sein und – gemäss Reglement – nicht mehr antreten dürfen.

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Seit Oktober 2009 leitet der frühere Rennchef von Peugeot und Ferrari in Paris den Autoweltverband. Damals setzte er sich mit 135 zu 49 Stimmen gegen den Finnen Ari Vatanen durch. 2013 stellt sich ihm David Ward in den Weg – aber als dem Engländer wenige Wochen vor der Wahl klar war, dass er zu wenige Delegierte hinter sich haben würde, zog er seine Kandidatur zurück. Todt wurde einstimmig für eine zweite Amtszeit gewählt.

Bis Mitte November hätte ein neuer Herausforderer von Jean Todt Zeit gehabt, sich als Kandidat aufstellen zu lassen. Aber es gibt keinen, die Frist verstrich ungenutzt.

Die so genannte Generalversammlung wird am 8. Dezember Todt als alten und neuen Chef abnicken.

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Todt tritt nicht nur deshalb an, weil von einem aussichtsreichen Gegenkandidaten weit und breit nichts zu sehen gewesen ist. Mit seiner weltweiten Kampagne für mehr Sicherheit im Strassenverkehr will der Franzose einen tieferen Eindruck hinterlassen als für die Arbeit als Baumeister der grössten Ferrari-Erfolge.

Sein Lebenswerk ist noch nicht vollendet.

Jean Todt: Eine grosse Karriere

Todt begann seine Motorsportkarriere als Beifahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft für den französischen Hersteller Peugeot-Talbot. Mit einem Talbot Sunbeam-Lotus gewann er an der Seite seines Fahrers Guy Fréquelin die Rallye Argentinien, wurde 1981 Vize-Weltmeister und verhalf Talbot zur Markenweltmeisterschaft.

Todt zog sich dann vom aktiven Sport zurück.

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Von Peugeot bekam er die Aufgabe, eine markenübergreifende Sportabteilung für den PSA-Konzern aufzubauen. Zunächst blieb die Rallye-WM das Steckenpferd, in welcher Peugeot 1985 und 1986 die Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Ende der 90er Jahre verlagerte Peugeot seine Aktivitäten auf Sportwagen und gewann neben der Weltmeisterschaft 1992 auch die 24 Stunden von Le Mans 1992 und 1993.

Beim zweiten Sieg 1993 hatte Todt seinen letzten Auftritt für PSA, er wechselte zum 1. Juli 1993 zu Ferrari und wurde dort Teamchef des Formel-1-Rennstalls, der seit 1990 sieglos war und sich in einer der schwersten Krisen der langen Firmengeschichte befand.

1994 endete die Durststrecke, Gerhard Berger gewann den Grossen Preis von Deutschland in Hockenheim. Nachdem Michael Schumacher 1994 und 1995 für Benetton zweimal Formel-1-Weltmeister geworden war, holte Todt ihn gemeinsam mit Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo nach Italien.

Ende 1996 folgte Ross Brawn, zwei Jahre später kam Benetton-Aerodynamiker Rory Byrne dazu. Damit hatte Ferrari praktisch die operative Führungsmannschaft und den Fahrer von Benetton übernommen, das Dream-Team war komplett.

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1996, das erste Jahr Schumachers bei Ferrari, war die Zeit des Aufbaus. Nur drei Siege konnte Michael Schumacher in Barcelona, Spa-Francorchamps und Monza erringen, die Weltmeisterschaft entschied Williams-Pilot Damon Hill für sich. 1997 und 1998 ist Ferrari mit Todt an der Spitze knapp gescheitert, obwohl man bis zuletzt um dem Titel kämpfte.

1999 sah es dann anders aus: Obwohl Michael Schumacher beim Grossen Preis von Silverstone einen Beinbruch erlitt und für mehrere Rennen ausfiel, konnte Ferrari mit Eddie Irvine (der fast Weltmeister geworden wäre) und dem Finnen Mika Salo den Konstrukteurspokal gewinnen.

Nachdem Michael Schumacher wiedergenesen war und mit dem Brasilianer Rubens Barrichello ein neuer Teamkollege ins Team kam, wendete sich das Blatt: Von 2000 bis 2004 gewann Ferrari insgesamt zehn Weltmeistertitel. Fünf Fahrertitel für Michael Schumacher und weitere fünf Konstrukteurstitel. Während die Jahre 2001, 2002 und 2004 von einer Dominanz der Roten geprägt waren, verliefen die Weltmeisterschaften 2000 und 2003 schon etwas knapper. Jean Todt führte das italienische Traditionsteam durch die erfolgreichste Phase seiner Geschichte.

2005 sah es weniger gut aus: Ferrari spielte hinter Renault und McLaren-Mercedes die dritte Geige. Mit Ausnahme eines Sieges beim umstrittenen US-Grand Prix in Indianapolis konnte Ferrari nur einige zweite Plätze erlangen.

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Im Jahre 2007 holte Jean Todt mit Kimi Räikkönen wieder die Fahrerweltmeisterschaft und die Konstrukteursweltmeisterschaft für Ferrari. Ende 2007 schied er erst aus der operativen Leitung des Rennstalls, ein Jahr später ganz bei Ferrari aus.

Der Franzose hatte längst grössere Ziele im Auge.

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