Ross Brawn: So soll die Formel 1 anno 2021 werden

Von Rob La Salle
Formel 1
Ross Brawn

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​Der Engländer Ross Brawn (63) soll das Fundament für eine bessere Formel 1 giessen. Der langjährige Wegbegleiter von Michael Schumacher erklärt, wie er sich das im Detail vorstellt.

Innerhalb der neuen Formel-1-Führung besteht die Aufgabe von Ross Brawn (63) darin, sich Gedanken über die künftige Formel 1 zu machen – wie die Technik gestaltet wird, wie das Feld verdichtet werden soll, wie der GP-Sport zum weltweit fesselnden Spektakel wird.

Im Fahrerlager herrscht die Meinung vor: Der passionierte Rosenzüchter und Fliegenfischer ist für diesen Job eine Idealbesetzung. Denn keiner kennt die Formel-1-Technik besser. Als technischer Leiter der Weltmeister-Rennställe von Benetton, Ferrari und BrawnGP hat der Brite das beste Rüstzeug. Bei Mercedes baute er die Grundmauern jenes Hauses, in dem nun vierfache Weltmeister wohnen. Für die britische Sky hat Brawn skizziert, wie er sich die Formel 1 der Zukunft vorstellt. Grundsätzlich sagt Ross: «Ich will 2021 fabelhaft aussehende Rennwagen, mit welchen die Piloten sich nach Herzenslust auf ihre Gegner werfen können.»

«Ganz wichtig ist dabei – die Autos sollen nicht nur atemraubend aussehen. Wir müssen auch Mittel und Wege finden, dass sich ein Pilot nahe genug an den Gegner heranarbeiten kann, um ihn zu attackieren. Wir müssen es also schaffen, Autos zu bauen, die aerodyamisch weniger sensibel sind. Die heutigen Renner erzeugen so viele Luftwirbel, dass der Wagen dahinter zu instabil wird.»

Ganz oben auf der Aufgabenliste von Ross Brawn stehen auch die Kosten. «Wir kommen an einer Kostenkontrolle nicht vorbei. Wir wollen, dass die Besten gewinnen, die Siege müssen verdient sein, aber wir wollen nicht mehr Abstände von drei Sekunden zwischen den Autos. Und wird wollen auch keine Dominanz eines Rennstalls, weil das die Fans abschreckt. Wir wollen, dass die besten Teams vorne sind, weil sie besser gearbeitet haben, nicht weil sie das meiste Geld zur Verfügung hatten.»

Brawn hat sich als Mann bezeichnet, «der vom Wilderer zum Wildhüter geworden ist.» Und solch ein Mann ist klug genug zu wissen: Auch in Sachen Motoren muss etwas passieren.

Ross Brawn weiter: «Wir haben die grosse Chance, 2021 etwas Neues, Gutes einzuführen. Wir wollten aber auch das Investment der Autohersteller respektieren, das für die Entwicklung dieser Turbo-Motorgeneration getätigt wurde. Daher war der Schritt zurück zu einem V8-Saugmotor kein Thema.»

Der Weg wird sein: Ein weniger komplexer 1,6-Liter-V6-Turbo, der höher dreht und besser klingt. Die Motoren sollen ungefähr gleich viel leisten.

Noch offen ist, ob das Format geändert wird. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag – mehr Rennen, dafür die GP-Wochenenden nicht mehr als Dreitagesveranstaltungen. Dann würden wir eines Tages 25 WM-Läufe haben, aber gefahren würde nur noch am Samstag und Sonntag.

Die Reaktion auf solche Pläne hat nicht lange auf sich warten lassen. Die meisten Formel-1-Fans lehnen das ab.

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