Mika Häkkinen: Lewis Hamilton wie Michael Schumacher

Von Rob La Salle
Formel 1
Mika Häkkinen

Mika Häkkinen

​Der zweifache Formel-1-Champion Mika Häkkinen (49) blickt auf die Saison zurück. Der Finne sagt, welches für ihn der Wendepunkt in der WM war und wieso Lewis Hamilton wie Michael Schumacher ist.

Mika Häkkinen hat von Phoenix 1991 bis Suzuka 2001 an insgesamt 161 Formel-1-WM-Läufen teilgenommen, 20 davon hat er gewonnen. 1998 und 1999 wurde der Finne Weltmeister. Er ist bis heute dem Sport eng verbunden geblieben, unter anderem als Botschafter von McLaren, Mercedes, UBS und Johnnie Walker. Für den Wettanbieter Unibet greift der 49-Jährige immer wieder zur Feder, um über seinen Lieblingssport zu schreiben.

Über die Formel-1-Saison 2017 meint Mika: «Auf den ersten Blick war die Titelverteidigung von Lewis Hamilton und Mercedes eine klare Sache. Aber das war es überhaupt nicht. In den ersten neun Rennen der Saison haten wir vier verschiedene Sieger – Sebastian Vettel und Hamilton gewannen je drei Mal, Bottas erkämpfte zwei Siege, Ricciardo triumphierte einmal.»

«Wir sahen im vierten Turbo-Jahr ein anderes Bild. Mercedes hatte mit dem Wagen einige Probleme. Sie selber nannten den Renner eine Diva, weil sie nie so genau wussten, was als nächstes kommen würde. Manchmal das Auto sehr schnell, andere Male liess die Fahrzeugbalance zu wünschen übrig, die Abstimmung balancierte oft auf Messers Schneide. Das machte das Leben von Lewis Hamilton ziemlich schwierig. Für Bottas war es noch kniffliger. Er musste sich nicht nur in einem Top-Team zurechtfinden, sondern auch mit einem launischen Wagen leben.»

«Viele glauben, Grundlage zum vierten Titel von Hamilton war seine Siegesserie nach der Sommerpause. Dieser Ansicht bin ich nicht. Für mich war sein dominanter Sieg beim Heimrennen von Silverstone der Wendepunkt. Mercedes hatte sehr hart gearbeitet, um den Wagen besser zu verstehen. Formel 1 ist immer Team-Arbeit. Und nun machte sich die gewaltige Arbeit aller Rennstallmitarbeiter bezahlt, den Wagen nicht nur schnell zu machen, sondern ihn auch besser zu verstehen.»

«Dazu kam ein gesundes Verhältnis zwischen den beiden Fahrern. In Ungarn gab Bottas seinen Platz für Hamilton frei, auf dass der Engländer versuchen konnte, die Ferrari vorne anzugreifen. Als Lewis nicht an Kimi Räikkönen vorbeikam, gab er Bottas kurz vor Schluss den dritten Rang zurück. Für mich war das eine grandiose Darstellung von Reife und Professionalität – von den Piloten und vom Kommandostand.»

«Vier WM-Titel von Lewis Hamilton, das ist überaus eindrucksvoll. Wir können alle sehen, wie hungrig der Engländer noch immer ist. Das ist ganz entscheidend. Als ich 1998 und 1999 meine beiden Titel holte, da war ich 2000 wild entschlossen, den Hattrick zu schaffen. Aber es sollte nicht sein. Nach diesem Jahr spürte ich, dass meine Energie nicht mehr die gleiche war. Deshalb verliess ich die Formel 1. Einige Fahrer sind glücklich, wenn sie einen Titel schaffen. Andere haben Hunger nach mehr. Michael Schumacher konnte sich wie kein zweiter Rennfahrer Jahr um Jahr motivieren. Nur wenige Racer zeigen einen solchen Hunger. Lewis Hamilton hat den auch.»

«Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Valtteri Bottas drei Rennen gewinnen konnte. Er hat einen starken, ausgeglichenen Charakter, und in Sotschi und auf dem Red Bull Ring zeigte er, wozu er fähig ist. Zur Mitte der Saison folgte ein Durchhänger, aber aus diesem Tal befreite er sich selber. Ab Mexiko war er wieder ganz der Alte – mit zwei zweiten Rängen und dann dem Sieg im Finale von Abu Dhabi. Ich bin sicher, Valtteri hat aus den Vorkommnissen 2017 viel gelernt und wird 2018 stärker fahren.«

«Ferrari war vor allem in der ersten Saisonhälfte stark. Nach einigen Niederlagen im Anschluss an die Sommerpause sollte Singapur die Wende zu Gunsten von Sebastian Vettel bringen. Der Startunfall zwischen ihm, Max Verstappen und Kimi Räikkönen machte das zunichte. Damit war die WM so gut wie verloren. Ferrari stand unter starkem Druck von Mercedes, und die Schwierigkeiten in Asien mit der Standfestigkeit waren für mich eine Auswirkung dieses Drucks.»

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