McLaren MLC33-Renault: Papaya-Orange – sehr mutig

Von Mathias Brunner
Formel 1
McLaren spielt geschickt mit den Erwartungen der Fans

McLaren spielt geschickt mit den Erwartungen der Fans

​Der englische Traditionsrennstall McLaren spielt geschickt mit den Erwartungen der Fans. Die neue Kampagne #BeBrave (sei mutig!) gibt viele Hinweise darauf, dass McLaren im früheren Rennfarbton Papaya antritt.

Seit längerem hält sich das Gerücht: McLaren wird 2018 zur früheren Rennwagenfarbe Papaya-Orange zurückkehren. McLaren-Direktor Zak Brown hatte zum Schluss der Formel-1-WM 2017 festgehalten: «Ich glaube, dass viele Fans unsere Autos am liebsten im klassischen Papaya-Orange sehen würden. Als wir für Fernando Alonso das IndyCar-Fahrzeug vorbereitet haben, reagierten unfassbar viele Fans darauf und baten uns, auch die Formel-1-Autos in dieser Farbe zu lackieren», erzählte der 46jährige Kalifornier.

Das Indy-500-Abenteuer von Fernando Alonso war ein Märchen, leider ohne Happy-End: Die Motorsportgemeinde verfolgte die Fortschritte des Spaniers im ungewohnten IndyCar-Umfeld mit enormem Interesse, die Formel 1 sprach über IndyCar, die Amerikaner sprachen von der Formel 1, der McLaren in Papaya-Orange war Stammgast auf Bildschirmen, Online-Portalen und in den Zeitungen und Zeitschriften, bis auf eine Ausnahme gab es hier nur Gewinner. Leider schied Alonso, für 27 der 200 Runden in Führung, kurz vor Schluss des Indy 500 aus.

Der Farbton Papaya-Orange war jahrlang fester Bestandteil von Bruce McLaren und seinen Piloten in der Formel 1, in der legendären CanAm-Serie, beim Indy 500.

Vor gut zehn Jahren war letztmals ein Formel-1-McLaren in dieser Farbe zu sehen – im Rahmen von Testfahrten. Am Lenkrad sassen damals beispielsweise Pedro de la Rosa und Gary Paffett.

Vom schwarzen Auto 2016 ist McLaren zur Saison hin zu einem orange-schwarz-weissen Renner geschritten, allerdings entsprach dieses Orange nicht dem alten Papaya-Ton.

2018 wird das anders, wie Selfmade-Millionär Zak Brown bei den Kollegen von Autosport bestätigt: «Das Auto wird nicht mehr so aussehen wie 2017. Die ganze Marke, die Sichtbarkeit von McLaren, wird auf eine neue Stufe gehoben, das wird aufregend. Wir waren in den vergangenen Jahren keine Leader mehr. Wir sehen aus wie alle Anderen. Ich will, dass die Leute beim Saisonbeginn sagen: „Hast du gesehen, was McLaren macht?“»

«Mit einem Mangel an Wettbewerbsfähigkeit sind wir ein wenig in der Menge untergegangen. Wir wollen die Anderen wieder neidisch machen. Wir sind auf gutem Weg dazu.»

«Die Bemalung der Renner wird ein Knicks vor der Historie. Aber wir sind mit dem Design noch nicht ganz fertig, weil Vieles auch von den Sponsoren abhängt.»

Seither spielt McLaren geschickt mit den Erwartungen der Fans. Auf der Twitter-Frontseite ist ein alter McLaren zu sehen, eine neue Kampagne in den ganzen sozialen Netzwerken heisst #BeBrave (sei mutig), auch hier wird ständig auf das frühere Orange hingewiesen.

McLaren erklärt die Sei-mutig-Kampagne selber so:

«Wieso sagen wir, dass McLaren 2018 #BeBrave sein soll? Die wahre Frage müsste vielmehr lauten: Wieso sagen wir das nicht viel öfter? Denn wir glauben, dass McLaren fundamental eine mutige Organisation ist.»

«Was meinen wir mit mutig? Wir denken ans Risiken-Eingehen, dem Herzen vor dem Kopf gehorchen, an Sprünge ins kalte Wasser. Das ist Racer-Mentalität: sich voll einbringen und später die Fehler korrigieren.»

«Denkt mal darüber nach: Unser Firmengründer hing eine erfolgreiche GP-Karriere an den Nagel (mit Cooper), um Rennwagen zu bauen und zu fahren, die seinen eigenen Namen trugen. Also wenn das nicht Risiko ist.»

«Der gleiche Bruce Leslie McLaren hatte in frühen Jahren eine lebensverändernde Krankheit überwunden, er war alleine nach Europa gekommen, als Aussenseiter, der sich zuerst einen Namen machen musste. Auch ein Risiko.»

«Er baute die Bruce McLaren Motor Racing Ltd. auf, konstruierte ein eigenes Grand-Prix-Auto und gewann damit Rennen. Als ob das nicht genug wäre, baute und verkaufte McLaren CanAm-Autos, die in Papaya-Orange die Serie jahrelang dominierten.»

«Die McLaren-Truppe stand mutig zusammen, als sie 1970 in Goodwood ihren Firmengründer verloren. Sie hätten alles zusammenpacken und einfach nach Hause gehen können. Niemand hätte es ihnen verdenken können. Aber sie machten unbeirrt weiter. Und keine zwei Wochen danach standen beim nächsten CanAm-Rennen zwei Wagen am Start. Und sie gewannen.»

«Auch in der Formel 1 hat McLaren immer wieder mutige Entscheidungen gezeigt. Niki Lauda aus der Rente zu holen? Mutig. Ayrton Senna an die Seite von Alain Prost zu holen? Sehr mutig.»

«Einen eigenen Sportwagen zu bauen und damit in Le Mans anzutreten. Mutig. Ach ja, und der erste Auftritt endete mit einem Sieg.»

«Weltmeister Fernando Alonso mit einem aufstebenden GP2-Rookie zusammenzubringen? Ein wenig optimistisch vielleicht, aber mutig.»

«Die Liste geht weiter. Es war mutig, eine neue Partnerschaft mit Renault einzugehen. Dieses Risiko gründet im grundsätzlichen Glauben, dass McLaren für den Rennsport lebt, und dass wir dann am besten sind, wenn wir mutig sind. Also wollen wir das auch 2018 sein.»

Die wichtigsten Termine 2018

Team-Präsentationen
15. Februar: Williams (London)
20. Februar: Renault (Internet)
20. Februar: Sauber (Hinwil)
22. Februar: Ferrari (Maranello)
22. Februar: Mercedes (Silverstone)
23. Februar: McLaren (Woking)
26. Februar: Toro Rosso (Barcelona)

Wintertests
26. Februar bis 1. März: Cirucit de Barcelona-Catalunya
6. bis 9. März: Circuit de Barcelona-Catalunya

Testfahrten innerhalb der Saison
15./16. Mai: Cirucit de Barcelona-Catalunya
31. Juli/1. August: Hungaroring

Formel-1-WM
25. März: Australien (Melbourne)
8. April: Bahrain (Sakhir)
15. April: China (Shanghai)
29. April: Aserbaidschan (Baku)
13. Mai: Spanien (Barcelona)
27. Mai: Monaco (Monte Carlo)
10. Juni: Kanada (Montreal)
24. Juni: Frankreich (Le Castellet)
1. Juli: Österreich (Spielberg)
8. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
22. Juli: Deutschland (Hockenheim)
29. Juli: Ungarn (Budapest)
26. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
2. September: Italien (Monza)
16. September: Singapur
30. September: Russland (Sotschi)
7. Oktober: Japan (Suzuka)
21. Oktober: USA (Austin)
28. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
11. November: Brasilien (São Paulo)
25. November: Abu Dhabi (Insel Yas)

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