Max Verstappen stöhnt: «Halo ist wirklich hässlich»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Max Verstappen

Max Verstappen

​Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen spricht vor der Saison 2018 über sein neues Auto: «Es ist hübsch und hoffentlich schnell. Leider aber hat es auch den aufgesetzten Halo, der ist wirklich hässlich.»

Der Niederländer Max Verstappen brennt seiner zweiten vollen GP-Saison mit Red Bull Racing entgegen: Bei seinem Debüt für die vierfachen Weltmeister in Spanin 2016 konnte er auf Anhieb seinen ersten Grand Prix gewinnen, 2017 kamen zwei weitere Siege hinzu (in Malaysia und Mexiko), aber Max will mehr. Er will vom ersten Rennen an bei der Musik sein und damit die Chance erhalten, sich zum jüngsten Formel-1-Champion zu machen.

Wenige Tage vor der Präsentation des Red Bull Racing RB14-Renault sagt der 20-Jährige über die vergangenen Wochen: «Ich habe viel Zeit mit Freunden und Familie verbracht, zuhause in Monaco, aber auch in Österreich. Das war alles ganz entspannt. Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass ich etwas Verrücktes unternommen hätte. Wir führen ohnehin ein ziemlich hektisches Leben mit der ganzen Reiserei. Wenn wir dann mal eine Pause haben, dann ist es mir am liebsten, es ein wenig ruhiger angehen zu lassen.»

Dabei sass der Niederländer sicher auch an der Spielekonsole, «denn FIFA spielen, das mache ich neben dem Formel-1-Fahren am liebsten.» Am anderen Ende der Wohlfühlskala: «Verlieren. Ich hasse es wirklich zu verlieren.»

Max’ Stallgefährte Daniel Ricciardo hat zu seinen drei besten Momenten 2017 gescherzt: «Baku, Baku und Baku.» Verstappen sagt auf die gleiche Frage: «Am schönsten fand ich den Sieg in Malaysia. Aber ich habe auch das Rennen in Austin genossen, als ich durchs ganze Feld pflügte. Es war ein Rennen wie ein nicht enden wollendes Qualifying, volle Kanne, die ganze Zeit. Am Ende kam ich als Dritter ins Ziel. (Max verlor den dritten Rang aber wegen seiner unerlaubten Attacke auf Kimi Räikkönen in der letzten Runde, die Red.) Der dritte schöne Moment war der Sieg in Mexiko.»

Zum neuen Red Bull Racing-Modell RB14 meint Max: «Es ist hübsch und hoffentlich schnell. Leider aber hat es auch den Halo, der ist wirklich hässlich. Wir hoffen, der 14er ist ein guter Schritt nach vorne und ein Fahrzeug, mit dem wir vom ersten Rennen an konkurrenzfähig sein können. Das wird für uns am wichtigsten sein.»

Worauf sich Max freut: «Die Reifen werden weicher, das ist gut, denn im vergangenen Jahr waren die Mischungen für meinen Geschmack zu hart. Keiner weiss, wie sich diese Walzen verhalten, hoffentlich wird Feld ein wenig durchmischt.»

Ein bestimmtes Ziel setzt sich Verstappen nicht. «An Motivation hat es mir nie gemangelt. Ich fahre immer zu einem Rennen mit dem Ziel, die bestmögliche Leistung zu zeigen. Wenn es geht, dann will ich gewinnen. Einige Strecken werden für uns besser sein, andere weniger gut.»

Über seinen Rivalen Daniel Ricciardo sagt Max: «Ich habe sein Lächeln vermisst, das ist einfach ansteckend.»

Einige Rennställe haben ihre Fahrer höflich, aber bestimmt gebeten, ein wenig Gewicht zu verlieren, um das Mehrgewicht des Halos zu kompensieren. Max hat deswegen sein Programm nicht umgestellt: «Ich stelle mein Training nicht um deswegen, weil es Vorrang hat, sich im Rennen gut zu fühlen. Aber die angepassten Regeln mit dem Halo und mehr Gewicht sind nicht gut für grössere und etwas schwerer Fahrer, und das finde ich ungerecht.»

2017 haben wir eine neue Formel 1 erhalten, «die gefällt mir gut», meint Max, «die Renner sehen aggressiver aus und sind auch schwieriger zu fahren. Doch mehr Abtrieb und breitere Reifen haben auch dazu geführt, dass das Überholen noch schwieriger geworden ist. Vielleicht sollten wir Mittel und Wege finden, weniger von der Aerodynamik abhängig zu sein. Statt dessen sollten wir den mechanischen Grip betonen.»

2018 werden die Fahrer mit drei Motoren pro Saison auskommen müssen. Max: «Wir haben im vergangenen Jahr sechs gebraucht, also wird das gleich mal halbiert. Ich hoffe, wir packen das.»

Die Stimmung bei Red Bull bezeichnet Max als «sehr gut, alle sind von der guten zweiten Saisohälfte 2017 angestachelt und hoffen, dass wir Ferrari und Mercedes in Atem halten können. Ich habe keine Erwartungen, weil ich vor dem ersten Test nicht einschätzen kann, wo wir wirklich stehen.»

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