Mercedes benachteiligt Kunden? Das sagt Williams

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1

Die Formel-1-Saison hat noch nicht begonnen, doch hinter den Kulissen wird bereits tüchtig politisiert. Aktuell sorgt eine technische Direktive des Automobilweltverbands FIA für Wirbel und Dementi.

Die Ausgangslage ist simpel: Der Automobilweltverband FIA hat unlängst in einer technischen Direktive klargestellt: «Es muss sichergestellt sein, dass alle Antriebsstränge eines Herstellers in jeder Hinsicht identisch sind. Es gibt Grund zur Annahme, dass es nicht so wäre.» Das war der Steilpass zum ersten Streit im Fahrerlager von Barcelona.

Denn schnell machte das Gerücht die Runde, Mercedes sei der Grund für diese Klarstellung seitens der FIA. Ursprung dieses Verdachts war Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner, der erklärt hatte, man solle doch bei Williams nachfragen, woher der Anstoss für die Direktive kam. Natürlich sorgte das bei Williams-Motorenpartner Mercedes für rote Köpfe.

Toto Wolff reagierte gleich und wies den aufkeimenden Verdacht, die Sternmarke würde ihre Kunden nicht mit dem gleichen Material ausstatten, das auch im Heck der Silberpfeile von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas verbaut ist, entschieden zurück. «Es gab nie einen Unterschied. Sie erhalten sogar die gleichen Kilometervorgaben wie das Werksteam», betonte der Motorsportdirektor der Silberpfeile, und fügte an, dass dies auch im Interesse des Herstellers selbst sei.

Denn somit sammelt Mercedes nicht nur mit den Antriebseinheiten im eigenen Team Erfahrungswerte. «Das bedeutet für uns eine steilere Lernkurve als verschiedene Spezifikationen zu fahren», erklärte Wolff, der nicht lange warten musste, bis auch Claire Williams reagierte. Die Teamchefin des britischen Traditionsrennstalls, der seit Beginn der neuen Turbo-Ära (2014) mit Mercedes-Power angreift, nutzte die sozialen Medien, um ihrem Motorenpartner das vollste Vertrauen auszusprechen.

«Entgegen der jüngsten Kommentare, die in der Presse gemacht wurden, weisen wir den Verdacht entschieden zurück, wir würden daran zweifeln, die baugleichen Antriebseinheiten von Mercedes zu bekommen. Wir sind überzeugt, dass unsere Motoren bezüglich Hardware und Software identisch mit den Antriebseinheiten von Mercedes und Force India sind. Unser professionelles und unser persönliches Verhältnis zu Mercedes ist exzellent und wir konzentrieren uns darauf, das gute Verhältnis fortzuführen.»

Barcelona-Test, kombinierte Zeitenliste (1. Woche)

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W09 EQ Power+, 1:19,333 (Do) Mittelhart
2. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF71H, 1:19,673 (Di) Weich
3. Stoffel Vandoorne (B), McLaren MCL33-Renault, 1:19,854 (Do) Hyperweich
4. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W09 EQ Power+, 1:19,976 (Di) Mittelhart
5. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,179 (Mo) Mittelhart
6. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-18-Ferrari, 1:20,317 (Do) Superweich
7. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,326 (Di) Mittelhart
8. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari SF71H, 1:20,506 (Mo) Weich
9. Nico Hülkenberg (D), Renault R.S.18, 1:20,547 (Mo) Weich
10. Fernando Alonso (E), McLaren MCL33-Renault, 1:20,929 (Do) Superweich
11. Carlos Sainz (E), Renault R.S.18, 1:20,940 (Do) Mittelhart
12. Lance Stroll (CDN), Williams FW41-Mercedes, 1:21,142 (Do) Weich
13. Pierre Gasly (F), Toro Rosso STR13-Honda, 1:21,318 (Di) Weich
14. Robert Kubica (PL), Williams FW41-Mercedes, 1:21,495 (Di) Weich
15. Sergey Sirotkin (RUS), Williams FW41-Mercedes, 1:21,822 (Di) Weich
16. Esteban Ocon (F), Force India VJM11-Mercedes, 1:21,841 (Di) Weich
17. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM11-Mercedes, 1:21,973 (Do) Weich
18, Brendon Hartley (NZ), Toro Rosso STR13-Honda, 1:22,371 (Mo) Weich
19. Romain Grosjean (F), Haas VF-18-Ferrari, 1:22,578 (Mo) Weich
20. Charles Leclerc (MC), Sauber C37-Ferrari, 1:22,721 (Di) Weich
21. Marcus Ericsson (S), Sauber C37-Ferrari, 1:23,408 (Mo) Weich
22. Nikita Mazepin (RU), Force India VJM11-Mercedes, 1:25,628 (Mo) Mittelhart

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