Christian Horner: Mercedes-Sorry war ziemlich bizarr

Von Andreas Reiners
Formel 1
Christian Horner

Christian Horner

Mercedes hat die Strategie bei Lewis Hamilton in Spielberg komplett vergeigt, Chefstratege James Vowles entschuldigte sich mehrfach. Bizarr, findet Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Mercedes-Chefstratege James Vowles wusste, dass er Mist gebaut hatte. Mercedes holte Lewis Hamilton beim Österreich-GP in der Virtual-Safety-Car-Phase nicht in die Box und schmiss so den Sieg weg. Vowles entschuldigte sich bei Hamilton gleich zweimal per Funk.

«Ich habe heute den Sieg weggeschmissen, aber du hast die Chance, noch weiter nach vorne zu kommen. Wir vertrauen dir, glaub mir. Es tut mir leid», sagte er unter anderem. Am Ende war es sowieso egal, da der Brite ausfiel.

Das doppelte Sorry hat bei der Konkurrenz aber für Stirnrunzeln gesorgt. «Jeder Fahrer tickt anders, und ich habe nie mit Lewis gearbeitet. Aber es ist ziemlich bizarr, wenn sich jemand vor den Bus schmeißen muss, um einen Fahrer zu motivieren, von Platz vier zurück an die Spitze zu fahren», sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Horner glaubt: «Sie haben sich so daran gewöhnt, immer ganz vorne zu sein, und jedes Rennen, wo sie nicht auf dem Podium stehen, ist ein Desaster.»

Horner weiter: «Es ist schwer, wenn man die Feinheiten anderer Teams nicht kennt, aber eine Sache muss man als Team machen: Als Team gewinnen und als Team verlieren. Deswegen machen wir eines fast nie: Über einzelne Personen im Erfolgs- oder Misserfolgsfall sprechen, denn das bringt eine unfaire Menge Druck auf diese Person.» Probleme werden im Idealfall hinter verschlossenen Türen geregelt und nicht in der Öffentlichkeit.

Horner betont aber auch, dass Mercedes diese neue Situation noch nicht kenne: «Kopf an Kopf mit der Konkurrenz durch einen ganze Saison. Und je weiter das Jahr voranschreitet, desto größer wird der Druck. Für sie ist das eine neue Erfahrung.»

Die Rolle von Red Bull Racing: «Nah genug herankommen, um noch mehr Druck auszuüben. Denn wir haben gesehen, dass Fehler passieren, wenn man Druck ausübt.» Im Moment belegen Daniel Ricciardo und Max Verstappen mit 96 und 93 Punkten die Plätze vier und fünf. Sebastian Vettel führt die Wertung nach neun von 21 Rennen mit 146 Zählern an, einen Punkt vor Hamilton.

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