Vergne: «Das ist für meinen Freund Jules Bianchi»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
 Jean-Eric Vergne

Jean-Eric Vergne

GP-Veteran Jean-Eric Vergne liess sich in New York zum vierten Formel-E-Meister der Geschichte krönen. Der Franzose widmete den Titelgewinn seinem verstorbenen Landsmann und Freund Jules Bianchi.

Jean-Eric Vergne stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als er nach seinem fünften Platz im ersten der beiden Formel-E-Finalläufe in Brooklyn den langersehnten Titelgewinn feierte. Der Franzose hatte sich – ausgerechnet am Nationalfeiertag der Grande Nation – zum vierten Meister der rein elektrischen Formelsport-Serie krönen lassen. Damit setzt er eine Tradition fort.

Denn wie der frühere Toro Rosso-Pilot waren auch alle anderen bisherigen Formel-E-Meister einst in der Formel 1 unterwegs: Den Anfang machte Nelson Piquet jr., der eineinhalb Jahre in Diensten des Renault-Teams stand, dann kam Sébastien Buemi, der wie Vergne drei Jahre lang für die Red Bull-Nachwuchsschmiede Toro Rosso Gas gegeben hat, und in der vergangenen Saison hatte sich Lucas di Grassi durchgesetzt, der die Saison 2010 für das Team Virgin Racing bestritten hat.

Vergne musste sich seinen Titel mit einer Aufholjagd vom letzten Startplatz verdienen. Der 28-Jährige hatte den vorletzten Saisonlauf wegen «überzogener Nutzung von Energie», vom letzten Startplatz in Angriff nehmen und eine Aufholjagd starten müssen, die ihn schliesslich auch an seinen Titelrivalen Sam Bird vorbeiziehen liess. Weil der Brite nur den neunten Platz erreichte, war die Titelentscheidung damit gefallen.

Nach dem Rennen gestand der strahlende Gesamtsieger: «Ich brauche etwas mehr Zeit, um das zu verarbeiten. Ich kann nur soviel sagen: Es fühlt sich gut an.» Noch könne er sich nicht ganz entspannen, schliesslich steht am heutigen Sonntag das Saisonfinale an, bei dem der Titelkampf der Team-Wertung zwischen Vergnes Team Techeetah und Abt-Audi in die letzte Runde geht.

«Am Sonntagabend, wenn alles vorbei ist, werde ich diesen Triumph in vollen Zügen geniessen können. Darauf habe ich die ganze Saison schon gewartet», ist sich Vergne sicher. Und er beteuert, dass er bei der Zielankunft erst nicht realisiert hatte, dass er der neue Formel-E-Meister ist. «Mein Ingenieur sagte mir: ‚Ich schätze, wir haben es geschafft.‘ Und ich fragte ihn, was er damit meinte. Dann überholte mich Andre Lotterer da dämmerte es mir langsam.»

«Als ich es schliesslich begriffen hatte, war ich sprachlos», gesteht der frühere GP-Star. «Ich habe das Rennen genossen, obwohl es sehr hart war. Einige Fahrer haben sich hart verteidigt, als ich vorbei wollte. Das war ein echter Kampf, nicht wie in Zürich. Diesmal waren die Gegner härter.»

Umso grösser war die Freude über den erreichten fünften Platz. Noch auf der Auslaufrunde widmete er die Titelkrone seinem Landsmann Jules Bianchi, der am 17. Juli 2015 an den Folgen seiner Verletzungen starb, die er sich bei einem Unfall im Japan-GP 2014 zugezogen hatte. «Diese Saison ist für meinen Freund Jules», erklärte Vergne am Boxenfunk.

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