Ergonomie kritisch: Toprak Razgatlioglu zu groß für die MotoGP-Yamaha?
Mit 1,85 Metern ist Toprak Razgatlioglu der größte Fahrer im Feld. Yamaha entwickelte spezielle Lösungen, die bisher nicht richtig funktionieren. Noch hat der Rookie kein gutes Gefühl für die Front.
Die Umstellung vom Superbike zur MotoGP-Yamaha bereitet Toprak Razgatlioglu weiterhin einige Schwierigkeiten. Beim
Mit 1,85 Metern ist Razgatlioglu der größte Fahrer im Feld. Das spitzte die Situation in Sachen Ergonomie zu. Razgatlioglus Yamaha wirkt deutlich gestreckter und höher als die anderen Yamahas. Um ihn möglichst tief im Motorrad zu positionieren, entwickelte Yamaha eine niedrige Sitzeinheit ohne Aero-Elemente. Mit Flügeln lässt sich ein niedriger Sitz nicht realisieren, weil dann das Reglement nicht mehr eingehalten wird. Doch ohne die Flügel auf dem Höcker ist Razgatlioglu nicht schnell genug.
«Am Ende nutzte ich den hohen Sitz, die ältere Version mit der Aero. Damit hatte ich ein besseres Gefühl. Es war damit einfacher, das Motorrad zu verzögern. Ich konnte das Heck besser kontrollieren. Auch in einigen Kurven war es unter Last besser. Morgen werde ich wohl von Beginn an mit dem alten Heck loslegen. Die Flügel sind sehr wichtig», hat Razgatlioglu gelernt.
Der vergleichsweise hohe Lenker ermöglichte ebenfalls keinen Durchbruch. «Bei den Lenkerstummeln bin ich mir noch nicht sicher. Mit den neuen Lenkerstummeln bin ich soweit zufrieden, doch in einigen Kurven ist es damit in Schräglage schwierig, weil sie zu hoch sind», grübelte der Türke.
Am Limit: Kein weiterer Spielraum beim Sitz
Bereits in der Superbike-WM bevorzugte Razgatlioglu sehr tiefe Sitze. Das führte im Rahmen des Rennwochenendes in Donington vor eineinhalb Jahren zu einer Kontroverse, als Ducati gegen den damaligen BMW-Sitz protestierte. «Für mich ist ein möglichst tiefer Sitz sehr wichtig. Das Gefühl ist sehr wichtig», betonte Razgatlioglu, der sich gleichzeitig bewusst ist, dass es nicht mehr Spielraum gibt: «Wir können den Sitz wegen dem Tank nicht noch niedriger machen.»
Neben der Ergonomie hat Razgatlioglu auch in Sachen Fahrstil noch Herausforderungen vor sich. «Ich habe heute einige kleine Dinge gelernt. Es fällt mir nach wie vor schwer, hohe Kurvengeschwindigkeiten zu fahren. Ich versuche, meinen Fahrstil zu ändern. Das ist nicht einfach, doch ich muss es machen. In einigen Kurven muss man wie in der Moto2 fahren. Das fällt mir nicht leicht, es ist sehr schwierig», gestand der türkische Ausnahmekönner.
Schrecksekunde am ersten Tag des Sepang-Tests
Das Limit der Front kündigt sich in der MotoGP nicht so gut an wie in der Superbike-WM. Die harten Fahrgestelle und die härtere Reifenkonstruktion erschwert das Feedback. «Das Heck spüre ich sehr gut. Doch am Morgen rutschte mir in Kurve 5 das Vorderrad weg. Ich verwendete den Medium-Reifen.»
«Ich zog eine schöne schwarze Linie, die richtig lang war. Ich drückte mich sehr hart mit dem Knie ab, um das Motorrad aufzurichten. Bei einem Sturz hätte ich das Motorrad komplett zerstört. Ich hatte also Glück. Kurve 5 ist ein bisschen gefährlich», beschrieb Razgatlioglu eine Schrecksekunde.
Zeiten MotoGP Sepang-Test, Tag 1:
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Marc Marquez (E)
Ducati
1:57,018 min
2.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,256 sec
3.
Maverick Vinales (E)
KTM
+0,277
4.
Alex Marquez (E)
Ducati
+0,469
5.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,506
6.
Luca Marini (I)
Honda
+0,551
7.
Joan Mir (E)
Honda
+0,675
8.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,702
9.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+0,851
10.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+1,050
11.
Johann Zarco (F)
Honda
+1,122
12.
Enea Bastianini (I)
KTM
+1,143
13.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,176
14.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,234
15.
Pedro Acosta (E)
KTM
+1,295
16.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,302
17.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+1,595
18.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+1,641
19.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+1,664
20.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,869
21.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+1,890
22.
Andrea Dovizioso (I)
Yamaha
+3,663
23.
Augusto Fernandez (E)
Yamaha
+4,036
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