Lewis Hamilton: Mental stärker als Sebastian Vettel?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton und Sebastian Vettel

Lewis Hamilton und Sebastian Vettel

​Experten wie Mika Häkkinen oder Martin Brundle weisen darauf hin: «Sebastian Vettel darf sich gegen Lewis Hamilton keine Fehler mehr leisten. Denn Hamilton fährt fast fehlerfrei.» Ist der Brite mental stärker?

Die beiden WM-Favoriten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel haben die Woche nach dem Monza-GP ganz unterschiedlich verbracht. Jetsetter Hamilton hat in Shanghai seine Modelinie vorgestellt, die er mit Tommy Hilfiger auf den Markt bringt. Familienmensch Vettel ist für die Öffentlichkeit auf Tauchstation gegangen.

Lewis Hamilton spürt Rückenwind: Der Engländer hat im Wohnzimmer von Ferrari gewonnen, so wie Sebastian Vettel im Juli in Silverstone triumphierte. Der Engländer sieht sich psychologisch im Vorteil. Tatsächlich weisen Insider wie Mika Häkkinen und Martin Brundle fast im Einklang darauf hin: «Sebastian Vettel darf sich gegen Lewis Hamilton keine weiteren Fehler leisten. Denn Hamilton fährt fast fehlerlos.»

Schon Vettel selber hatte während des Testwinters 2018 festgehalten: «Weltmeister wird jener Fahrer, der am wenigsten Fehler macht, der am konstantesten fährt und dessen Rennstall am effizientesten entwickelt.» An der Entwicklung liegt es nicht: Der Ferrari gilt als derzeit bestes Formel-1-Auto, nur macht sich das in der Zwischenbilanz nicht so bemerkbar wie sich das die Italiener vorgestellt hatten.

Klar rieb Lewis Hamilton den Gegnern die Monza-Niederlage tüchtig unter die Nase. Er sprach immer wieder davon, wie viel Energie ihm die gellenden Pfiffe schenken, der vierfache Champion stellt da ganz auf eine Jetzt-erst-recht-Haltung um. Demonstrativ nahm er am Sonntagabend auf der Start/Ziel-Geraden noch ein Bad in der Menge. Da waren die meisten Tifosi schon auf dem Nachhauseweg.

Bevor Hamilton aus Italien abreiste, sprach er von der mentalen Seite seines Jobs. Der 68fache GP-Sieger sagte: «Ich fühlte mich nicht wohl, als ich ins Rennen ging. Ich dachte: „Ich habe zwei Ferrari vor mir, wie soll ich die überholen? Wie soll ich es heute verhindern, sieben Punkte oder noch mehr zu verlieren?“ Der Druck war enorm.»

«Es fällt mir schwer zu beschreiben, wie schwierig es ist, die richtige Einstellung in solch einer Situation zu finden. Du musst kontant fahren, du darfst keine Fehler machen, du musst jedes Mal deine Leistung auf den Punkt bringen, das erfordert so viel.»

«Ich reise nicht an und führe das im Gepäck mit. Ich muss daran jeden Tag arbeiten. Besonders bei einer so langen Saison ist es nicht leicht, sich mental richtig einzustellen. Aber du klammerst dich an etwas, du weisst nicht mal genau, wo du das herholst, es ist auf magische Art und Weise irgendwo in dir drin.»

Hamilton verzichtete in seiner Medienrunde auf Schuldzuweisungen. «Die Hitze des Gefechts ist hoch, da ist viel Intensität drin. Das ist für ihn unvermeidlich und für mich auch. Es ist schwierig für Aussenstehende nachzuvollziehen, unter welchem Druck wir stehen. Und dieser Druck ist höher denn je. Es ist Druck, den du dir selber machst, aber es ist auch ein Druck, der sich aufbaut, weil so viele Menschen auf dich vertrauen.»

Mit dreissig Punkten Vorsprung könnte Lewis Hamilton einmal durchatmen. Aber der Engländer meint: «In Monza hätte es leicht andersherum laufen können, und das wissen wir. Wir haben noch sieben Rennen, es gibt sehr viele Punkte zu gewinnen. Wir werden gewiss nicht in Selbstgefälligkeit verfallen.»

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