Haas-Rennstall vor Gericht: Hoffnung wegen Mercedes

Von Adam Cooper
Formel 1
Haas gegen Renault

Haas gegen Renault

​Vertreter des Haas-Rennstalls stehen heute in Paris vor dem FIA-Berufungsgericht. Es geht um die Klärung der Frage, ob die US-Amerikaner in Monza zu Recht ausgeschlossen wurden.

Nach dem Grossen Preis von Italien durfte sich der Haas-Rennstall dank des sechsten Platzes von Romain Grosjeans über acht weitere Punkte freuen. Aber die Freude war von kurzer Dauer. Renault legte einen Protest gegen die jüngste Version des Formel-1-Renners vom Typ VF-18 ein und erhielt Recht – Grosjean wurde aus der Wertung gestrichen, Renault-Fahrer Carlos Sainz war einer jener Piloten, die dadurch nachrückten (von 9 auf 8). Damit konnte sich Renault auf jenem vierten Platz einnisten, den die Franzosen auch heute noch halten. Sonst wäre es unentschieden gewesen, 84:84.

Ausgeschlossen wurde Haas in Monza, weil sich die Amerikaner gemäss FIA-Regelhütern nicht an eine Direktive des Autoverbands gehalten und den Unterboden nicht wie vorgegeben umgebaut hatten. Das Team führte ins Feld: Die Modifikation sei aufgrund der vorgeschriebenen Sommerpause auf die Schnelle nicht möglich gewesen. Haas ging gegen das Monza-Urteil in Berufung, heute 1. November verhandelt das Berufungsgericht der FIA in Paris darüber.

Teambesitzer Gene Haas vergleicht den Fall mit der jüngsten Diskussion um das Hinterradkonzept von Mercedes. Die Weltmeister standen im Verdacht, eine Belüftung der Räder zu aerodynamischen Zwecken zu missbrauchen. Sicherheitshalber setzte Mercedes die Räder dieser Spezifikation in Amerika nicht ein und zeigte sich dann selber bei der FIA an. Die Rennkommissare in Mexiko befanden: Der Hauptzweck dieser Lösung dient der Kühlung, die Räder sind reglementskonform.

Gene Haas meint nun: «Wenn die Kommissare zum Schluss kommen, dass die Mercedes-Lösung eine vernachlässigbare Auswirkung auf die Aerodynamik hat, dann müssten sie bei unserem Unterboden zum gleichen Urteil gelangen. Mercedes ist mit dieser Lösung durchgekommen, wir wurden ausgeschlossen. Wir sagen: Die Form des Unterbodens an der monierten Stelle hat auf die Leistungsfähigkeit des Autos keinen Einfluss.»

«Diese Stelle im Reglement bietet Raum für Interpretation. Die Spezifikation ist auf Englisch beschrieben, aber es gibt keine relevante Zeichnung dazu. Ohne exakte Vorgabe ist jeder Abschnitt Auslegungssache. Wir hatten das seit Monaten unter uns Rennställen besprochen und die FIA darauf aufmerksam gemacht. Die gab dann endlich eine technische Direktive heraus. Worauf wir gesagt haben – wir brauchen ein Rennwochenende mehr, um das umzusetzen. Wir haben diese Unterbodenlösung vorher schon gefahren, andere GP-Teams taten das auch, nie ist etwas passiert. Weil die Wagen dadurch nicht schneller werden.»

Sollte Haas in Paris den sechsten Platz von Grosjean zurückbekommen, würde der Vorsprung von Renault auf die US-Amerikaner um zehn Punkte verringert, heute steht es 114:84. Gene Haas: «Ich bin nicht sicher, ob wir die restlichen zwanzig Punkte in zwei Rennen aufholen können. Aber selbst wenn wir am Ende WM-Fünfter würden, dürfen wir mit diesem Jahr sehr zufrieden sein. Wir waren 2017 WM-Achter, da ist Fünfter ein stattlicher Schritt vorwärts. Aber wir haben im zweiten Teil des Jahres ein wenig Schwung verloren, einige Male hatten wir auch Pech.»

Renault-Technikdirektor Marcin Budkowski sagt: «Das ist eine Sache zwischen der FIA und Haas. Wir sind interessierte dritte Partei. Wir haben ein Dossier zusammengestellt, um darzulegen, dass die Entscheidung der Kommissare in Italien richtig war. Wir werden in Paris anwesend sein, aber nur um uns als Zeugen zur Verfügung zu stellen, falls der Richter uns anhören möchte.»

Es ist unklar, wann die FIA das Urteil verkünden wird.

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