Pierre Gasly: «Ich bin nicht da, um Platz zu machen»

Von Agnes Carlier
Formel 1
Pierre Gasly

Pierre Gasly

Toro Rosso-Abschiedskandidat Pierre Gasly weigerte sich im Brasilien-GP, seinen weitaus flotteren Teamkollegen Brendon Hartley auf Befehl des Teams passieren zu lassen. Hinterher erklärte er, warum er nicht Platz machte.

Die Situation ist nicht neu: Weil Pierre Gasly im Brasilien-GP auf alten, mittelharten Reifen unterwegs war und hinter ihm sein Toro Rosso-Teamkollege Brendon Hartley auf sehr viel frischeren, superweichen Gummis herangeschossen kam, wurde der Franzose von der Teamleitung angewiesen, dem Neuseeländer die elfte Position zu überlassen.

Doch Gasly weigerte sich und zwang seinen Stallgefährten damit dazu, ihn zwei Runden vor dem Rennende zu überholen. Am Ende fiel er sogar noch hinter Carlos Sainz zurück und kreuzte die Ziellinie als Dreizehnter. Hartley kam auf der elften Position ins Ziel. Auf die Frage, warum er der Team-Order nicht Folge geleistet hat, erklärte der 22-Jährige: «Letztlich bin ich ein Rennfahrer, ich bin hier, um Rennen zu fahren, und nicht um Platz zu machen – vor allem nicht in einer solchen Situation.»

«Letztlich hat es nur für den 13. Platz gereicht, denn am Ende fuhr ich nur noch gemächlich, weil mir der Sprit auszugehen drohte und meine Reifen durch waren», fügte der künftige Red Bull Racing-Pilot seufzend an, und stellte noch einmal klar: «Ich finde, wenn es um Positionen geht, dann sollte man sich diese erkämpfen. Ausserdem waren meine mittelharten Reifen schon abgefahren, während er auf einem frischen Satz der superweichen Mischung unterwegs war, deshalb sagte ich: Wenn er so viel schneller ist, dann kann er mich auch überholen.»

«Aus irgendeinem Grund hat er das dann aber zehn Runden lang nicht gemacht», bemerkte Gasly spitz, und betonte noch einmal: «Danach befand ich mich in einer derart kritischen Situation, dass ich ihn zwei Runden vor Schluss durchlassen musste.»

Hartley, der zuvor schon für Gasly zur Seite gefahren ist, wunderte sich über die Weigerung seines Teamkollegen. «Ich kam sehr schnell heran und fragte, was passieren würde. Offensichtlich gibt es drei Antworten auf diese Frage: Entweder wir kämpfen, halten die Position oder er lässt mich durch. Man sagte mir, dass er mich vorbeilassen würde, und da ich auch das Auto hinter mir im Griff behalten und meine Reifen schonen musste, griff ich ihn nicht einfach an.»

«Es verstrichen vier oder fünf Gelegenheiten für einen Positionswechsel, ohne dass er mich durchgelassen hätte», erzählte der zweifache Langstreckenweltmeister. «Letztlich überholte ich ihn dann doch. In der Vergangenheit habe ich immer Platz gemacht, wenn das verlangt wurde, deshalb habe ich mein Rennen auch entsprechend angepasst. Wenn man uns gesagt hätte, dass wir gegeneinander kämpfen sollen, dann hätte ich das natürlich auch gemacht.»

Der 29-Jährige hatte dennoch nicht das Gefühl, den zehnten Rang und damit den letzten Punkteplatz verpasst zu haben, weil Gasly nicht gleich zur Seite gerückt war: «Nein, nein», lautete seine Antwort auf die entsprechende Frage. «Aber es besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass vor dir einer ausfällt. Aber was das Renntempo angeht, denke ich, dass ich von Startplatz 16 das Maximum herausgeholt habe. Force India, Haas und Sauber waren ganz klar schneller als wir. Deshalb bin ich auch so stolz auf dieses Rennen, es ist nur ärgerlich, dass wir dafür nicht mit Punkten belohnt werden.»

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