Lando Norris und die 46: Keine Valentino Rossi-Kopie

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Bei McLaren-Tests rückte Lando Norris mit Startnummer 47 aus. Viele glaubten, er würde für die Saison 2019 die 46 wählen, im MotoGP-Sport mit Valentino Rossi verbunden. Norris verzichtet. Wieso?

In der Meldeliste des Autoverbands FIA sind auch die Startnummern für die Saison 2019 verzeichnet. Bei Neulingen und Rückkehrern haben wir gemerkt: McLaren-Zögling Lando Norris hat sich für die 4 entschieden (die sich Robert Kubica krallen wollte), Antonio Giovinazzi fährt mit jener 99, die einst Adrian Sutil in der Formel 1 spazierenfuhr, George Russell hat die 63 gewählt und Robert Kubica letztlich die 88.

Englische Insider glaubten: Norris würde sich die 46 schnappen, die in der Formel 1 nur einmal verwendet wurde (von Caterham-Fahrer Will Stevens in Abu Dhabi 2014), im Motorradsport aber mit Valentino Rossi eine Einheit bildet. Im Rahmen der Präsentation des neuen McLaren-Handys hat der bekennende Rossi-Fan Lando Norris gesagt: «Ich hatte einige Möglichkeiten. Ich bin in den letzten Jahren mit der 31 gefahren, mit der 11, im Kartsport mit der 33 und der 46. Aber am Ende hat Ausschlag gegeben, was am besten aussieht, und das ist die 4. Hätte ich die Nummer 46 gewählt, hätten doch alle nur gesagt, ich würde Valentino Rossi kopieren. Ich wollte etwas Eigenständiges, und die 4 passt perfekt in mein Logo.»

Das ist allerdings die 4 auch nicht: Mit ihr ist früher Marussia-Pilot Max Chilton ausgerückt. Die 46 schnappt sich vielleicht Toro-Rosso-Neuling Alex Albon, der im Kartsport ebenfalls damit gefahren ist.

Formel 1: Die Startnummern 2019

1: verwaist
Nummer des Weltmeisters, 2018 nicht zu sehen, weil Lewis Hamilton weiter mit der 44 fährt.

3: Daniel Ricciardo
Daniel Ricciardo kam gleich aus zwei Gründen auf die 3: «Das war meine erste Startnummer im Kartsport», sagt der Australier, «zudem fand ich NASCAR-Star Dale Earnhardt immer toll, und der fuhr auch mit der 3.» Die Zahl passte: 2014 eroberte Ricciardo seine ersten GP-Siege, nämlich drei! Und er wurde WM-Dritter, so wie auch 2016.

4: Lando Norris
Der Engländer sagt, dass ihn die 4 visuell angesprochen hat, um damit in den sozialen Netzwerken zu spielen, als #L4ndo. «Sonst gibt es dazu eigentlich keine Geschichte.»

5: Sebastian Vettel
Bevor Sebastian Vettel jahrelang mit der 1 des Weltmeisters ausrückte, stand bei Red Bull Racing die 5 auf seinem Renngefährt, so wie fast zehn Jahre zuvor auf dem Kart. Also kehrte der Heppenheimer zu dieser Nummer zurück, als er zu Ferrari ging.

7: Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen gefiel einfach die 7, mit welcher er 2013 bei Lotus ausrückte. Mit Coolness und allfälligen Wortspielen mit 007 hat die Wahl nichts zu tun, selbst wenn James Bond und «Iceman» eine gemeinsame Schwäche für Vodka nachgesagt wird.

8: Romain Grosjean
Romain Grosjean meint: «Meine Frau wurde an einem 8. geboren, wir gingen ab 2008 miteinander aus, mein Sohn ist für uns das Achte Weltwunder, und ich trug die 8 in meiner bislang besten Saison, 2013.»

10: Pierre Gasly
Der Franzose aus der GP-Stadt Rouen fährt mit der 10, weil er 2013 mit dieser Nummer den Zweiliter-Formel Renault-Eurocup gewann.

11: Sergio Pérez
Auch auf dem Kart von Sergio Pérez stand einst schon die Nummer, die er heute auf seinem Formel-1-Renner trägt, die 11, «und ich mag diese Zahl so sehr, dass ich sie sogar eine Weile in meiner Email-Adresse aufführte», erzählt der Mexikaner.

16: Charles Leclerc
Der Monegasse sagt: «Eigentlich wollte ich die 7, aber die ist von Kimi Räikkönen besetzt. Auch die 10 hätte mir gefallen, aber da ist mir Pierre Gasly zuvorgekommen. Schliesslich wählte ich die 16, weil ich an einem 16. zur Welt gekommen bin und mit nichts Besseres eingefallen ist. Zudem gefällt mir die Symbolik – 1 und 6, das ergibt die 7, meine Lieblingszahl.»

18: Lance Stroll
Lance Stroll fährt nicht mit der 18, weil er als 18-Jähriger in Australien 2017 sein GP-Debüt gegeben hat. Sondern deshalb, weil er mit dieser Nummer erfolgreich in der italienischen Formel 4 und in der neuseeländischen Formel Toyota unterwegs war.

20: Kevin Magnussen
Der Däne Kevin Magnussen hat sich für die 20 entschieden, weil er mit dieser Nummer 2013 zum Meistertitel in der Formel Renault 3.5 fuhr.

26: Daniil Kvyat
Daniil Kvyat kam mühelos auf die 26., «weil ich an einem 26. April geboren worden bin. Zudem stand die 26 bei meinem allerersten Kartrennen in Russland auf dem Renner.»

27: Nico Hülkenberg
Nico Hülkenberg findet: «Die 27 ist einfach cool.» Und ob – noch heute verbinden Ferraristi sie mit dem unvergessenen Gilles Villeneuve oder mit dem französischen Lenkradvirtuosen Jean Alesi. Ach ja, und Champions wie Senna, Prost, Mansell und Jones sind auch mit der 27 gefahren.

33: Max Verstappen
Max Verstappen wollte unbedingt mit der Startnummer 33 in der Formel 1 antreten. «Schon als kleiner Junge war ich mit dieser Nummer unterwegs. Deshalb dachte ich, es wäre nett, sie auch in der Formel 1 zu behalten.» Als Beweisfotos gibt es Bilder von Verstappen im Kinderroller.

44: Lewis Hamilton
Mit der 44 gewann Lewis Hamilton 1995 die Juniorenklasse der Britischen Kartmeisterschaft. «Die 44 hat mir seither immer Glück gebracht», sagt der Engländer.

55: Carlos Sainz
Carlos Sainz hat ein wenig wie Valtteri Bottas gedacht: mit der 55 lässt es sich wunderbar spielen – Carlo55ainz lässt grüssen. Der Madrilene sagt: «Eigentlich wollte ich die 5, weil ich mit dieser Nummer immer viel Erfolg gehabt habe. Aber Sebastian Vettel hat sich diese Zahl bereits reservieren lassen. Also habe ich mich für die 55 entschieden.»

63: George Russell
Der Mercedes-Zögling fuhr schon bei seinen Formel-1-Tests im Silberpfeil mit der 63. Es ist das erste Mal, dass diese Nummer in der Formel 1 verwendet wird. Die 63 stammt aus Karting-Tagen. Er verwendet sie auch in seiner Twitter-Anschrift: @GeorgeRussell63


77: Valtteri Bottas
Valtteri Bottas fand es cool, dass die 77 so gut zu seinem Namen passt und er sich auf diese Weise Val77eri und Bo77as nennen kann. Witzig auch, dass die beiden Finnen im Feld (Bottas und Räikkönen) sich für die gleiche Zahl begeistern, denn Kimi trägt bekanntlich die 7.

88: Robert Kubica
Viele dachten, der Pole Robert Kubica würde bei seiner Formel-1-Rückkehr die 4 tragen, mit welcher er 2008 mit BMW-Sauber in Kanada gewann und WM-Vierter (4.) wurde. Falsch gedacht! Kubica hat sich für die 88 entschieden. Aber wieso? Die 8 ist zwei Mal vier, also könnten wir sagen: sie bringt doppelt so viel Glück. Die 88 ist eine Verdoppelung von 8. Zudem gilt die 8 in vielen Regionen der Welt als Glückszahl. Die 88 wurde zuvor in der Formel 1 vom Indonesier Ryo Harianto gefahren (2016 bei Manor). Kurios: Wenden wir die Flagge von Indonesien um 180 Grad, erhalten wir die Flagge von Polen!

99: Antonio Giovinazzi
Adrian Sutil wählte einst die 99 in der Formel 1, weil es keine höhere Nummer gab «und weil ich immer nach dem Maximum trachte». Mit der 99 ist Giovinazzi schon bei seinen Tests mit Ferrari gefahren, als er jedoch Anfang 2017 bei Sauber für den verletzten Pascal Wehrlein einsprang, fuhr er die 36.

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