Fahrer des Jahres 2018: So wählten die GP-Piloten

Von Mathias Brunner
Formel 1
Gruppenbild der Formel-1-Fahrer beim Saisonbeginn in Australien

Gruppenbild der Formel-1-Fahrer beim Saisonbeginn in Australien

​Unter Formel-1-Fans wird zum Schluss des Jahres jeweils kontrovers diskutiert, wer in der vergangenen GP-Saison unter die Top-Ten gehört. Eine Umfrage unter den GP-Piloten erzeugt ein verblüffendes Bild.

Wer war in der vergangenen Grand-Prix-Saison der beste Mann? Diese Frage ist schnell beantwortet: Wer eine so fehlerarme Saison hinlegt und so viele Pole-Positions und Siege herausfährt, der ist Fahrer des Jahres. Es kann 2018 nur einen geben: Lewis Hamilton.

Aber wie schaut es dahinter aus? Da gehen die Meinungen ziemlich auseinander, und wenn Fans und Fachleute ihre Top-Ten zusammenstellen, kommen wir auf zahlreiche verschieden aussehende Ranglisten. Die Formel 1 selber hat sich unter den Piloten umgehört, um die besten Zehn zusammenzustellen. Eine kluge Idee. Ich meine: Wer kann die Leistung der Grand-Prix-Fahrer besser einschätzen als die Formel-1-Piloten selber?

Vorne hat sich nichts geändert: Lewis Hamilton ist Fahrer des Jahres. Bei der Geheimabstimmung der 20 Formel-1-Piloten (nach Formel-1-Punktesystem) kommt dann aber heraus: Der zweitbeste Mann ist nicht etwa Sebastian Vettel, sondern Max Verstappen. Und Vettel ist nicht mal Dritter, sondern hinter dem unverwüstlichen Fernando Alonso Vierter.

Der Spanier ist also im Ranking seiner Kollegen acht Ränge besser platziert als im WM-Schlussklassement. Das zeigt die grosse Hochachtung, die der Weltmeister von 2005 und 2006 unter seinen Fahrerkollegen geniesst.

Aufsteiger um sieben Ränge: Charles Leclerc. In der WM ist der Sauber-Fahrer auf Rang 13 geladet, in der Fahrerwertung auf Platz 6. Ebenfalls hoch angesehen: Pierre Gasly. Wie Alonso ist auch er gemessen an der WM-Schlusswertung um acht Ränge hochgerückt – er wurde im Auto von Toro Rosso-Honda WM-15., in der Fahrerwertung aber verblüffender Siebter.

Absteiger ist Kimi Räikkönen: Der WM-Dritte wird von seinen Kollegen nur als neuntbester Fahrer eingestuft.

Hier die Top-Ten der Formel-1-Fahrer, dahinter jeweils ihre Schlussplatzierung in der Weltmeisterschaft 2018.

Fahrer des Jahres, Piloten-Wertung
1. Lewis Hamilton (GB), Weltmeister
2. Max Verstappen (NL), WM-4.
3. Fernando Alonso (E), 11.
4. Sebastian Vettel (D), 2.
5. Daniel Ricciardo (AUS), 6.
6. Charles Leclerc (MC), 13.
7. Pierre Gasly (F), 15.
8. Nico Hülkenberg (D), 7.
9. Kimi Räikkönen (FIN), 3.
10. Sergio Pérez (MEX), 8.

Aus Freude am Vergleich: Die Wertung meiner Kollegen von Autosport, welche die gleiche Frage den Formel-1-Teamchefs gestellt haben. Eine Fussnote: Typisch Ferrari, dass Maurizio Arrivabene der einzige Teamchef ist, der nicht an der Wahl teilgenommen hat. Weniger zickig waren da Toto Wolff (Mercedes), Christian Horner (Red Bull Racing), Cyril Abiteboul (Renault), Günther Steiner (Haas), Zak Brown (McLaren), Otmar Szafnauer (Force India), Fred Vasseur (Sauber), Franz Tost (Toro Rosso) und Claire Williams.

Hier die Top-Ten der Teamchefs, auch hier in Klammern zum Vergleich jeweils die WM-Schlussplatzierung der verschiedenen Piloten 2018.

Fahrer des Jahres, Teamchef-Wertung
1. Lewis Hamilton (GB), Weltmeister
2. Max Verstappen (NL), WM-4.
3. Sebastian Vettel (D), 2.
4. Fernando Alonso (E), 11.
5. Daniel Ricciardo (AUS), 6.
6. Charles Leclerc (MC), 13.
7. Kimi Räikkönen (FIN), 3.
8. Valtteri Bottas (FIN), 5.
9. Esteban Ocon (F), 12.
10. Nico Hülkenberg (D), 7.

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