Günther Steiner: «Haas muss sich grosse Ziele setzen»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Rich-Energy-CEO William Storey hat davon gesprochen, Red Bull Konkurrenz zu machen, auf und neben der Rennstrecke. Haas-Teamchef Günther Steiner: «Haas muss sich grosse Ziele setzen.»

Enthüllung der 2019er Farben von HaasF1: Die meisten Formel-1-Fans finden das Schwarz-Gold der US-Amerikaner dank Hauptsponsor Rich Energy hübsch. Als dann jedoch Rich-Energy-CEO William Storey das Wort ergriff, machte sich Verblüffung breit. Denn der Engländer erklärte vollmundig, man wolle Red Bull Konkurrenz machen, auf und neben der Strecke. «Wie soll das gehen?» fragte ein Zaungast der Präsentation von Haas beim königlichen Automobilklub in London. Haas hat noch nicht mal einen Fahrer auf ein Siegerpodest gebracht, geschweige denn einen Grand Prix gewonnen, vom WM-Titel reden wir gar nicht.

Haas-Teamchef Günther Steiner schmunzelt, wenn er die kecken Worte von Storey hört. Der 53jährige Südtiroler sagt in London: «Haas muss sich grosse Ziele setzen. Wenn du nicht in grossen Dimensionen denkst, dann erreichst du auch nichts Grosses. Was den Wettkampf neben den Rennstrecken angeht, da kenne ich mich nicht so gut aus. Aber auf der Bahn: Jeder weiss, wie stark Red Bull Racing ist. Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir hatten im vergangenen Jahr zeitweise das viertbeste Auto im Feld und sind WM-Fünfter geworden. Auf Rang 3 liegt Red Bull Racing. Also warum sollen wir nicht daran denken, denen das Leben schwer zu machen? Das müssen wir absolut versuchen. Ob wir das schaffen, weiss ich nicht. Aber ich weiss: Wenn du es nicht versuchst, dann schaffst du es bestimmt nicht.»

Auch Kevin Magnussen mag die mutige Ansage des Haas-Hauptsponsors. Der WM-Neunte von 2018 sagt: «Es ist doch fabelhaft, ehrgeizig zu sein. Wenn du nicht mit deinen Gegnern auf Konfrontation gehst, dann erreichst du nichts. Ich sehe in solch einer Absicht nichts Falsches.»

Der 26jährige Däne schränkt ein: «Ich glaube nicht, dass wir sie schon 2019 ärgern können. Aber wer kann sagen, was die Zukunft bringt? Wir stehen vor einem neuen Reglement und der Einführung einer Budget-Obergrenze, und keinem ist klar, wie sich das auswirken wird. Du musst an Erfolg glauben, um ihn wahr zu machen.»

Nochmals Günther Steiner: «Und dann ist da noch das Fragezeichen Honda. Keiner weiss, wie gut die 2019 sein werden. Ich schätze aber, dass ihnen Red Bull helfen kann, in die Gänge zu kommen. Das ist ein sehr gutes Team, das immer in der Nähe der Spitze ist. Im vergangenen Jahr hatte Honda Probleme mit der Standfestigkeit, mal sehen, wie das in der kommenden Saison läuft.»

«Was uns angeht, so wollen wir auf dem Kurs bleiben, uns zu verbessern.» Das würde gemessen an 2018 bedeuten: WM-Rang 4. Dazu müsste sich Haas vor Renault ellbögeln.

Dann haut Storey noch einen raus: «Wir haben Red Bull bereits geschlagen – wir haben ein Auto, das besser aussieht. Aber ich muss zugeben: Ich bin da ein wenig parteiisch.»

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