Romain Grosjean über Regel 2019: Richtung stimmt

Von Mathias Brunner
Formel 1

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner hat moniert: «Einen Frontflügel zu ändern und dann zu glauben, dass wir besseren Sport haben, das ist doch naiv.» Was Haas-Pilot Romain Grosjean dazu sagt.

Formel-1-Sportchef Ross Brawn will den Fans mehr Spektakel bieten. Dank einer simpleren Aerodynamik sollen die Piloten einem Gegner besser auf die Pelle rücken können. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner ist skeptisch: «Von den ganzen Änderungen im Hinblick auf eine komplett neue Formel 1 im Jahre 2021 hat sich die FIA für 2019 einige Rosinen herausgepickt.»

Um das Überholen zu erleichtern, wird der Frontflügel vereinfacht, er ist um 2,5 Zentimeter tiefer angeordnet und breiter (neu 200 Zentimeter statt wie bis anhin 180). Die seitlichen Luftleit-Elemente sind weniger hoch (nicht mehr 47,5 cm, sondern nur noch 35), dafür reichen sie 10 cm weiter nach hinten. Der Heckflügel wird 10 cm breiter (neu 105 Zentimeter), mit einer Heckflügelöffnung von 8,5 cm (statt 6,5) wird sich das «drag reduction system» (DRS) markanter auswirken. Formel-1-Sportchef Ross Brawn ist davon überzeugt, dass die geänderte Aerodynamik ein Schritt in die richtige Richtung sein wird.

Christian Horner ist anderer Ansicht: «Ich glaube nicht, dass sich durch die neue Aerodynamik etwas verändern wird. Wir erkennen anhand der Daten, dass die Fahrzeugcharakteristik in einigen Pistenbereichen anders wird. Aber was das Vermögen eines Rennautos angeht, einem anderen dichtauf zu folgen, macht die Aerodynamik keinen Unterschied, gar keinen. Sich einen Frontflügel herauszugreifen, ihn zu ändern und dann zu glauben, dass der Rennsport dadurch besser wird, das ist doch naiv – und sündhaft teuer. Und wer muss das ausbaden? Natürlich die Rennställe.»

Aber was meint ein GP-Pilot? Haas-Fahrer Romain Grosjean sagt im Rahmen der Präsentation seines schwarzgoldenen Autos in London: «Ich habe das Auto in 2019er Konfiguration vor kurzer Zeit im Simulator ausprobiert, ich werde auch in den kommenden Tagen viel Zeit im Rennsimulator verbringen. Aber ohne Test auf der echten Rennbahn ist es nicht leicht, ein schlüssiges Urteil zu fällen. Wir stehen da noch ganz am Anfang. Ich bin mir noch nicht sicher, wohin das führt.»

Bei einem anderen Punkt des Reglements ist sich der Genfer ganz sicher: «Wir haben ja neu ein Fahrer-Mindestgewicht von 80 Kilo, komplett angezogen und samt Sitz. Das bedeutet, dass die grösseren Fahrer endlich nicht mehr benachteiligt sind. Ich wog jahrelang 69 Kilo bei einer Körpergrösse von 180 Zentimetern. Endlich haben wir etwas mehr Freiheiten. Aber ich schätze, ich habe es im Winter ein wenig übertrieben, also bin ich derzeit wieder auf Diät. Nicht spindeldürr sein zu müssen, das ist für die Gesundheit viel besser, du kannst deinen Körper stärken, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich habe Muskelmasse zugelegt. Diese Regel ist ein Schritt in die richtige Richtung.»

Haas hatte 2018 zeitweise das viertschnellste Auto im Feld. Daran will Romain Grosjean 2019 anknüpfen. «Wir wollen den Schwung aus dem vergangenen Jahr in die neue Saison nehmen. Ich persönlich hatte einige schwierige Phasen, ich will konstanter gute Leistungen zeigen.»

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