GP-Fahrer starten nach Gehör: FIA hat geschlafen

Von Rob La Salle
Formel 1

​Grand-Prix-Fahrer wie Pierre Gasly oder Robert Kubica sagten nach dem WM-Auftakt: Sie hätten die Startampel in Melbourne nicht sehen können und seien nach Gehör losgefahren. Die FIA hat das Thema verschlafen.

Ich habe das von Formel-1-Piloten nach irren Regenrennen gehört, wenn vor lauter Gischt die Hand nicht vor dem Helm zu erkennen war. Da hat mir der eine oder andere Fahrer verraten, dass er seinen Gegner nicht sah, sondern nur dank seines Gehörs dessen Position erahnen konnte und entsprechend bremste oder schaltete. Gruselig. Dass jedoch unter strahlender australischer Sonne nach Gehör zu einem Grand Prix gestartet wird, das ist neu.

Und doch haben die Formel-1-Fahrer Pierre Gasly und Robert Kubica genau dies angegeben nach dem Start zum Australien-GP. Der Franzose und der Pole konnten nämlich von ihrer Position aus die Startampel nicht erkennen! Red Bull Racing-Fahrer Gasly fuhr vom 17. Platz los, Williams-Pilot Kubica vom 20. Rang. Der 34jährige Kubica meinte: «Ich konnte die Ampel wegen des Heckflügels des vor mir stehenden McLaren von Sainz nur teilweise sehen.» Immerhin musste Kubica nicht fürchten, dass ihn wegen eines schlechten Starts jemand rammen würde, war er doch Letzter. Gasly meinte: «Wegen der geänderten Heckflügel konnte ich die Ampel nicht sehen. Also bin ich halt losgefahren, als die Anderen auch losgefahren sind. Aber ich habe einige Ränge verloren.»

Schon im Testwinter hatten einige Fahrer angekündigt, dass es in verschiedenen Startaufstellungen Probleme geben könnte – die Heckflügel sind zehn Zentimeter breiter geworden, vor allem jedoch sind sie sieben Zentimeter höher, und genau das ist das Problem. Wieso die FIA-Regelhüter das vor dem Start zum Australien-GP nicht bedacht haben, ist mindestens merkwürdig. Zumal die Position der Startampel in der Formel 1 standardisiert ist. Wir reden hier also nicht von einem Melbourne-typischen Problem.

Eine mögliche Lösung für die kommenden Rennen, angefangen schon mit Bahrain: zusätzliche Startlichter auf halber Höhe der Aufstellung. Die gab es schon vor zehn Jahren, wurden aber wieder abgeschafft, als die GP-Renner niedriger angebrachte Heckflügel erhielt. Zusatz-Lichter wurden auch eingeführt, als die F1-Autos den Kopfschutz Halo erhielten, welcher teilweise die Sicht der Fahrer nach oben behindert. Diese Lichter sind auf Höhe der Startampel, aber tiefer unten montiert.

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