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Sebastian Vettel (Ferrari): «Piloten aufgeschmissen»

​Reicht der dritte Startplatz für Ferrari-Star Sebastian Vettel zum zweiten China-Sieg nach 2009? Der Heppenheimer spürt gemischte Gefühle – Zuversicht, aber gegenüber Mercedes auch Argwohn.

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Besonders auf dem Shanghai International Circuit ist die Pole-Position nicht die Hand am Siegerpokal. Das weiss auch Ferrari-Star Sebastian Vettel. Zur Ausgangslage dritter Startplatz meint der Heppenheimer: "Wir verlieren unsere Zeit in den langsamen Kurven. Jetzt könnten wir grundsätzlich sagen: Okay, Ferrari ist halt auf den Geraden schneller und in den Kurven langsamer. Aber das stimmt so auch nicht ganz, denn in gewissen Kurven läuft es recht gut. Wieso uns gerade die langsamen Kurven so beissen, das haben wir noch nicht verstanden. Nur mit den Abtriebswerten ist das nicht zu erklären. Mercedes war im Abschlusstraining sehr gut, aber ich schätze, wir haben uns fürs Rennen solide positioniert. In dieser Quali hatte Mercedes mehr Raum, um sich noch zu verbessern, als wir."

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"Zum Glück sind wir auf den Geraden schnell genug, so dass wir im Rennen vorrücken können. Aber wenn sie in den Kurven schneller sind, dann bedeutet das für uns auch, dass es schwieriger ist dran zu bleiben. Der Speed im Rennen ist bei allen drei Top-Teams gleichwertig, mal sehen, was die Strategie bringt."

Sorgen um die Motoren macht sich Sebastian nicht: "Es war letztlich kein Motorproblem an sich, das Charles Leclerc in Bahrain den Sieg gekostet hat. Er fängt ja mit der gleichen Antriebseinheit hier."

Grosser Aufreger in der Quali: Der Rückstau kurz vor Abwinken des Abschlusstrainings. Max Verstappen regte sich darüber aus, dass – aus seiner Sicht – Vettel ein Gentlemens’ Agreement gebrochen hat, wonach sich die Fahrer gegenseitig genügend Luft lassen, um noch eine schnelle Runde drehen zu können. In der Praxis sah das in China so aus, dass einigen Piloten die Zeit ausging. Seb grinst: "Tja, Max ist ja auch der Erste, der mir als Gentleman einfällt! Ich habe einfach den Bescheid bekommen, dass wir nur noch zehn Sekunden Polster haben, um überhaupt eine Runde zu starten. Die Anderen fuhren vor mir ein Mini-Rennen. Eigentlich wollte ich brav dahinter bleiben. Aber wenn ich dann am Funk höre, dass mir die Zeit ausgeht, dann gebe ich Gas. Meine Priorität liegt darin, noch eine Runde fahren zu können. Vier Autos hinter mir haben das nicht geschafft, also habe ich das nicht falsch gemacht."

"Was ich hier nicht verstehe: Haben die anderen Piloten keinen Funkspruch erhalten? Das hat ja bei gewissen Fahrern bei weitem nicht gereicht. Max hat es als Ersten erwischt, aber Andere waren noch dahinter. Die Renault-Fahrer schienen überhaupt keine Eile zu haben, und da war auch noch ein Haas-Renner. Da bist du als Pilot natürlich aufgeschmissen, wenn du vom Kommandostand keine Warnung bekommst. Insgesamt waren da einfach zu viele Autos auf zu kleinem Raum."

Zum Start meint Vettel: "Leclerc und ich orientieren uns nach vorne, der Start ist gewiss eine Chance, an einem Mercedes vorbei zu kommen. Von Charles erwarte ich keine Probleme. Es wird ein enges Rennen, so oder so. Ich glaube, dass die besten Autos im Grand Prix ungefähr gleich schnell sein werden. Wir werden jede Gelegenheit beim Schopf packen. Ich will den Mercedes im Nacken sitzen, um dann auf der Geraden zu attackieren. Aber es ist auch nicht so, dass wir einen solchen Speed-Vorteil besitzen, dass wir einfach an ihnen vorbeifahren werden. Ich erwarte auf jeden Fall ein hartes Stück Arbeit."

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