Charles Leclerc (Ferrari): Schwierig, nicht unmöglich

Von Mathias Brunner
Formel 1
Charles Leclerc

Charles Leclerc

​Die Tifosi träumen vom ersten Saisonsieg, Charles Leclerc träumt davon, auf eigenem Boden zu gewinnen. Aber Ferrari fährt hinterher. Charles: «Ein gutes Ergebnis hier ist schwierig, aber nicht unmöglich.»

Noch nie in der Geschichte des WM-Laufs von Monaco hat es einen Heimsieger gegeben. Louis Chiron gewann 1931, aber damals gab es die Formel 1 nicht. Charles Leclerc heisst der grosse Hoffnungsträger der Monegasse. Monaco – auch nach 90 Jahren jener Grand Prix, den jeder Rennfahrer gewinnen möchte. Für viele Rennfahrer ist Monaco ein Heimrennen, weil sie Wohnsitz im Fürstentum haben. Aber nur für eine Handvoll Rennfahrer ist es ein echter Heim-Grand-Prix gewesen, denn monegassische Spitzenrennfahrer sind selten.

Seit Mai 1950 gibt es die Formel-1-WM, und nie in den vergangenen 68 Jahren hat ein Monegasse sein Heimrennen gewinnen können. Louis Chiron triumphierte zwar beim Monaco-GP 1931, mit einem Bugatti. Aber da war die Formel 1 noch in weiter Ferne. An den 1979 verstorbenen Haudegen erinnert eine schöne Büste im Bereich des Schwimmbads von Monaco. 1950 wurde Chiron (nun in der Formel-1-WM) beim Heimrennen Dritter mit einem Maserati: Dies ist das beste Ergebnis eines einheimischen Fahrers im Rahmen der Formel-1-WM beim Rennklassiker in den Strassen des Fürstentums.

André Testut wird in verschiedenen Statistikwerken als Monegasse aufgeführt, wurde jedoch in Lyon geboren – und konnte sich bei seinen zwei Einsätzen in Monte Carlo ohnehin nicht fürs Rennen qualifizieren (1958 und 1959). Olivier Beretta schliesslich wurde mit dem unterlegenen Larrousse 1994 stattlicher Achter beim Heimrennen.

Charles Leclerc könnte das alles ändern: Der 21jährige Ferrari-Fahrer ist die Sensation in dieser frühen Phase der Weltmeisterschaft – Pole, beste Rennrunde und Führung in Bahrain, ein Defekt kostete ihn den sicheren Sieg, am Ende wurde der Formel-2-Champion von 2017 Dritter hinter den Silberpfeilen von Hamilton und Bottas. In Baku dominierte Leclerc das Geschehen, bis er seinen Wagen in die Mauer setzte. Im Rennen fuhr er erneut die beste Rennrunde. In einigen Rennen war er der schnellere Ferrari-Mann, die Italiener griffen mit mehr oder weniger eleganter Stallorder ein. Aber reicht das Talent von Leclerc, um in den Strassen von Monte Carlo einen Unterschied zu machen? Um Ferrari den ersten Saisonsieg zu schenken?

Leclerc nach dem ersten Trainingstag: «Auch hier bestätigt sich – der optimale Bereich zur Nutzung der Pirelli-Reifen ist ganz schmal. Im ersten Training haben wir gut gearbeitet, am Nachmittag war alles viel schwieriger. Wir müssen unbedingt konstanter werden, was die Arbeit mit den Reifen angeht.»

Im ersten Training fehlten dem Lokalhelden dreieinhalb Zehntelsekunden auf Leader Lewis Hamilton, nach dem zweiten Training tauchte Charles nur auf Rang 10 auf, 1,2 Sekunden hinter Hamilton.

Leclerc schätzt seine Situation realistisch ein: «Die Mercedes liegen vorne und zwar deutlich. Wir müssen uns auf die eigene Arbeit konzentrieren. Das Ziel besteht darin, den Vorsprung von Mercedes auf null zu bringen. Den Wagen in die erste Startreihe zu stellen, das wird schwierig, aber es ist nicht unmöglich.»

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