Irre Motor-Regeln: Honda bricht Siegel mit Absicht

Von Rob La Salle
Formel 1
Daniil Kvyat mit seinem Toro Rosso-Honda

Daniil Kvyat mit seinem Toro Rosso-Honda

​Die Regelhüter des Autoverbands FIA haben am Honda-Motor von Daniil Kvyat ein gebrochenes Siegel entdeckt. Wie sich herausstellt, haben die Japaner das aus voller Absicht und aus taktischen Gründen getan.

Gewisse Motorteile in der Formel 1 werden von den Regelhütern der FIA versiegelt. So etwa der elektrische Generator am Turbolader (MGU-H, motor generator unit heat) und der Lader selber. Vor dem GP-Wochenende in Frankreich war in den Toro-Rosso-Renner von Daniil Kvyat ein komplett neuer Motor eingebaut worden. Bei der routinemässigen Prüfung des Rennwagens haben die FIA-Techniker am Freitagabend an diesen beiden Teilen gebrochene Siegel gefunden. Gemäss Reglement muss das den zuständigen Rennkommissaren gemeldet werden.

Wie sich später herausstellte, haben die Japaner keinerlei Absicht, die neuen Teile im Wagen des Russen zu ersetzen. Der Siegelbruch bedeutet vielmehr, dass sich die Anzahl der 2019 eingesetzten Lader und MGU-H auf jeweils vier erhöht.

Zur Erinnerung: Eine moderne Antriebs-Einheit der Formel 1 ist reglementarisch in sechs Elemente aufgeteilt:
– V6-Verbrennungsmotor
– Turbolader
– MGU-H («motor generator unit – heat»; also der Generator für jene Energie, die beim Turbolader gesammelt wird)
– MGU-K («motor generator unit – kinetic»; also der Generator für die kinetische Energie, die beim Bremsen gesammelt wird)
– Batterie-Paket
– Kontroll-Elektronik

Erlaubt sind seit Anfang 2018 pro Fahrer und Saison: Drei Verbrennungsmotoren, drei MGU-H, drei Turbolader, aber nur zwei MGU-K, zwei Batterien und zwei Kontroll-Einheiten.

Gemäss Reglement setzt der Einbau einer vierten MGU-H oder eines vierten Laders eine Strafversetzung von zehn Rängen. Der Einbau einer fünften oder sechsten Einheit fordert gemäss Reglement aber nur noch fünf Strafränge. Da Daniil in Frankreich ohnehin vom Schluss des Feldes startet, weil die komplette Antriebseinheit neu ist, spielten weitere Strafen keine Rolle.

Das Beispiel Daniil Kvyat zeigt nicht nur, wie überreguliert das Motorreglement der Formel 1 ist, sondern auch, welche Kniffe die Hersteller anwenden müssen, um mit möglichst geringen Strafen davonzukommen.

Formel-1-Sportchef Ross Brawn hat das Problem erkannt: «Wir müssen in Zukunft ein Reglement verfassen, das entrümpelt wird.» Bis 2021 jedoch wird sich nichts ändern.


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