Schlanker, schneller, begehrlicher: Porsche stellt sich neu auf
Die Porsche AG forciert in den aktuellen Krisenzeiten die Weiterentwicklung der Produktstrategie, verschlankt die Führungsstruktur und senkt Kosten in allen Bereichen.
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Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG schaltet bei der 2025 begonnenen Neuausrichtung des Unternehmens und des Produktportfolios in den nächsten Gang. Dabei drückt der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Leiters aufs Tempo: «Seit meinem Amtsantritt hat unser Führungsteam die Lage systematisch analysiert und eine Reihe erster gezielter Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehören die konsequente Anwendung unseres Prinzips «Value over Volume» insbesondere im schwierigen Marktumfeld China und der qualitätsorientierte Hochlauf der Produktion des vollelektrischen Cayenne. Wir werden unsere Führungsstruktur verschlanken, Hierarchien abbauen und die Bürokratie reduzieren. Auch die stärkere Fokussierung auf unser Kerngeschäft sind wir bereits angegangen.» Grundsätzlich betonte Michael Leiters bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart: «Wir nutzen die aktuellen Herausforderungen als Chance, um noch entschlossener zu handeln. Wir werden Porsche umfassend neu aufstellen, das Unternehmen schlanker, schneller und die Produkte noch begehrlicher machen.»
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Seine eigenen Erwartungen an das Unternehmen brachte Leiters deutlich zum Ausdruck: «Der Name Dr. Ing. h.c. F. Porsche steht für die technische Exzellenz einer Sportwagenschmiede. Wir stehen für kompromisslos gute Sportwagen, die man selbst fahren will. Und all das unabhängig von der Antriebsart.» 70 Tage nach seinem Amtsantritt im Januar skizzierte Leiters erste konkrete Eckpunkte seiner Strategie 2035: «Wir denken über eine Ausweitung unseres Produkt-Portfolios nach, um in margenstärkeren Segmenten zu wachsen. Dabei untersuchen wir Modelle und Derivate sowohl oberhalb unserer heutigen zweitürigen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne.» Mit Blick auf den Kapitalmarkt ergänzte er: «Mit der Strategie 2035 wollen wir die Grundlage schaffen für nachhaltig starken Cashflow, starke Ergebnisse und Porsche-adäquate Margen.» 2025 feierten zwei Top-Derivate Weltpremiere: Im September präsentierte Porsche den neuen 911 Turbo S. Ein innovativer Bi-Turbo-Antriebsstrang mit T-Hybrid-Technologie macht das Spitzenmodell der Baureihe zum stärksten Serien-Elfer aller Zeiten. Im November feierte der vollelektrische Cayenne Weltpremiere. Er setzt neue Maßstäbe im SUV-Segment und ist der stärkste jemals gebaute Serien-Porsche. Der neue Cayenne Electric ergänzt das bestehende Angebot an Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Modellen in der Modellreihe und unterstreicht, dass Porsche weiterhin auf einen Mix der Antriebsarten setzt. Auch 2026 wird Porsche neue emotionale Derivate präsentieren, mit der die Sportwagenschmiede ihre weltweiten Kunden und Fans begeistern will.
Herausforderndes Geschäftsjahr mit Sonderaufwendungen Das Geschäftsjahr 2025 war herausfordernd. Der Konzernumsatz reduzierte sich 2025 auf 36,27 Milliarden Euro (2024: 40,08 Milliarden Euro). Das Operative Konzernergebnis sank von 5,64 Milliarden Euro auf 413 Millionen Euro. Grund hierfür waren unter anderem außerordentliche Aufwendungen in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro. Diese setzen sich zusammen aus der Neuausrichtung der Produktstrategie und der Reskalierung des Unternehmens (rund 2,4 Milliarden Euro), zusätzlichen Aufwendungen aus Batterieaktivitäten (rund 700 Millionen Euro) und den US-Zöllen (rund 700 Millionen Euro).
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Die Operative Konzernumsatzrendite lag bei 1,1 % (2024: 14,1 %) und damit innerhalb der letzten angepassten Prognose. Die EBITDA-Marge Automobile reduzierte sich auf 13,3 % (2024: 22,7 %). Damit befand sie sich oberhalb der letzten angepassten Prognose. «Porsche hatte 2025 weltweit mit enormen Herausforderungen zu kämpfen», berichtete Dr. Jochen Breckner, Vorstand für Finanzen und IT. «Die globalen Herausforderungen und die Neuausrichtung des Unternehmens haben das Ergebnis 2025 belastet. Auch 2026 werden unsere Maßnahmen zur Rekalibrierung einmalige Ergebniseffekte in hoher dreistelliger Millionenhöhe haben. Um mittelfristig Porsche-adäquate Margen zu sichern und langfristig unsere Resilienz zu stärken, nehmen wir diese Belastungen in Kauf.»
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Dividende aufgrund Belastungen angepasst Der Netto Cashflow für das Segment Automobile notierte bei 1,51 Milliarden Euro (2024: 3,73 Milliarden Euro). Die daraus folgende Netto-Cashflow-Marge Automobile von 4,7 % (2024: 10,2 %) lag innerhalb der angepassten Bandbreite. Der Anteil rein batteriebetriebener Elektrofahrzeuge (BEV-Anteil Automobile) lag mit 22,2 % (2024: 12,7 %) oberhalb des ursprünglich erwarteten Korridors. Die Auslieferungen an Kunden entwickelten sich im Geschäftsjahr 2025 rückläufig. Insgesamt lieferte der Sportwagenhersteller 279.449 Fahrzeuge aus. Das waren 10,1 % weniger als im Vorjahr (2024: 310.718 Fahrzeuge). Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen ist Porsche finanziell robust aufgestellt: Eine hohe Nettoliquidität und eine gesunde Bilanz verleihen dem Unternehmen Flexibilität und Resilienz. Prognose für 2026 Das Ergebnis je Stammaktie belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 0,47 Euro, das Ergebnis je Vorzugsaktie auf 0,48 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung der Porsche AG eine Dividende in Höhe von 1,00 Euro je Stammaktie sowie 1,01 Euro je Vorzugsaktie vor. Aufgrund der außergewöhnlichen Belastungen des Jahres 2025 wird die Dividende im Vergleich zum Vorjahr somit signifikant reduziert, liegt aber deutlich über der ursprünglichen Guideline von 50 Prozent.
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Für die Prognose des Geschäftsjahres 2026 geht die Porsche AG erneut von sehr herausfordernden Marktbedingungen aus. Etwa in China, wo das Luxussegment weiter unter Druck ist und der intensive Preiswettbewerb insbesondere bei vollelektrischen Modellen unverändert durchschlägt. Zudem erwartet Porsche, dass die geopolitischen Unsicherheiten sowie die Zollpolitik der USA bestehen bleiben. Potenzielle Auswirkungen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten sind jedoch nicht berücksichtigt. Basierend auf diesen Annahmen sowie zusätzlichen Sondereffekten im Berichtsjahr erwartet Porsche für das Geschäftsjahr 2026 eine höhere Operative Konzernumsatzrendite in einer Bandbreite von 5,5 bis 7,5 %. In dieser Prognose sind angenommene Umsatzerlöse im Korridor von rund 35 bis 36 Milliarden Euro enthalten. Für die Netto-Cashflow-Marge im Segment Automobile rechnet Porsche ebenfalls mit einem höheren Wert zwischen 3 und 5 %.
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