Martin Donnelly: Angst um das Bein, Schumacher hilft

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Die Gefahr bleibt, dass dem früheren GP-Fahrer Martin Donnelly das rechte Bein amputiert werden muss. Freunde und Fans haben mehr als 50.000 Pfund (57.000 Euro) gesammelt, auch Ralf Schumacher spendete.

Der frühere Formel-1-Fahrer Martin Donnelly liegt weiter im Krankenhaus. Der 55-Jährige aus der nordirischen Hauptstadt Belfast muss noch immer mit dem Gedanken leben, dass er sein rechtes Bein verlieren könnte. Bei einer Mopedfahrt durch Irland wollte der frühere Lotus-Pilot Geld für den «Teenage Cancer Trust» sammeln, eine Stiftung, die sich um krebskranke Jugendliche und Erwachsene im Alter zwischen 13 und 24 Jahren kümmert. Bei dieser Ausfahrt kam Donnelly zu Fall und wurde von einem anderen Fahrer überrollt. Das bei seinem üblen Formel-1-Unfall in Jerez 1990 mehrfach gebrochene rechte Bein wurde erneut schwer verletzt. Dazu hat sich Donnelly eine Infektion zugezogen.

Die zweitgrösste Sorge ist vorderhand vom Tisch: Sein Freund Jonathan Lewis hatte auf der Plattform www.gofundme.com begonnen, für Donnelly Geld zu sammeln: «Martin ist durch den Rennsport nie reich geworden. Donnelly wird gewiss drei Monate lang nicht arbeiten können, wenn er überhaupt wieder auf die Beine kommt. Er hat keine Ersparnisse. Jeder Penny wird dafür verwendet, um Spitalkosten zu begleichen und Martins Lebenskosten zu tragen, während er nicht arbeiten kann. Wahrscheinlich wird er mich für diese Aktion umbringen, denn er hat seinen Stolz, aber das ist ein Notfall, und Martin Donnelly braucht unsere Hilfe.»

Freunde, Fans und Angehörige der Motorsportgemeinde reagierten: Am Sonntagmorgen des britischen Grand Prix war das Ziel von 50.000 Pfund erreicht, der Spendenstand vor 9.00 Uhr – 51.039 Pfund (rund 57.000 Euro).

Unter den vielen Menschen, die Donnelly zu Hilfe geeilt sind, fanden wir Toto und Susie Wolff, Ralf Schumacher, Tavo Hellmund (der Mann, der den USA-GP nach Austin gebracht hat), frühere Renngefährten wie Tommy Byrne oder Mario Haberfeld oder Classic Team Lotus, für die Donnelly oft gefahren ist.

In einem Lotus kam Donnelly auch zu tragischer Berühmtheit, als er in der Qualifikation 1990 auf der Rennstrecke von Jerez mit seinem Lotus von der Strecke abkam, in der Streckenbegrenzung einschlug und mitsamt seines Sitzes aus dem Fahrzeug geschleudert wurde. Superstar Ayrton Senna war einer der Ersten, die ihm halfen. Der Mann aus Belfast überlebte wie durch ein Wunder und fuhr sogar wieder Rennen, aber die grosse Rennkarriere war vorbei.

Jonathan Lewis schreibt: «Martin hat mich gebeten, allen Menschen seinen Dank auszusprechen. Er und ich empfinden tiefe Demut, wie bereitwillig man uns zur Seite geeilt ist. Die Beininfektion ist hässlich, Martin erhält viel Morphium. Das Bein ist stark angeschwollen, so dass derzeit kein Gips angepasst werden kann. Martin ist komplett baff, wie viel Verständnis und Liebe ihm entgegengebracht wird, das ist für ihn in dieser schwierigen Phase eine grosse moralische Stütze.»

Mehr über die Aktion finden Sie hier:

https://www.gofundme.com/f/martin-donnelly


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