Ferrari: So krempelt Mattia Binotto das Team um

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mattia Binotto (Zweiter von rechts)

Mattia Binotto (Zweiter von rechts)

​Ferrari-Teamchef Mattia Binotto will seinen Rennstall besser aufstellen, um Dauer-Weltmeister Mercedes-Benz zu entthronen. Wie der selbst ernannte Dirigent jetzt den Rennstall umkrepelt.

Im vergangenen April spottete der langjährige Formel-1-Teamchef Flavio Briatore über den mangelnden Speed von Ferrari: «Das ist doch nichts Neues, das ist seit acht Jahren so. Mattia Binotto ist ein grossartiger Technikchef. Aber dann ist er auch zum Teamchef gemacht worden, und so wird riskiert, dass der gute Cheftechniker eben verloren geht.»

Briatore weiter: «Binotto hat als technischer Leiter hervorragende Arbeit geleistet. Ferrari hatte 2018 ein vorzügliches Rennauto, wirklich sehr schnell. Hätte man die Fahrer ein wenig anders geführt, hätte damit der Titel eingefahren werden müssen. Wir werden sehen, wie sich Binotto als Teamchef macht. Was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, das ist eine Doppelrolle als technischer Leiter und als Teamchef. Also müssen wir mal sehen, wer ihn als Technikchef ersetzt.»

Die Antwort kam bald: gar nicht. Der Posten des technischen Direktors wurde einfach nicht neu besetzt, als Binotto zum Teamchef befördert wurde. Mattia sagte Ende Mai: «Viele von uns haben erst kürzlich eine neue Rolle erhalten. So gesehen sind wir ein ziemlich junges Team. Das hat zweifelsohne seine Vorteile, denn dadurch bekommt man frische Ideen, kurbelt vielleicht die Kreativität an und bleibt beim Entwickeln dynamisch. Gleichzeitig muss die Organisation geprüft werden. Wir müssen mehr Erfahrung sammeln und sicherstellen, dass wir als Team weiter zusammenwachsen.»

«Zum Glück habe ich ein fabelhaftes Team, das macht meine Aufgabe viel einfacher. Meine Rolle definiere ich so: Alle Mitarbeiter sollen sich derart gut entfalten können, dass ihre gemeinsame Arbeit uns zum Weltmeistertitel führt Die Rollen müssen klar verteilt sein im ganzen Team, angefangen bei den Piloten. Ich vergleiche das oft mit einem Dirigenten, ich sehe mich ein wenig in dieser Rolle. Es liegt gewissermassen an mir, aus den Ferrari-Musikern das Beste zu holen. Ich baue das Auto nicht selber, ich bin der Koordinator. Sehr wenig bei uns hat sich geändert, es sind immer noch die gleichen, tollen Solisten. Ich bin ein Freund von Kontinuität. Daher sind die wichtigsten Posten unverändert geblieben.»

Aber ein schwieriger Frühling machte Binotto klar: Es muss sich etwas ändern. Seine bisherige Rolle ist aufgeteilt worden – auf drei Fachkräfte, die ihm direkt unterstehen. Das sind Enrico Cardile (Fahrwerk), David Sanchez (Aerodynamik) und Corrado Iotti (Motor), auch wenn das seitens Ferrari nie bestätigt worden ist. Simone Resta, der am 1. August zu Ferrari zurückkehrt, wird sich dann ums 2021er Auto kümmern. Bislang nicht besetzt ist die Stelle des Chef-Designers.

Binotto meint: «Seit ich zum Teamchef ernannt wurde, haben wir uns intern etwas reorganisiert, denn ich muss speziell auf der technischen Seite unterstützt werden. Es ist nicht mehr das gleiche Team und es stimmt nicht ganz, dass ich eine Doppelrolle besetze.»

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