Max Verstappen (Red Bull Racing-Honda/2.): Reifen tot

Von Mathias Brunner
Verstappen gegen Hamilton – es reichte nicht

Verstappen gegen Hamilton – es reichte nicht

​Der Niederländer Max Verstappen wehrte sich wie ein Löwe gegen Weltmeister Lewis Hamilton, aber letztlich war nichts zu machen. «Meine Reifen waren am Ende tot», so der Red Bull Racing-Honda-Fahrer.

In diesem packenden Grossen Preis von Ungarn gab es für Max Verstappen zwei entscheidende Momente. In Runde 39 warf sich Lewis Hamilton auf den führenden Max, war eigentlich schon vorbei, geriet dann aber neben die Bahn, so lag Verstappen wieder vorne. Danach erhielt der Brite die Anweisung, den Druck auf Max aufrecht zu erhalten. «Ich kann nicht schneller fahren», schnaufte Hamilton am Funk, er kämpfte mit schwächelnden Bremsen.

Dann der Geniestreich von Mercedes-Benz: Hamilton wurde am Ende der 48 Runde für frische, mittelharte Reifen hereingeholt. Sofort meldete sich Hamilton am Funk und hinterfragte die Reifenwahl. «Ich weiss nicht, ob das richtig war, Leute.» Ironischerweise beklagte sich Verstappen zur gleichen Zeit bei seiner Truppe: «Wir hätten auch reinkommen sollen!»

Aber bei Red Bull Racing war klar: Wenn das getan worden wäre, so wäre Max hinter seinem Rivalen auf die Bahn zurückgekommen. Einzige Lösung für Max: Die Reifen wie rohe Eier ins Ziel tragen.

Verstappen fuhr so schnell, wie es seine Reifen erlaubten, aber letztlich war er wie ein Boxer, der mit einer Hand auf den Rücken gebunden in den Ring steigen muss. Fünf Runden vor Schluss meldete sich der Sieger von Österreich und Deutschland am Funk: «Diese Reifen sind tot.» Drei Runden danach ging Hamilton vorbei, Verstappen tat nichts Dummes, er wusste, dass er keine Chance hatte. Kurz darauf holte sich Max frische weiche Reifen ab, um sich noch den Zusatzpunkt für die beste Rennrunde zu schnappen – was ihm prompt gelang.

Während der Auslaufrunde meldete sich Verstappens Renningenieur Gianpiero Lambiase am Funk: «Max, sie sind auf Risiko gegangen, und es hat sich bezahlt gemacht. Du bist toll gefahren.» Der Niederländer antwortete gefasst: «Platz 2 ist noch immer ein tolles Ergebnis, wir haben üppig gepunktet.»

Nachdem Verstappen seinen Helm vom Kopf gezogen hatte, erzählte er: «Letztlich waren wir heute einfach nicht schnell genug. Ich habe alles getan, um die Reifen am Leben zu erhalten, aber es hat nicht gereicht. Wir haben hier in Ungarn eine Pole-Position erobert und dann einen zweiten Platz herausgefahren, das ist ein gutes Wochenende für uns.»

Ein sehr gutes sogar: Denn weil Valtteri Bottas nach dem Start zunächst von Hamilton überrumpelt wurde und dann beim Duell mit Ferrari-Fahrer Charles Leclerc einen beschädigten Frontflügel erlitt, kam der Finne nur auf Rang 8 ins Ziel. Das bedeute in der Fahrer-WM: Hamilton kommt nach zwölf Rennen auf 250 Punkte, dahinter jedoch ist der Vorsprung von Bottas auf Max Verstappen zusammengeschmolzen – 188 Zähler für Valtteri, 181 für Max.

Verstappen weiter: «Gratulation an Lewis, er hat mich ziemlich auf Trab gehalten, das hat Spass gemacht! Wir haben heute nicht gewonnen, aber wir dürfen auf unsere Leistung stolz sein. Wir haben eine Einstoppstrategie versucht, unsere Gegner haben eine Chance erkannt, sie beim Schopf gepackt, und das hat geklappt.»

Zwischendurch ahnte Verstappen, dass ihm die Felle davonschwimmen. In Runde 45 schon sagte er am Funk: «Ihr müsst mir mehr Leistung geben.» Antwort vom Kommandostand: «Du hast schon volle Leistung.» So ganz stimmte das nicht. In den letzten Runden durfte Verstappen einen Knopf drücken, der normalerweise zum Attackieren verwendet wird und kurzfristig mehr Leistung freisetzt. Aber gegen den unwiderstehlich aufrückenden Hamilton war das nicht genug.

Noch bevor Hamilton frische Reifen holte, stellte Ex-GP-Fahrer Martin Brundle fest: «Hamilton kann sein Auto auf der Bahn besser platzieren als Verstappen. Der Mercedes scheint an diesem Tag das schnellere Rennauto zu sein.»

Zehn Runden vor Schluss atmete Verstappen am Funk schwer: «Ich versuch hier wirklich alles.» Aber es reichte nicht.

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