Mattia Binotto (Ferrari) in Tränen: «Ich bin gerührt»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mattia Binotto

Mattia Binotto

​Ferrari hat in Monza erstmals nach neun Jahren wieder den Sieg beim Heimrennen erringen können. Nach dem Sieg von Charles Leclerc sagt Teamchef Mattia Binotto unter Tränen: «Ich bin gerührt.»

Endlich hat es geklappt mit dem Ferrari-Sieg vor den treuen Tifosi, erstmals seit 2010 und Fernando Alonso: Charles Leclerc hat in Monza nicht nur dem Druck von Lewis Hamilton standgehalten, er hat sich auch gegen Valtteri Bottas erfolgreich verteidigt. Ergebnis: Zweiter Saisonsieg für Charles Leclerc, zweiter Sieg in Folge, nur eine Woche nach seinem Triumph in Spa-Francorchamps.

Beide Siege sind überaus emotional: Die Motorsportgemeinde stand in den Ardennen nach dem tödlichen Unfall von Anthoine Hubert und den schweren Verletzungen von Juan Manuel Correa unter Schock. Hier in Monza war die Stimmung weniger gedrückt, dafür erzeugten die Ferrari-Fans einen ganz anderen Druck. Charles Leclerc: «Natürlich hast du spüren können, dass sie von uns einen Sieg sehen wollen.»

Und dann hat Leclerc den Tifosi diesen Sieg geschenkt. Im Fahrerlager ein Anblick, den wir selten sehen: Ein in Tränen aufgelöster Teamchef – Mattia Binotto.

Der Italiener sagt: «Leclerc war heute mutig wie in Löwe, und als ich unter dem Siegerpodest stand und die italienische Hymne angestimmt wurde, da konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Wir haben in Monza so lange darauf warten müssen.»

«Ist in Monza ein Stern am Rennhimmel aufgegangen?» will ein etwas überenthusiastischer italienischer TV-Kollege wissen. Binotto erlaubt sich ein Schmunzeln: «War das nicht längst passiert? Nein, ernsthaft, es ist noch etwas früh für solche Einschätzungen. Aber wir sehen, wie er sich fast von Rennen zu Rennen entwickelt. Und er hat längst gezeigt, wie viel er für Ferrari wert ist. Wir haben in seiner Karriere investiert, und er vertraut uns. In Zukunft wollen wir zusammen Grosses erreichen.»

Der Schlüssel zum Sieg war für Binotto nicht die robuste Fahrweise von Leclerc oder die mentale Stärke von Charles. «Natürlich ist das alles auch wichtig gewesen, aber elementar war heute die Reifenwahl. Wir haben uns dazu entschieden, beim Wechsel auf die harte Mischung zu gehen, während Mercedes auf die mittelharten Pirelli gesetzt hat. Uns war klar, dass sich Leclerc bis ins Ziel mit allem verteidigen muss, was er zu bieten hat, und wir waren einfach davon überzeugt, dass er mit langlebigeren Reifen die besseren Chancen haben würde. Und genau so ist es gekommen. Das war eine strategisch mutige Entscheidung, und ich bin sehr glücklich, dass dieser Mut belohnt worden ist.»


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