Charles Leclerc (Ferrari): «Künftig halte ich Klappe»

Von Mathias Brunner
Charles Leclerc und Sebastian Vettel nach dem Singapur-GP

Charles Leclerc und Sebastian Vettel nach dem Singapur-GP

​Charles Leclerc hat sich in Singapur am Funk wiederholt über die Taktik von Ferrari beklagt. In Sotschi klingt das schon ganz anders. Hier sagt der Monegasse: «Künftig halte ich die Klappe.»

Im Grand Prix von Singapur sah sich Charles Leclerc um seinen dritten Sieg in Folge geprellt. Was sich in zahlreichen, aufmüpfigen Funksprüchen bemerkbar machte. Als ihm gesagt wurde, er solle konzentriert bleiben, gab er patzig zurück: «Ich bin konzentriert, keine Sorge. Ich wollte nur, dass ihr wisst, wie ich mich fühle. Ich verstehe dieses Unterschneiden nicht, aber wir reden dann später.»

Die entscheidende Szene in diesem Rennen kam am Ende der 19. Runde: Sebastian Vettel holte sich frische Reifen ab. Vettel lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang 3 hinter Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Hamilton blieb dann länger auf der Bahn. Leclerc kam eine Runde nach Seb zur Box, lag aber danach hinter seinem Stallgefährten. Hamilton fiel später hinter beide Ferrari zurück.

Später forderte Leclerc am Funk die schärfste Motoreinstellung, das wurde ihm verweigert. «Wir müssen an die Lebensdauer des Motors denken.» Leclerc gab zurück: «Keine Sorge, ich werde schon keine Dummheit machen.»

Wenige Tage später, hier in Sotschi, macht Leclerc einen überaus kleinlauten Eindruck. Sein Auftreten könnte beinahe den Eindruck erwecken, Ferrari-Teamchef Mattia Binotto habe dem 21-Jährigen vor Augen geführt, was Sebastian Vettel so formuliert hat: «Niemand ist grösser als das Team, und vor allem ist niemand grösser als Ferrari. Das ist nicht mal Michael Schumacher, und der ist sehr gross.»

So gross Schumi ist, so klein ist Leclerc hier in Sotschi. Der Monegasse sagt über sich selber: «Meine Reaktion am Funk war übertrieben. Sie zeigt, dass ich noch sehr viel zu lernen habe. Wenn ich auf diese Momente zurückblicke, dann muss ich sagen – es gab keine Notwendigkeit für solche Äusserungen. Das Team hat das schon richtig gemacht, wir haben einen Doppelsieg herausgefahren.»

«So etwas wird nicht mehr vorkommen. Aber im Auto ist das immer schwierig, da fliesst viel Adrenalin. Ich wache am Morgen auf und denke daran, wie ich ein Rennen gewinnen kann, und ich gehe am Abend ins Bett und denke daran, wie ich ein Rennen gewinnen kann. Wenn die diese Möglichkeit dann durch die Finger rinnt, dann ist das hart.»

«Ich muss mich besser unter Kontrolle haben. Künftig halte ich einfach die Klappe. Ich habe in Singapur gelernt – es bringt nichts, am Funk so emotional zu sein. Das macht alles nur komplizierter. Im Mittelpunkt muss das Ergebnis des Teams stehen. Wir sind in Singapur auf den ersten beiden Rängen ins Ziel gekommen, und das macht mich glücklich.»


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