Training Sotschi: Charles Leclerc mit erster Bestzeit

Von Andreas Reiners
Charles Leclerc

Charles Leclerc

Das erste Training vor dem Russland-GP ist absolviert: Ferrari gibt mit Charles Leclerc erst einmal das Tempo vor, dicht gefolgt von Max Verstappen.

Setzt Ferrari die Erfolgsserie auch in Russland fort? Nach drei Siegen in Folge gelang zumindest der Start in das 16. Rennwochenende der Saison in Sotschi.

Charles Leclerc setzte im ersten freien Training am Freitagvormittag in 1:34,462 Minuten die erste Bestzeit. Direkt hinter dem Monegassen: Max Verstappen im Red Bull, der Niederländer war auf seiner schnellsten Runde nur 0,082 Sekunden langsamer als Leclerc.

Sebastian Vettel, der zuletzt in Singapur seinen ersten Sieg nach 392 Tagen feierte, landete in 1:35,005 Minuten auf Platz drei, war also schon mehr als eine halbe Sekunde langsamer als sein Teamkollege.

Und Mercedes? Valtteri Bottas und Lewis Hamilton reihten sich auf den Rängen vier und fünf ein, das Silberpfeil-Duo fuhr die Zeiten allerdings auf den etwas härteren Medium-Reifen, die restlichen Fahrer waren auf Soft unterwegs.

Bottas und Hamilton hatten 0,7 und 0,9 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Umgerechnet liegen Ferrari und Mercedes also in etwa auf einem Niveau.

Auf Platz sechs lag Verstappens Red-Bull-Teamkollege Alex Albon, der eine Sekunde Rückstand hatte. Dahinter: Nico Hülkenberg vor seinem Renault-Teamkollegen Daniel Ricciardo.

Der Australier rauschte mit seiner letzten Aktion übrigens in die Streckenbegrenzung und beschädigte sich seinen Heckflügel.

Leclerc kleinlaut

Bei Ferrari ist übrigens rechtzeitig zum Russland-GP alles ausgeräumt. Leise Misstöne gab es zuletzt in Singapur trotz des Doppelsiegs durch Leclerc, der seinen Unmut über die Strategie vor allem am Funk kundgetan hatte.

Gab es eine Ansage? Leclerc macht in Russland zumindest einen überaus kleinlauten Eindruck. Der Monegasse sagt über sich selber: «Meine Reaktion am Funk war übertrieben. Sie zeigt, dass ich noch sehr viel zu lernen habe. Wenn ich auf diese Momente zurückblicke, dann muss ich sagen – es gab keine Notwendigkeit für solche Äußerungen. Das Team hat das schon richtig gemacht, wir haben einen Doppelsieg herausgefahren.»

In Russland will Ferrari nachlegen. Doch Sotschi ist seit dem ersten Rennen hier 2014 fest in Mercedes-Hand: Fünf Rennen, fünf Siege. Und sie haben vier von fünf Pole-Positions errungen.

Die Roten ließen es beim ersten Training am Freitagvormittag aber relativ ruhig angehen, gingen wie Mercedes auch erst nach knapp einer halben Stunde auf die Strecke.

Kurz danach der erste «Zwischenfall»: Daniil Kvyat musste seinen Toro Rosso abstellen, der Russe beklagte einen Leistungsverlust, es gab bei seinem Boliden ein Problem mit der Benzinzufuhr.

Kvyat muss zurück

Honda Racing F1 bestätigte vor dem Grand-Prix-Wochenende, dass alle vier Red-Bull-Fahrer strafversetzt werden müssen, also auch Kvyat. «Vor dem Hintergrund unserer Einteilung der Antriebs-Einheiten für den Rest der Saison haben wir uns dazu entschlossen – alle Fahrer erhalten einen frischen Motor der Spezifikation 4.»

Da Daniil Kvyat schon zu einem früheren Zeitpunkt einen neuen Motor erhielt, fällt er aus dem normalen Rhythmus: Ausgerechnet zu seinem Heimrennen muss im Auto des Russen alles bis auf die Batterie ersetzt werden. Damit startet er aus heutiger Sicht am Schluss des Feldes.

Nach der Hälfte der Session hatte Mercedes die Führung übernommen, Hamilton führte vor Bottas, Leclerc und Vettel. 0,6 Sekunden trennten Hamilton und Vettel zu dem Zeitpunkt.

Später legten Vettel und Leclerc nach, der Monegasse kam deutlich unter die 1:35. Aber: Beide Ferraris waren auf der weichen Mischung unterwegs, die Mercedes auf Medium. An den Zeiten änderte sich dann auch nichts mehr. Lediglich Verstappen konnte mit einer starken Runde in die Spitzengruppe vorstoßen.

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