Toto Wolff über Ferrari: «Hoffentlich ein Ausreisser»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ferrari steht unter Beobachtung

Ferrari steht unter Beobachtung

​Monza, Singapur, Sotschi, drei grundverschiedene Rennstrecken, drei Mal Pole-Position für Ferrari, drei Mal waren die roten Renner siegfähig. Mercedes-Teamchef Toto Wolff macht sich Sorgen.

Ferrari hat den Spagat geschafft: Die Italiener haben alle Qualitäten ihres bärenstarken Motors und eines windschlüpfigen Autos behalten, das neue Aero-Paket für Singapur hat aber so viel Abtrieb gebracht, dass die Roten nun auf jeder Art Rennstrecke konkurrenzfähig sind. Das haben die vergangenen drei GP-Wochenenden gezeigt – Monza, Singapur, Sotschi, drei Mal Pole-Position für den Monegassen Charles Leclerc, Siege vor den 21-Jährigen in Italien, Triumph für Sebastian Vettel in der Nacht von Singapur, und in Russland hätte Ferrari ebenfalls gewinnen müssen; wenn nicht mangelnde Standfestigkeit und eine fragwürdige Strategie dazwischengekommen wären.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff beobachtet das alles in Sorge. «Ich hoffe, Ferrari ist ein Ausreisser», sagt der Wiener über die offensichtliche PS-Überlegenheit der Italiener. «Denn normalerweise passiert bei einem stabilen Reglement das Gegenteil, dann nähern sich die verschiedenen Triebwerke einander an, was die Leistung angeht.»

Leclerc hat sogar vier Poles in Serie erobert, beginnend mit Spa-Francorchamps. So oft stand kein Ferrari-Pilot mehr auf dem besten Startplatz seit Michael Schumacher vor fast zwanzig Jahren.

Toto Wolff weiter: «Ferrari ist ein grosser Schritt nach vorne gelungen, das ist ungewöhnlich. Wir haben derzeit eine Motor-dominierte Formel 1. Es ist unsere Aufgabe, hier die richtige Balance zu finden aus mehr Leistung, dem richtigen Verhältnis zwischen Power und Luftwiderstand, nicht zu vergessen das Reifenverständnis. Es ist immer eine Kombination von Faktoren.»

«Wir hatten früher schon die Situation, dass Ferrari stark war. Aber nun fahren sie mit ihrer tollen Topspeed alles in Grund und Boden. Das kannst du auf dem restlichen Teil der Strecke fast nicht gutmachen.»

«Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir bei der Motorentwicklung nicht etwas übersehen haben. Wenn über mehrere Jahre mit stabilem Reglement gefahren wird, dann ist der Effizienz-Zuwachs von Saison zu Saison nicht mehr so gross. Wir reden hier von Werten unter einem Prozent. Man muss schon sehr clever sein, um mehr zu erreichen.»

«An roher Motorleistung geht beim Motor nicht arg viel mehr. Also müssen wir beim Chassis und in Sachen Reifennutzung besser sein, dazu ist eine clevere Rennstrategie gefragt. Auf diesen Gebieten müssen wir zulegen. Ein gewisser Teil des Rückstands bei der Antriebseinheit ist wohl nicht aufzuholen. Schon gar nicht auf so kurze Frist. Also muss ich davon ausehen, dass Ferrari auch an den kommenden GP-Wochenenden dominieren wird.»

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