Taifun-Gefahr in Japan: So bereitet sich die FIA vor

Von Mathias Brunner
Formel 1
Stürme sind in Suzuka keine Seltenheit

Stürme sind in Suzuka keine Seltenheit

​Der Automobilverband FIA und «Formula One Management» machen sich darauf gefasst, dass ein Taifun das Rennwochenende von Suzuka durcheinanderwirbelt. Der Japan-GP wird immer wieder beeinträchtigt.

Japan bereitet sich auf den Taifun Hagibis vor. Es wird erwartet, dass der Wirbelsturm am Samstag und Sonntag an der Ostflanke des Landes vorbeistreicht. Unklar ist, wie intensiv dabei Wind und Regen sein werden, die Modelle sind derzeit noch unterschiedlich. Am heftigsten wird der Sturm im Raum Suzuka voraussichtlich am Samstag.

Das Land bereitet sich auf massive Beeinträchtigungen und Schäden vor, die Organisatoren der Rugby-WM haben bereits zwei Spiele gestrichen. Der Automobilverband FIA und «Formula One Management» teilen mit: «Die FIA, die Formel 1, Suzuka Circuit und der japanische Autoverband beobachten den Taifun Hagibis genau und schätzen fortlaufend ab, welche Auswirkungen der Sturm auf den Ablauf des GP-Wochenendes haben könnte. Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um den Zeitplan des Rennwochenendes zu wahren. Jedoch hat die Sicherheit der Fans und der Teilnehmer Priorität. Wir werden später mehr dazu mitteilen.»

Hinter den Kulissen sind die Weichen gestellt, um einen Totalausfall am Samstag abzufedern. Die japanische Formel 4 sollte am Sonntagmorgen antreten, aber diese Veranstaltung ist bereits gestrichen, die Teams haben zusammengepackt. Die FIA will für Sonntagmorgen Raum schaffen, um ein am Samstag vielleicht unmögliches Qualifying am Sonntagmorgen zu fahren.

Hagibis ist ein Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten jenseits von 300 km/h. Das entspricht in der westlichen Welt einem Hurrikan der Kategorie 5. September und Oktober, das bedeutet in Japan jeweils Taifun-Saison. Die Wirbelstürme werden durchnummeriert, jedes Jahr fangen sie wieder mit der Nummer 1 an. 2014 war es Nummer 18, der Unheil brachte, und Phanfone (wie der Sturm ausserhalb Japans genannt wurde) holte sich über dem Meer viel Kraft. Es wurde damals erwogen, das Rennen vorzuziehen, um den heftigsten Niederschlägen der Taifun-Ausläufer zu entgehen, aber das wurde wegen der gebuchten Satelliten-Zeiten verworfen.

Der Rest ist bekannt: Eine Verkettung von Faktoren führte zum schweren Unfall des Franzosen Jules Bianchi, im darauffolgenden Sommer verstarb der Ferrari-Nachwuchspilot in Nizza, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Als eine Konsequenz der Tragödie wurde die virtuelle Safety-Car-Phase eingeführt.

Vier Jahre davor, in der Saison 2010, fiel der Regen so stark, dass das Abschlusstraining von Suzuka gar nicht erst aufgenommen werden kann. Die Teams vertrieben sich die Zeit mit Schiffchenbauen, die sie auf der abschüssigen Boxengasse schwimmen liessen. Die Qualifikation muss am Sonntagmorgen gefahren werden.

Und es kommen auch Erinnerungen an Ma-On zurück, jenen Sturm von 2004, der ebenfalls alles lahmlegte. Der Grand-Prix-Tross wurde angewiesen, am Samstag in den Hotels zu bleiben und nicht zur Rennstrecke zu kommen (nicht alle hielten sich daran). Keiner wusste, welche Schäden es an der Strecke geben würde. Die Rennställe machten an der Rennbahn alle Schotten dicht, so gut es eben ging. Das Gebiet um Suzuka hatte Glück, die Schäden hielten sich in Grenzen (in Tokio hingegen richtete Ma-On erhebliche Schäden an). Am Sonntag wurden Abschlusstraining und Rennen in einem Rutsch gefahren.

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