2. Training Suzuka: Mercedes gibt weiter den Ton an

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Weil der Taifun Hagibis naht, wird am Samstag nicht gefahren; die Quali zum Grossen Preis von Japan findet Sonntagmorgen statt. Daher musste viel Arbeit ins zweite freie Suzuka-Training gepackt werden.

Der Taifun Hagibis erzwingt eine Programmänderung des GP-Wochenendes von Japan: Am Samstag wird überhaupt nicht gefahren, die Rennställe und die Fans werden gar nicht erst zur Suzuka-Strecke kommen. Ein drittes freies Training wird es nicht geben. Am Sonntagmorgen findet 3.00 Uhr europäischer Zeit das Abschlusstraining statt (so wie in den Jahren 2010 und 2004), um 7.10 Uhr beginnt der Grosse Preis von Japan.

GP-Sieger Johnny Herbert: «Die Teams stehen unter Zugzwang. In dieses zweite freie Training muss hineingepackt werden, was sonst im dritten Training erledigt wird.» Zudem zogen immer dunklere Wolken heran (Regenwahrscheinlichkeit zum Schluss des Trainings 40 Prozent). Auch daher war es ein guter Rat für alle Fahrer, möglichst schnell auf die Bahn zu gehen und viele Runden zu fahren.

Ferrari-Star Sebastian Vettel ging als Erster auf die Bahn. Ebenfalls an der Arbeit: Alfa Romeo-Sauber-Fahrer Antonio Giovinazzi. Der Italiener hatte im ersten Training wegen eines Hydrauliklecks lediglich vier Runden fahren können.

Es gab noch einen anderen Grund, im zweiten freien Training tüchtig Gas zu geben: Die Reihenfolge ergäbe die Startaufstellung, sollte auch am Sonntagmorgen nicht gefahren werden können.

Und als wäre das alles noch nicht genug, mussten die Fahrer weitere Daten in Sachen Dauerlauf sammeln.

Unter grauem Himmel glänzte Silber: Nach einer Viertelstunde standen die beiden Mercedes wieder an der gleichen Stelle wie nach dem ersten freien Training – Valtteri Bottas Schnellster vor Lewis Hamilton, diese Zeiten aufgestellt auf den mittelharten Pirelli.

Charles Leclerc kam erst nach rund zwanzig Minuten auf die Bahn, der Monegasse hatte die Abstimmung seines Ferrari umkrempeln lassen.

Sebastian Vettel ging auf weichen Reifen auf die Bahn: Neue Bestzeit mit 1:28,392, eine gute Sekunde schneller als Bottas.

Der nächste Spitzenfahrer auf weichen Walzen: Max Verstappen im Red Bull Racing-Honda. Der Niederländer kam auf 1:28,457 min, nur 65 Tausendstelsekunden langsamer als Vettel. Johnny Herbert lobte: «Das war eine bärenstarke Runde von Max.»

Verstappens Teamgefährte Alex Albon fühlte sich mit seinem Sitz nicht wohl und liess ihn wechseln. Der Thai-Brite hatte erst Runden auf den mittelharten Reifen hinter sich. So wie auch Leclerc, der zunächst herausfinden wollte, ob sich die Änderungen so auswirken, wie er das vom Wagen wünschte. In Dunlop und Degner 1 sah es nicht so aus, Charles kam an die Box zurück.

Wie würde die Antwort von Mercedes-Benz lauten? Nach 35 Minuten sollten wir es erfahren. Oder auch nicht: Denn Valtteri Bottas zeigte am Ausgang der Schikane vor Start und Ziel einen Dreher! Damit kompromittierte der Finne auch die Runde des hinter ihm fahrenden Hamilton. Johnny Herbert: «Bottas hatte sein linkes Hinterrad beim Beschleunigen auf den Randstein gesetzt, das kannst du dir in Suzuka nicht leisten.»

Hamilton war durch das Missgeschick von Hamilton zu zwei Aufwärmrunden gezwungen, dann gab der fünffache Weltmeister Gas: Schnellster im ersten Pistenteil, Schnellster im zweiten Teil und auch im dritten – neue Bestzeit mit 1:27,896 min, eine halbe Sekunde schneller als Vettel!

Nächster Top-Fahrer auf der Bahn: Jener Mann, der seit der Sommerpause eine Pole-Position nach der anderen gesammelt hat, Charles Leclerc. Aber der zweifache GP-Sieger kam nicht an die Zeit von Hamilton heran, auch nicht an jene von Bottas und Vettel, Viertschnellster.

Nach Hälfte des Trainings verbesserte sich Hamilton nochmals, aber dann schlug Bottas zurück: Neue Bestzeit mit 1:27,785 min.

Probleme für Kimi Räikkönen: Der Alfa Romeo-Sauber-Star erhielt über Funk die Warnung, sofort an die Box zu kommen. Die Techniker vermuteten ein Motorproblem. Zum Glück stellte sich das lediglich als ein Sensorproblem heraus, der Weltmeister von 2007 konnte wieder auf die Bahn gehen.

Max Verstappen pirschte sich auf Rang 3 nach vorne, die Top-10 nach Hälfte des Trainings: Bottas, Hamilton, Verstappen, Vettel, Albon, Leclerc, Kvyat, Pérez, Grosjean und Stroll.

Die Piloten stellten dann um auf Dauerläufe, sowohl auf weichen wie auf mittelharten Pirelli. Lewis Hamilton ratterte in Degner 1 von der Ideallinie, Leclerc liess vor der Schikane seinen linken Vorderreifen rauchen. Das tat auch Haas-Fahrer Kevin Magnussen, der Däne in einem Dauerlauf, genau in jenem Moment, als Daniel Ricciardo auf einer schnellen Runde herangeschossen kam.

Der Eindruck nach dem zweiten freien Training: Die jüngsten aerodynamischen Verbesserungen am Silberpfeil bewähren sich, in dieser Form ist Mercedes Favorit. Die Frage bleibt: Ist Ferrari im zweiten Training mit voll aufgedrehtem Motor gefahren?

Mercedes ist in der Turbohybrid-Ära der Formel 1 in Suzuka ungeschlagen: Lewis Hamilton gewann hier 2014, 2015, 2017 und 2018, dazu siegte 2016 Nico Rosberg. Mercedes steht zudem seit 2014 jedes Mal auf Pole – 2014 bis 2016 mit Rosberg, 2017 und 2018 mit Hamilton.

Schlusswort von Johnny Herbert: «Ferrari steht unter Druck.»

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