Formel 1: Strategiegruppe adieu, einfachere Struktur

Von Mathias Brunner
Formel-1-CEO Chase Carey und Sportchef Ross Brawn

Formel-1-CEO Chase Carey und Sportchef Ross Brawn

​Viele GP-Fans atmen auf: Endlich werden die Weichen zu einer vernünftigeren Formel 1 gestellt. Dazu wird die bislang schwerfällig-verkrustete Entscheidungsfindung der Formel 1 entrümpelt.

Die Formel 1 ist eine Neidgesellschaft erster Güte, in welcher jedem das eigene Hemd am nächsten ist. Die Entscheidungsstruktur in unserem Lieblingssport bedeutete meist: Irgend jemand sagt immer nein, weise Vorschläge wurden jahrelang im Keim abgewürgt.

Unter der neuen Führung von Formel-1-CEO Chase Carey und Sportchef Ross Brawn ist viel in Bewegung gekommen. Und die Grand-Prix-Fans dürfen aufatmen – der gesunde Menschenverstand setzt sich endlich durch, die bisherige Entscheidungskaskade wird geändert. Das war längst fällig.

Die Entscheidungsfindung in der Formel 1 ist derzeit überaus kompliziert: Verschiedene Arbeitsgruppen reichen ihre Ideen der so genannten Strategiegruppe weiter. Die besteht aus Vertretern von sechs Rennställen (gegenwärtig Ferrari, Red Bull Racing, Mercedes, McLaren, Williams und Renault, als bestplatziertes der anderen Teams), des Autoverbands FIA (Jean Todt) sowie FOM (Formula One Management, mit Formel-1-CEO Carey. Jede dieser drei Parteien besitzt sechs Stimmen. Die weiteren Teams dürfen an Sitzungen teilnehmen, haben aber kein Stimmrecht. Natürlich waren diese Rennställe wenig begeistert.

Ideen der Strategiegruppe gehen nach einem Mehrheitsentscheid an die Formel-1-Kommission weiter. Die Formel-1-Kommission hat nur die Möglichkeit, einen Vorschlag abzunicken oder abzulehnen. Ist ein Vorschlag durchgewunken, geht er vor den FIA-Weltrat. Die Erfahrung zeigt: Nur ganz selten wird dort ein Vorschlag gestoppt.

In der Zukunft sieht das so aus: Die Strategiegruppe und die Formel-1-Kommission werden abgeschafft. Einhelligkeit beim Beschluss neuer Regeln wird ebenso auf den Müll gekippt. Dies passiert Ende 2020, wenn das gegenwärtige Reglement ausläuft.

Neu wird es ab 2021 ein Gremium aus 30 Repräsentanten geben: 10 Stimmen der Teams, 10 Stimmen der FIA, 10 Stimmen hat FOM. Für Änderungen nach dem 1. Mai für die folgende Saison sind 28 von 30 Stimmen notwendig. Für Änderungen vor dem 1. Mai sind es 25 von 30. Damit haben chronische Nein-Sager künftig ein schwereres Leben.


Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Strafen: Geht MotoGP zu sehr in Richtung Formel 1?

Günther Wiesinger
Dass MotoGP-Weltmeister Fabio Quartararo nach dem misslungenen Überholmanöver gegen Aleix Espargaró in Assen neben dem Nuller noch mit einem Long-Lap-Penalty bestraft wurde, wirft Fragen auf.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mi.. 06.07., 05:05, Motorvision TV
    FIM World Motocross Champiomship
  • Mi.. 06.07., 05:15, Hamburg 1
    car port
  • Mi.. 06.07., 05:30, Puls 4
    Café Puls mit PULS 4 News
  • Mi.. 06.07., 05:35, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Mi.. 06.07., 06:00, Puls 4
    Café Puls mit PULS 4 News
  • Mi.. 06.07., 06:00, Motorvision TV
    Monster Jam Championship Series
  • Mi.. 06.07., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mi.. 06.07., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mi.. 06.07., 06:14, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mi.. 06.07., 06:16, ORF Sport+
    silent sports +
» zum TV-Programm
7AT