Mattia Binotto: «Protest gegen Ferrari? Ja, gerne!»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Die beiden Ferrari von Charles Leclerc und Sebastian Vettel

Die beiden Ferrari von Charles Leclerc und Sebastian Vettel

​Seit Monaten knirscht die Konkurrenz von Ferrari mit den Zähnen, was die Leistung des italienischen 1,6-Liter-V6-Turbomotors angeht. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: «Ein Protest gegen Ferrari? Ja, gerne!»

Seit 2018 hat Ferrari den kraftvollsten Motor, seit 2019 haben sie ein windschlüpfiges Auto obendrein. Ergebnis: Seit der Sommerpause stehen nur noch rote Rennwagen auf der Pole-Position, und auf den Geraden ist kein Auto schneller. Die Konkurrenz knirscht mit den Zähnen, und die FIA hat Briefe der Gegner erhalten, welche die Legalität des Ferrari-Motors zwar nicht offen anzweifeln, so doch hinterfragen. Aber niemand hatte bislang den Mumm, dem berühmtesten Rennstall der Welt Illegales zu unterstellen und diese Behauptung mit einem Protest an die Öffentlichkeit zu zerren.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat das sehr elegant formuliert: «Wir stellen uns nicht die Frage, ob der Ferrari-Motor legal ist. So denken wir nicht. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere Hersteller. Wir fragen uns vielmehr: Wie können wir selber etwas besser machen? Wir fragen uns: Haben wir etwas übersehen? Holen wir nicht alles aus dem Motor heraus? Wir haben heute eine Warnung erhalten. Wenn unsere Rivalen mehr Leistung aus einem Motor holen, dann müssen wir das auch können.»

In Mexiko hat sich Ferrari-Teamchef Mattia Binotto zum Grummeln der Gegner geäussert. Der Italiener meint gegenüber Autosport: «Jedes Team arbeitet hart, um sich Vorteile zu erarbeiten. Als die neue Turbohybrid-Ära 2014 begann, hatten wir nicht den besten Motor, also haben wir die Ärmel hochgekrempelt. Heute liegen wir vorne, und darauf dürfen wir stolz sein.»

«Früher hatten andere Hersteller Vorteile, aber ich habe damals nichts von irgendwelchen Anschuldigungen gehört. Es wäre schön, wenn wir keine solchen Kommentare lesen müssen.»

Was die Möglichkeit eines Protests angeht so meint Binotto: «Wir sind da ganz entspannt. Ein Protest gegen Ferrari? Ja, gerne! Dann hört vielleicht mal das ganze dumme Gerede auf. Das ist ein Problem unserer Gegner, nicht unseres. Die Regelhüter der FIA schauen sind konstant alle Daten des Fahrzeugs an, sie prüfen die Motoren hinter den Kulissen, so wie sie das seit Jahren machen. Es gibt null Anzeichen für einen Protest, und niemand hat der FIA gegenüber einen bestimmen Verdacht geäussert. Wir haben einen Vorteil, auch wenn der nicht so gross ist, wie manche glauben. Aber dieser Vorteil ist durch harte Arbeit entstanden.»

«Alle reden immer vom Motor. Aber ein Teil des Speeds auf den Geraden geht auch auf die Windschlüpfigkeit unseres Autos zurück. Wenn du weniger Abtrieb hast, so hast du auch weniger Luftwiderstand.»

«Wenn ich höre, dass unsere Top-Speed hinterfragt wird, dann kann ich nur erwidern: Na und? Wir hinterfragen auch nicht die Kurventempi der Anderen. Sind sie in den Kurven so schnell, weil sie tricksen? Das glauben wir nicht. So wenig, wie wir auf den Geraden tricksen.»


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